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Hat Boeing sich an die Chinesen verkauft?

Foto: The Motley Fool

Boeing wird (…) ein riesiges Werk in China bauen. Das wird viele Arbeitsplätze von den Vereinigten Staaten nach China verlagern. – Donald Trump

Ich denke, wir würden einen Fehler machen, wenn wir die Produktion in den USA aufgeben würden. – Boeing-Mitarbeiter Steve Hunt

Wir verstehen, dass Flugzeuge verkauft werden müssen, aber wenn Boeing unsere Arbeitsplätze als Verhandlungsdruckmittel nimmt, dann ist das etwas, das wir nicht unterstützen können (..) Wir haben uns das Recht verdient, diese Arbeit zu machen – Jon Holden, Präsident der internationalen Vereinigung der Maschinisten und Luftfahrtarbeiter

BOEING 737 BALD "MADE IN CHINA?" QUELLE: WIKIMEDIA COMMONS.

BOEING 737 BALD „MADE IN CHINA?“ QUELLE: WIKIMEDIA COMMONS.

Im Moment wird gerade viel über einen Plan von Boeing (WKN:859471) gesprochen, ein neues Werk in China zu eröffnen und das sind nicht immer nette Dinge. Hier ist alles, was du darüber wissen musst:

Am Mittwoch empfing Boeing den chinesichen Präsidenten Xi Jinping bei einer Führung des Werks für Großraumflugzeuge in Everett, Washington. Gleichzeitig verkündete Boeing, dass man 300 Flugzeuge an verschiedene chinesische Kunden verkaufen werde und sein erstes Werk in China eröffnen werde, um die 737 dort fertigzustellen.

Die Flugzeuge

In Bezug auf die Flugzeugverkäufe verkündete Boeing Bestellungen im Wert von 38 Milliarden USD (zu Listenpreisen). Darunter:

  •  50 Großraumflugzeuge nicht genannter Modelle für nicht genannte chinesische Fluggesellschaften
  • 190 Modelle vom Typ 737 mit nur einem Mittelgang für dieselbe Gruppe von Fluggesellschaften
  •  60 zusätzliche 737 für die Leasingsparte der Industrial and Commercial Bank of China und für CDB Leasing.

Boeing erläuterte nicht näher, ob überhaupt eines dieser 300 Flugzeuge schon als „Festauftrag“ ins Auftragsbuch eingetragen war. Boeings letzte Ankündigung enthielt keine 300 neuen Festaufträge, sondern nur zwei, und das waren keine 737 sonder 787.

Das Werk

Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird Boeing ein Werk und Auslieferungszentrum in China eröffnen. Die Endmontage der Flugzeuge wird weiterhin in den USA erfolgen, aber dann werden die größtenteils fertigen 737 nach China geliefert, wo dann der Innenraum installiert und sie entsprechend den Vorgaben der Kunden gestrichen werden.

Boeing sagte, durch die chinesische Fabrik würden keine Arbeitsplätze im Staat Washington wegfallen. Im Gegenteil, durch die Erhöhung der Kapazitäten, werde die Produktion der 737 in Amerika sogar erweitert werden.

Der große Plan

Die Gewerkschaften (und Mr. Trump) glauben das aber nicht, aber es ergibt irgendwie Sinn. Wie schon im Laufe der letzten Monate mehrmals erwähnt, hat Boeing ein Problem mit seinem Auftragsbestand. Bei der letzten Zählung hatten sie 5.710 Flugzeuge in den Auftragsbüchern, die darauf warteten, gebaut und ausgeliefert zu werden. 74,4 % dieser Flugzeuge sind 737-Modelle.

Bei der aktuellen Produktionskapazität von 42 Schmalrumpfflugzeugen pro Monat, bräuchte Boeing mehr als 100 Monate, um alle 4.269 Modelle von Typ 737 im Auftragsbuch abzuarbeiten. Daher machte sich Boeing bei der Ankündigung des neuen Werks in China auch die Mühe zu wiederholen, dass man plane, die 737-Produktion 2017 auf 47 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen und im Jahr 2018 auf 52 Flugzeuge pro Monat. (Man sprach auch von geheimen Plänen, die Produktion danach um weitere 15 % auf 60 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen.)

Das Werk in China sei ein logischer Schritt, die angekündigten Produktionsziele zu erreichen, da man aus China 6.330 neue Flugzeugaufträge in den nächsten 20 Jahren erwarte. Airbus (WKN:938914) hat im Moment in China die Nase vorne, da man bereits ein Werk zur Endmontage vor Ort hat und sich das Completion Center bereits im Bau befindet. Obwohl man hier klar im Nachteil ist, liefert sich Boeing ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Airbus. Jeder der beiden Flugzeugbauer kontrolliert etwa die Hälfte des dortigen Marktes.

Das neue Werk könnte helfen, hier gleiche Verhältnisse herzustellen und falls Boeing es schafft, mehr Flugzeuge in China zu verkaufen, während man den Großteil der Arbeit in den USA lässt, dann werden die Gewerkschaften bald deutlich weniger zu meckern haben.

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Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und wurde am 27.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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