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K+S Aktie: Rechtfertigt die Traumbilanz einen Kauf?

Foto: K+S AG

Hier ein DAX-Vertreter aus dem friedlichen Nordhessen: K+S (WKN:KSAG88) sind in Kassel zuhause und erst seit 1993 eine AG. Und scheinbar ganz der Umgebung geschuldet macht man auch bodenständige Produkte – Düngemittel und Salz. Keine Sorge, du bist hier nicht aus Versehen ins frühe 19. Jahrhundert gerutscht! Damit kann man – wie K+S beweisen – still und leise noch jede Menge Geld verdienen, darüber hinaus rund 14.000 Menschen Arbeit geben. So ist das Unternehmen vor allem eines: Big Business.

In diesem Artikel erfährst du, was die K+S-Aktie so stark macht , bzw. warum du vielleicht doch noch einmal den begeisterten Anruf beim Broker verschieben solltest. Mit anderen Worten: eine knackige Analyse einer feinen DAX-Aktie, wie du sie aus dieser Serie vielleicht schon kennst.

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Worum genau geht es bei K+S?

Obwohl K+S vorrangig mit den großen Säulen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz aufgestellt ist, verdient man sein Geld auch noch mit einer ganzen Reihe anderer Produkte und Dienste, darunter Baustoffrecycling, Beratung, Entsorgung und Transportunternehmen. Im Folgenden siehst du die Umsätze der einzelnen Geschäftsbereiche im letzten Geschäftsjahr.

Geschäftsbereich Umsatz Umsatzanteil
Kali und Magnesium 1,96 Mrd. Euro 51 %
Salz 1,78 Mrd. Euro 47 %
Komplementäre Aktivitäten 0,19 Mrd. Euro 5 %
Corporate -0,11 Mrd. Euro -3 %
Gesamt 3,82 Mrd. Euro 100 %

Datenquelle: Capital IQ

Die Anfänge des Unternehmens reichen dabei bis ins Jahr 1889 zurück (damals unter dem Namen „Salzdetfurth AG“); die jetzt als K+S Aktiengesellschaft bekannte Körperschaft besteht allerdings erst seit 1999. Und die nächsten richtig großen News stehen wohl gerade bevor: Denn derzeit (Stand 17.9.) wirbt die kanadische PotashCorp. (WKN:A0YHL0) mächtig um K+S. Manche Insider berichten, dass eine feindliche Übernahme nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte.

Warum willst du die Aktie unbedingt im Portfolio haben?

Die eindeutigsten Gründe einmal gleich zuerst: Geld. Cashflow. Gute Bilanzen. K+S verfügt über ein sehr stabiles Finanzgefüge. Wichtige Zahl hierzu: 45 %. Denn das ist das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Also stammt fast die Hälfte des gesamten Kapitals aus Quellen wie Aktionären und Gewinnen, der Rest sind Verbindlichkeiten wie Kredite oder Anleihen. Das ist, kurz gesagt, vergleichsweise gut.

Auch die Margen sind ordentlich, 2013 wies man eine operative Marge von 27 % im Kali- und Magnesiumgeschäft auf, 7 % waren es noch im Salzgeschäft. Das klingt erst mal sehr gut, könnte im Vergleich zur direkten Konkurrenz aber gerne noch einen Tick besser sein: So konnten zur gleichen Zeit die bereits erwähnten Übernahme-Geier Potash Corp. satte 36 % im Kaligeschäft aufweisen, im Salzgeschäft zeigten Compass Minerals, dass man auch 16 % Marge herausbekommen kann. Aber das soll nicht zu sehr den positiven Eindruck stören.

Weiterhin ist man richtig gut international aufgestellt. Schätzungen ergeben, dass man von Kassel aus 25 % Marktanteil des weltweiten Salz-Geschäfts bedient, dazu 10 % des Kali-Geschäfts, wenn man den Umsatz in Tonnen in Betracht zieht. Mit K+S setzt man also bei Salz auf den Marktführer, bei Kali auf ein Unternehmen, das ein wichtiges Wörtchen mitzureden hat.

Die Tatsache, dass es sich bei K+S in dieser Branche um den Marktführer handelt, dass sich außerdem die Bilanzen so lesen, als hätte Rosamunde Pilcher sie sich in besonders romantischer Stimmung ausgedacht und man für die Margen schon einmal kurz applaudieren darf, macht die Aktie für mich zu einer sehr, sehr attraktiven Wahl.

Übrigens: Wenn du noch detailreicher in die Vorzüge von K+S einsteigen willst, lege ich dir den Artikel von Fool-Chefredakteur Bernd Schmid aus dem letzten Jahr ans Herz.

Warum ist K+S doch nichts für dich?

Potash Corp ist immer noch am werben und klammern. Zwar hat man die angeblich 41 EUR pro Aktie für die Übernahme als zu wenig abgeschmettert, aber die Kanadier scheinen tatsächlich geradezu besessen davon, K+S zu übernehmen. Was das für das Unternehmen und die Aktie bedeutet, kann man nicht genau voraussehen. Es wird aber gerade von einem Rückstoßeffekt gemunkelt, der eintreten könnte, falls die Übernahme doch nicht klappt – das heißt, dass die Aktie fällt, nachdem sie durch das Werben vom großen Konkurrenten gerade Fahrt aufgenommen hat.

Aber Moment: Ist das vielleicht sogar eine Chance, die Aktie eines mehr als soliden Unternehmens zu einem guten Preis zu kaufen? Richtig. Ist das aber auch nicht alles ein bisschen viel „könnte, hätte, würde“ – auch richtig. Nichts ist sicher. Wer langfristig plant, liegt mit K+S meiner Ansicht nach wie gesagt nicht falsch, sollte aber damit rechnen, dass es zunächst noch einmal steil bergab gehen kann.

Der Kalimarkt ist außerdem nicht gerade ein Markt, der als „heiß“ gilt. Bis Ende 2014 sank der Kalipreis auf ein Mehrjahrestief – das ist etwa ein Drittel des Preises von vor fünf Jahren. Autsch. Zwar sind die Margen für K+S immer noch gut, allerdings muss man sich langfristig fragen, ob man sie aufrechterhalten kann. Denn zum Dumpingpreis veräußertes Kali kann langfristig Kopfschmerzen bereiten.

Außerdem ist da noch ein weiterer Faktor, der bei Investitionen oft nur ein gedankliches Anhängsel ist, für den einen oder anderen aber doch eine Rolle spielen könnte: Der Abbau von Salz ist nicht unbedingt eine saubere Sache. Im Gegenteil. Man muss nur einmal die Kommunen fragen, die am Fluss Werra liegen. Wer also nicht nur den Investitionshorizont auf „looooong“ eingerichtet hat, sondern auch mal in Bezug auf die Umwelt die ganz langfristige Brille aufzieht, könnte mit einem Investment in K+S auf Probleme stoßen, die er selber mit seinem Gewissen ausfechten muss.

K+S kaufen oder nicht kaufen?

Gerade jetzt mit den sehr heftigen Übernahme-Gerüchten ist es vielleicht ganz ratsam, sich K+S nur zuzulegen, wenn man in der Lage ist, Risiken zu stemmen. Du musst dir bewusst sein, dass dich die Aktie beschäftigen wird. Derzeit ist das Unternehmen sicherlich eines, das du im Auge behalten musst – also nichts für die Taktik „kaufen und verstauben lassen“, die man bei anderen großen DAX-Vertretern anwenden könnte. Aber wie es so ist bei Risiken: die können sich echt auszahlen.

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Alex Langer besitzt keine der angegebenen Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt Compass Minerals.

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