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Nach der wiederholten Sichtung russischer U-Boote ist Großbritannien nun auf der Suche nach einem neuen U-Boot-Jäger

Foto: Pixabay, tpsdave

Für jeden, der sich Nachbarland Russlands nennen darf, war dies ein turbulentes Jahr.

Seit Wladimir Putin letztes Jahr sein großes ukrainisches Abenteuer begonnen hat, nehmen die Spannungen im Nordatlantik kein Ende. Im Luftraum über Europa haben russische Kampfflugzeuge wiederholt NATO-Kampfjets bei Übungen beobachtet. Unterwasser tauchen vor den Küsten Schwedens und Finnlands immer wieder unbekannte – vermeintlich russische – U-Boote auf.

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Finnische Seestreitkräfte sollen vor ihrer Küste ein mutmaßliches russisches U-Boot gesichtet haben. Historische Bildquelle: WIKIMEDIA COMMONS.

Finnische Seestreitkräfte sollen vor ihrer Küste ein mutmaßliches russisches U-Boot gesichtet haben. Historische Bildquelle: WIKIMEDIA COMMONS.

In England, wo das letzte U-Boot-Jagdflugzeug Nimrod vor fünf Jahren in Rente geschickt und immer noch kein Nachfolger gefunden wurde, verfolgt man diesen Trend mit Sorge. Großbritannien, das einst „die Meere regierte“, steht momentan in Sachen U-Boot-Bekämpfung ziemlich mittellos da und kann nur vermuten, was sich unter seinem Meeresspiegel abspielt.

Wer baut den Briten einen U-Boot-Jäger?

Großbritannien ignoriert diese Gefahr nicht. Anfang dieses Jahres hat das britische Verteidigungsministerium begonnen, sich nach einem Flugzeug als Ersatz für den ausgedienten Nimrod umzuschauen. Zunächst fiel die offensichtliche Wahl auf das P-81A Poseidon-Flugzeug von Boeing (WKN:850471). Die U.S.A sowie Indien und Australien nutzen den Poseidon. Japan arbeitet auch daran, sich diesen Vogel zuzulegen, um seine Nachbarn China und Nordkorea nicht aus den Augen zu verlieren.

BOEINGS P-8A Seeaufklärer—Der weltweit führende U-Boot-Jäger. Bildquelle: BOEING.

Der Poseidon wäre mit ziemlicher Sicherheit auch für Großbritannien eine hervorragende Wahl. Aber gleichzeitig erheben sich warnende Stimmen, die Großbritannien dazu drängen, sich alternative Lösungen zumindest kurz anzuschauen. Hier sind einige Alternativen samt Kosten aufgelistet:

Der HC-130J HERCULES von LOCKHEED MARTIN, gezielt zur Seeraumüberwachung hergestellt. Bildquelle: LOCKHEED MARTIN.

Lockheed Martins C-130J Hercules

Der C-130J Hercules von Lockheed Martin (WKN:894648) ist zweifellos die beliebteste Militärmaschine der Welt. Lockheed hat angeboten, einige Flugzeuge der bestehenden britischen Flotte umzurüsten oder eine Handvoll neuer Maschinen – eigens auf die U-Boot-Bekämpfung zugeschnitten – herzustellen.

Der genaue Preis hängt von der Lösung ab, die Großbritannien präferiert. Ein C-130 in der Kampfjetausführung (AC-130) kostet laut Militärexperten von BGA-Aeroweb nur etwa 77 Mio. USD das Stück. Das ist weniger als die Hälfte von dem, was Boeing für seinen P-8A Poseidon verlangt. Der C-130 ist also ein heißer Kandidat für diesen Auftrag. Außerdem hat Lockheed Martin bereits den ehemaligen U-Boot-Jäger der US-Navy, den P-3C Orion, der gerade von Boeings Poseidon abgelöst wird, hergestellt. Lockheed weiß also, wie man U-Boot-Jäger baut.


Der C-295 PERSUADER von Airbus ist ein effektives Mittel gegen feindliche U-Boote. Bildquelle: AIRBUS DEFENSE & SPACE.

