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Diversifikation: Der beste Freund des Investors

Vielleicht solltest du nicht alles auf eine Zahl setzen? Foto: The Motley Fool

Wenn du eine Tasse Kaffee in einem Café um die Ecke kaufst, machst du dann einen Deckel auf den Becher, bevor du ins Auto steigst? Schnallst du dich an, bevor du losfährst?

Wie es aussieht, sind wir Menschen prinzipiell Risiko-Manager, besonders wenn wir uns der möglichen Folgen unserer Taten bewusst sind, wie zum Beispiel an einem sonnigen und schönen Tag Teil einer Verkehrsstatistik zu werden.

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Jeder Investor und jede Investorin ist auch ein Risiko-Manager seines oder ihres Portfolios – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Wenn du in eine Aktie investierst, hast du ein Portfolio erstellt und bist damit ein bestimmtes Risiko eingegangen.

Bei der Diversifikation geht es darum, sein Kapital über mehrere Investitionen hinweg zu verteilen, um so sein Risiko zu verwalten und seine langfristige Rendite zu verbessern. Diversifikation kann dein bester Freund sein, aber um sie erfolgreich zu nutzen, braucht man ein bisschen mehr Feingefühl, als lediglich ein paar neue Aktien zu kaufen.

Kümmere dich um diese zwei Arten des Risikos

Es gibt zwei Risiko-Grundtypen, die ein Privatanleger verstehen sollte, wenn er oder sie über Diversifikation nachdenkt: systematisches Risiko und idiosynkratrisches Risiko.

Ein systematisches Risiko besteht, wenn Geschehnisse in der Welt alle Vermögenswerte eines bestimmten Markts betreffen können. So hat beispielsweise der Fall der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 große Verluste im weiteren Aktienmarkt ausgelöst. Systematisches Risiko wird auch als „Marktrisiko“ bezeichnet.

Demnach entsteht systematisches Risiko, wenn du dein gesamtes Kapital in Stammaktien und/oder ähnliche Instrumente (wie Investmentfonds und Exchange Traded Fonds) investierst. Dieses Risiko kann durch den Kauf von zum Beispiel Anleihen, Edelmetallen oder Immobilien reduziert werden. Wir werden uns jedoch auf Diversifikation von Aktien konzentrieren. Behalte jedoch im Hinterkopf, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, dein Geld zu investieren.

Idiosynkratrisches Risiko wird auch manchmal als unsystematisches oder spezifisches Risiko bezeichnet und bezieht sich auf eine einzelne Branche oder auf einen Vermögenswert. Wenn die einzigen Aktien eines Investoren die der Kraft Heinz Company (WKN:A14TU4) sind und es zu einem Tomatenengpass kommt, der die Einnahmen des Unternehmens schwächt, würde unsystematisches Risiko greifen.

Achte auf Korrelationen

Bei der Korrelation geht es darum, wie ähnlich sich zwei Vermögenswerte auf einem Markt entwickeln. Aktien der selben Branche korrelieren häufig miteinander und in einigen Branchen kommt das stärker vor als in anderen. Eisenbahnaktien haben zum Beispiel ähnliche Geschäftsmodelle und die Muster ihrer Aktienpreise korrelieren oft stark. Als Investor solltest du also versuchen zu verstehen, inwiefern Portfolio-Aktien miteinander schwanken.

Größe kann Korrelationen ebenfalls beeinflussen. Wenn ein Investor gut über viele Branchen hinweg diversifiziert, aber nur Aktien kauft, die eine Marktkapitalisierung von unter 1 Milliarde USD aufweisen, könnten diese hart getroffen werden, wenn Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung bei Investoren nicht mehr im Kurs stehen.

Wie viele Aktien sind angemessen, um Risiken zu kontrollieren?

Quelle: The Motley Fool.

Quelle: The Motley Fool.

Allgemein sagt man, dass 15 bis 25 Aktien das optimale Diversifikationslevel sind, um Risiken im Griff zu haben. Hältst du weniger, besteht idiosynkratrisches Risiko oder eine hohe Korrelation zwischen einigen Aktien.

Wenn du mehr Aktien hältst, wird es immer schwieriger, dauerhaft dein Portfolio zu verwalten und es wird wahrscheinlicher, dass sich deine Renditen denen des größeren Markts annähern. Einige Studien legen nahe, dass ganze 50 Aktien notwendig sind, um ordentlich zu diversifizieren. Diese Anzahl jedoch zu überschauen, ist für den privaten Investor sehr schwierig.

Es wird oft behauptet, dass in einen einzelnen Fonds, der beispielsweise dem S&P 500 folgt, zu investieren, eine preiswerte und effiziente Art und Weise ist, um über mehrere hundert Aktien hinweg zu diversifizieren. Du solltest aber daran denken, dass diese Strategie dich immer noch systematischen Risiken aussetzt, was es noch wichtiger macht, darüber nachzudenken, etwas von deinem Geld in andere Vermögenswerte zu investieren.

Merke dir diesen wichtigen Begriff

Du kannst deine Erfolgschancen weiter optimieren, indem du ein zentrales Konzept der Diversifikation nutzt: den Betafaktor.

Der gesamte Markt soll hier eine Preisvolatilität oder einen Betafaktor von 1,0 haben. Eine Aktie, dessen Betafaktor unter 1,0 liegt, wird als weniger unbeständig und daher risikoärmer angesehen als der Gesamtmarkt. Liegt eine Aktie über 1,0, ist das Gegenteil der Fall.

Um ein Verständnis dafür zu bekommen, wie stark du im Vergleich zum größeren Markt aufgestellt bist, ist es eine gute Idee, dir den Betafaktor jeder Investition deines Portfolios anzuschauen. Wenn du den Betafaktor deines gesamten Portfolios betrachtest, solltest du sichergehen, dass du das relative Gewicht jeder Position einkalkulierst. Zehn Aktien zu halten, deren durchschnittlicher Betafaktor bei 1,2 liegt, ist eventuell nicht sehr effektiv, wenn 90 % deines Geldes in Aktie Nummer 11 steckt die einen Betafaktor von 2,0 aufweist.

Warum Diversifikation dein bester Freund sein kann: Etwas weiter gedacht

Wenn du deine einzelnen Anteile und dein gesamtes Portfolio im Hinblick auf Beta analysierst, wirst du vielleicht erkennen, dass Diversifikation eher eine Technik der Risikoanpassung oder des Risikomanagements als der Risikoreduzierung ist.

Es gibt letztendlich Fälle, in denen du dein Risiko oder die Volatilität durch Diversifikation erhöhen möchtest.

Wenn deine Anteile beispielsweise aus einer Gruppe nicht-korrelierender Aktien bestehen, die gut vor idiosynkratrischen Risiken geschützt sind, aber einen Betafaktor von nur 0,5 aufweisen, ist es in Abhängigkeit von deinen Zielen vielleicht sinnvoll, dein Portfolio mehr in Richtung Volatilität zu gewichten, um so höhere Renditen erreichen zu können.

Und da wir gerade davon sprechen: Versuche es dir anzugewöhnen, jedes Mal einen frischen Blick auf dein Portfolio zu werfen, wenn du einen Anteil kaufst oder verkaufst. Das Zusammenbringen der Konzepte von systematischen und unsystematischen Risiken, Korrelation und Betaanpassung kann dir eine bessere Kontrolle über dein Investitionsziel geben. Zu verstehen, warum man auf eine bestimmte Art und Weise diversifiziert, ist immer besser, als einfach die Anzahl der eigenen Aktien zu erhöhen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Asit Sharma auf Englisch verfasst und am 24.9.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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