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Hat ThyssenKrupp den richtigen Weg zum Erfolg gefunden?

Foto: Pixabay, zephylwer0

Der Monat September neigt sich dem Ende zu und auch die DAX-Serie des Motley Fool ist bereits beim Buchstaben T wie ThyssenKrupp (WKN:750000) angekommen.

Mit dem Namen ThyssenKrupp verbinden die allermeisten Stahl und denken: „Stahl?! Nicht wirklich sexy, oder?“ Nun … vielleicht mehr als man denken würde.

Du willst aber wissen, was das Unternehmen neben Stahl sonst noch macht? Wo das Geschäft gut und wo es schlecht läuft? Und sogar wie das Unternehmen künftig aussehen möchte und was das alles zum heutigen Zeitpunkt für Foolishe Investoren bedeutet?

Dann bleib dran. Wir werden es gleich erfahren.

Werkstoffe und Industriegüter

ThyssenKrupp gliedert seine Aktivitäten in sechs Segmente, die man jeweils dem Industriegüterbereich oder dem Werkstoffbereich zuordnen kann.

Der Industriegüterbereich besteht aus den folgenden drei Geschäftssegmenten:

  • Im Segment Components Technology werden Produkte für die Automobilindustrie, Nutzfahrzeugindustrie und für Maschinenbauer produziert und verkauft.
  • Alle Themen rund um Aufzüge, Hebebühnen und Rolltreppen werden unter dem Begriff Elevator Technology zusammengefasst.
  • Im Segment Industrial Solutions werden Industrieanlagen geplant und gebaut.

Das Geschäft mit Werkstoffen ist in die folgenden drei Bereiche gegliedert:

  • Materials Services ist für den weltweiten Handel mit Werk- und Rohstoffen, sowie gebrauchten Industrieanlagen zuständig.
  • Steel Europe und Steel Americas produzieren und verarbeiten hochwertigen Qualitätsstahl.

Ein belastendes Geschäft

Die Werkstoff-Bereiche Materials Services und Steel Americas und Europe sind Umsatz-Loks – sie tragen zusammen 57 % zum Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2013/2014 bei (exkl. Konsolidierung und Bereich Corporate).

Bei der Gewinnverteilung ergibt sich hingegen ein komplett anderes Bild. Lediglich 20 % des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) entfallen auf diese Bereiche.

Diese deutlichen Unterschiede werden auch in den Gewinnmargen der Werkstoff-Bereiche deutlich. Die Bereiche Materials Services und Steel Europe kommen lediglich auf eine Marge von 2 %. Das heißt, von 100 EUR Umsatz bleiben nach Abzug aller Kosten lediglich 2 mickrige Euro übrig. Davon müssen dann noch Fremdkapitalzinsen und Steuern bezahlt werden. Steel Americas konnte bei einem Umsatz von knapp über 2 Mrd. EUR überhaupt keinen Gewinn erwirtschaften.

Diese Zahlen haben selbstverständlich einen Grund: Die sinkenden Rohstoffpreise treffen auch ThyssenKrupp und lassen die Gewinnmargen sinken.

Die spannende Frage ist natürlich nun, inwiefern sich die Rohstoffpreise, insbesondere die Stahlpreise, in der Zukunft entwickeln werden. Hier spielen, wie auf allen anderen Märkten auch, Angebot und Nachfrage die entscheidenden Rollen.

Wichtige Absatzmärkte für Stahl ist die Bau- und Automobilwirtschaft. Gibt es also Wachstum in diesen Bereichen, dann steigt auch die Stahlnachfrage. Steigende Stahlpreise muss das aber noch nicht bedeuten. Steigt nämlich das Angebot stärker als die Nachfrage, dann geht es mit den Stahlpreisen trotzdem nach unten. Und durch eine immense Steigerung der Stahlproduktion in China, erleben wir derzeit genau das.

Mittlerweile, in dem anderen Geschäft …

Die drei Geschäftssegmente im Industriegüterbereich tragen jeweils knapp 15 % zum Unternehmensumsatz bei, erwirtschaften aber über 80 % des bereinigten EBIT.

Entsprechend sind auch die Margen deutlich höher als im Werkstoffbereich. Fast 12 % in den Segmenten Industrial Solutions und Elevators Solution und etwas über 4 % im Bereich Components Technology.

Selbstverständlich sind diese Zahlen im Management von ThyssenKrupp nicht unbekannt. Zukünftig sollen die profitablen Geschäftsfelder, Ingenieursleistungen und Aufzüge, einen größeren Teil des Umsatzes und einen noch größeren Teil des Gewinns beisteuern. Der Konzern soll zum diversifizierten Industriekonzern werden. Eine ziemlich nachvollziehbare Entscheidung, die bereits seit 2011 konsequent verfolgt wird.

Schaut man sich die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015/2016 an, so kann man sehen, dass diese strategische Neuausrichtung auch erste Früchte trägt. Das bereinigte EBIT konnte im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 33 % gesteigert werden. Für das gesamte Geschäftsjahr wird auch eine deutliche Steigerung des Jahresüberschusses erwartet.

Ein Unternehmen im Umbruch und mit Chancen für Foolishe Investoren

Derzeit könntest du eine ThyssenKrupp-Aktie für 15,94 EUR (Schlusskurs am 25.09.2015) erwerben. Im Vergleich zum Ergebnis pro Aktie des letzten Geschäftsjahres (0,38 EUR), scheint es deutlich zu teuer.

Für die Zukunft werden allerdings erheblich höhere Jahresüberschüsse erwartet. Schon für das Geschäftsjahr 2015 wird mit einem Ergebnis pro Aktie von 1,19 EUR gerechnet. Dies entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 – das hört sich doch schon besser an.

Sollte sich die strategische Neuausrichtung auch künftig als der richtige Weg herausstellen, so könnten weitere Gewinnsteigerungen folgen. Dann könnte der aktuelle Kurs meiner Meinung nach tatsächlich eine gute Einstiegsmöglichkeit bieten.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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