Der Airbus C-295 Persuader

Ein anderer Konkurrent, der Boeing vermutlich preislich unterbieten könnte, ist der europäische Flugzeugbauer Airbus (WKN:938914). Airbus hat sich in jüngster Zeit bei dem Verkauf von Militärflugzeugen sehr schwer getan und wird – wenn es dem Unternehmen gestattet wird – fast mit absoluter Sicherheit ein Gebot für den Bauauftrag der Briten abgeben.

Preislich unterbietet das Unternehmen Boeing und Lockheed Martin mit Bravur. Letztes Jahr verkaufte Airbus drei C-295 Persuader-Seeaufklärer an die philippinische Armee zu einem Schnäppchenpreis von unter 40 Mio. USD das Stück. Lockheeds Flugzeug kostet also schon die Hälfte von Boeings Maschine… und der Airbus ist noch einmal um die Hälfte günstiger!

Der MQ-4C TRITON UAV NORTHROP GRUMMAN ist ein U-Boot-Jäger mit Adlerauge. Quelle: NORTHROP GRUMMAN.

Drohnen von Northrop

Mehreren Quellen nach sollen die Rivalen L-3 Communications, Saab und sogar Kawasaki um den britischen U-Boot-Jäger-Bauauftrag mitbieten. Meiner Meinung nach hat der Rüstungsgigant Northrop Grumman (WKN:851915) die besten Chancen dieser vier Konkurrenten. Wenn Northrop Grumman mitbieten sollte, wird es vermutlich einen anderen Ansatz wählen: Anstatt anzubieten, Großbritannien bemannte Luftfahrzeuge zu verkaufen, wird das Unternehmen vermutlich seine Stärke in der Drohnen-Industrie ausspielen und unbemannte Flugzeuge wie seine neue MQ-4C Triton Drohne zur Seeraumüberwachung ins Rennen schicken.

Als Schnäppchenjäger kommt man nur schwer am Triton vorbei. Zwar befindet er sich noch in der Entwicklung, sodass man momentan den endgültigen Preis nur schwer einschätzen kann, jedoch könnte dieser bei weniger als 20 Mio. USD liegen – also noch einmal um die Hälfte günstiger als das nächstbilligere Flugzeug, der C-295 von Airbus.

Butter bei die Fische

Das waren mehr oder weniger die üblichen Verdächtigen, die auf diesen Auftrag bieten könnten. Wie viel so ein Auftrag in die Kassen der Unternehmen spülen könnte? Nun, vor fünf Jahren, als der Nimrod endgültig verabschiedet wurde, gab Großbritannien bekannt, dass es etwa 21 neue Flugzeuge als Ersatz braucht.

BGA-Aeroweb schätzt die Gesamtkosten für einen voll ausgestatteten P-8A Poseidon auf 171,6 Mio. USD. Multipliziert mit einundzwanzig kommt man auf 3,6 Mrd. USD. Das ist also vermutlich die Obergrenze dieses Auftrags. (Aber nicht zwangsläufig: Letztes Jahr hat Australien einen Vertrag über 8 Poseidons für 3,6 Mrd. USD unterschrieben. Bei diesem Preis würden 21 dieser Flugzeuge von Boeing Großbritannien 9,45 Mrd. USD kosten.)

Wenn man jedoch mit dem von BGA ausgegebenen Wert von 171,6 Mio. USD für einen Poseidon kalkuliert, kann man grob ausrechnen, dass eine Bestellung von 21 C-130 von Lockheed etwa die Hälfte der Poseidon-Bestellung – also 1,8 Mrd. USD – kosten würde. C-295-Flugzeuge würden wiederum die Hälfte kosten – also 900 Mio. USD. Und die Drohnenvariante von Northrop käme dann auf 450 Mio. USD.

Wie man es auch dreht, es geht um eine riesige Summe. Nur der exakte Betrag ist noch offen. Sobald es neue Informationen dazu gibt, erfährst du es hier.

Der NIMROD U-Boot-Jäger von BAE – Nun ein Museumsstück in Yorkshire. Bildquelle: CRAIG SUNTER VIA WIKIMEDIA COMMONS.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien. Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 20.9.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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