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Der VW-Skandal und seine Bedeutung für Dein Aktiendepot: Was Du jetzt wissen musst

Foto: Pixabay, jonbonsilver

China? Das war gestern. Griechenland? Langweilig. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, welches Thema die Wirtschafts- und Anlegermedien in nächster Zeit dominieren wird: der Volkswagen  (WKN:766403) -Skandal um manipulierte Dieselfahrzeuge in den USA. Dafür sprechen folgende Zahlen: 11 Millionen betroffene Fahrzeuge, bereits 6,5 Milliarden Euro Rückstellungen, Vernichtung von rund 30 Milliarden Marktkapitalisierung bei einem einzigen DAX-Wert an nur zwei Handelstagen. Heftiger geht’s kaum. Sowas lässt sich nicht in ein paar Tagen verdauen …

Hinzu kommt, dass wir bisher nur die Spitze des Eisbergs sehen. In den kommenden Wochen wird noch einiges herauskommen, das dem Ruf des Wolfsburger Konzerns – und damit dem Kurs der VW-Aktie – weiteren Schaden zufügen kann. Auch die Aktionäre der VW-Konkurrenten und der Automobilzulieferer haben Grund zur Sorge. Die einzigen, die sich wirklich freuen können, sind die Medien, weil ihnen ein Spitzen-Aufregerthema auf dem silbernen Tablett serviert wird. Das steigert die Klick- und Verkaufszahlen.

Da man uns in Sachen Volkswagen, Diesel und Manipulation noch so manchen Artikel servieren wird, möchte ich mich in diesem Text auf einen anderen Aspekt konzentrieren: Was können wir als Anleger aus diesem Skandal lernen?

Die erste Erkenntnis: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Selbst wenn ein Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf hat, kann es sein, dass irgendwo im Keller der Konzernzentrale eine Leiche versteckt ist, deren Entdeckung für die Aktionäre sehr teuer werden kann. Oder andersrum: Je länger du in Aktien investierst, desto wahrscheinlicher wird es, dass auch du irgendwann Unternehmensanteile im Depot hast, deren Kurs wegen eines Skandals massiv einbricht.

Daraus folgt zweitens: Diversifikation ist der Schlüssel zum Anlageerfolg. Wer sein Erspartes nicht in eine einzige Aktie investiert, sondern auf mehrere Werte verteilt, mindert das Risiko, ohne auf Renditechancen zu verzichten. VW-Aktionäre, die diese Regel beachtet haben, können auch heute und morgen gut schlafen …

Was war an der Börse los?

Ohne Rückenwind von der Wall Street wäre der DAX (WKN:846900) mit Verlusten in die Börsenwoche gestartet. Erst nach der freundlichen Eröffnung der US-Börsen konnte sich der Index in den grünen Bereich vorarbeiten und beendete die Handelssitzung beim Stand von 9.949 Punkten mit einem Plus von 0,3 %.

Im Fokus stand die Aktie von Volkswagen, die wegen des Abgasskandals um 18,6 % einbrach. Die Anteilscheine von BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) gaben rund 1,5 % ab.

Die Talfahrt der VW-Aktie setzte sich am Dienstag fort: Die Anteilscheine des Wolfsburger Konzerns gaben weitere 19,8 % ab. Zuvor hatte das Management mitgeteilt, dass eine ergebniswirksame Rückstellung in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vorgenommen werde, um für die finanziellen Folgen des Manipulationsskandals in den USA aufkommen zu können.

Daimler-Papiere verbilligten sich um 7,0 % und BMW-Aktien gaben um 6,0 % nach. Der Gesamtmarkt litt ebenfalls an den Folgen der Dieselabgas-Affäre: Der DAX fiel um 3,8 % auf 9.571 Zähler und schloss damit auf dem niedrigsten Wert seit Anfang Januar.

Am Mittwoch war zur Abwechslung erst einmal Durchatmen angesagt: Der DAX konnte bis zum frühen Nachmittag leicht zulegen.

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag (24.09.) erfahren wir etwas über die Stimmung der deutschen Verbraucher: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liefert ihre Vorhersage für das Konsumklima im Oktober. Außerdem wird der ifo-Geschäftsklimaindex für September bekannt gegeben. Aus den USA erreichen uns Statistiken zum Auftragseingang für langlebige Güter, den Verkauf neuer Häuser und die Arbeitslosenzahlen im August. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der laufenden Woche wird veröffentlicht. Der US-Konzern Nike öffnet seine Bücher und gibt Zahlen fürs erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt.

Für Freitag (25.09.) haben die deutschen Statistiker keine Veröffentlichungen angekündigt. Der europäische Automobilherstellerverband gibt die Zahl der PKW-Neuzulassungen im August bekannt. In den USA werden der Einkaufsmanagerindex fürs Dienstleistungsgewerbe und Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal veröffentlicht. Die Uni Michigan äußert sich zum US-Verbrauchervertrauen im September.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. Der Motley Fool empfiehlt BMW.

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