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2 Chinesische Aktien, die man nach dem Crash kaufen sollte: Baidu und Vipshop

Foto: Pixabay

Warren Buffett gab einmal den berühmten Ausspruch von sich, man solle „gierig sein, wenn andere ängstlich sind“. Momentan beherrscht die Angst gerade den chinesischen Aktienmarkt und gefährdet Chinas wirtschaftliche Gesundheit. Daher haben die Investoren auch Aktien von sehr guten Unternehmen abgestoßen. Der chinesische Aktienmarkt könnte noch tiefer fallen als jetzt, aber wenn sich der Rauch verzogen hat, würde ich es in Betracht ziehen, zwei Aktien zu kaufen: Baidu (WKN:A0F5DE) und Vipshop Holdings (WKN:A1JVJQ).

Baidu: „Das chinesische Google“

Baidu entwickelte sich aus einer einfachen Suchmaschine heraus in ein Ökosystem an Portalen, Cloudapps und mobilen Diensten. Aber im Gegensatz zu seinem Pendant auf der anderen Seite des Pazifiks will Baidu sich den E-Commerce-Markt nicht durch die Finger gehen hat lassen. Baidu ist gerade dabei, eine „O2O“ oder Online-to-Offline-Plattform aufzubauen, auf der die Nutzer Produkte und Dienstleistungen direkt über seine mobile App bestellen können. Durch die Einbindung von Unternehmen in sein O2O-Ökosystem hofft Baidu, die Nutzer davon abzubringen, Apps von Drittanbietern zu nutzen, die die Nutzerbindung an Baidu vermindern würde.

Diese Expansion erfordert aber größere Investitionen und Akquisitionen, was die Gewinne belastet haben. Im letzten Quartal stiegen die Betriebsausgaben um 56% verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, was einen Einbruch beim operativen Gewinn um 2,5% zur Folge hatte. „O2O und andere Investitionen“ reduzierten die operativen Margen um über 25 Prozentpunkte, während die Investitionen in iQiyi, die hauseigene Videoplattform, weitere 5,1 % aus der Bilanz rissen. Eine schwächer als erwartete Umsatzprognose für das dritte Quartal und die Bekanntgabe von Finanzchefin Jennifer Li, dass die O2O-Marktdurchdringung sich im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ befinde, verschreckte die Investoren.

Das Chaos an der chinesischen Börse machte alles nur noch schlimmer und die Baidu-Aktie hat innerhalb eines Jahres 35% verloren. Die Aktie wird momentan bei nur dem 25fachen der zukünftigen Einnahmen gehandelt, die günstigste Bewertung seit Sommer 2013. Damals waren die Investoren ähnlich besorgt, dass große Investitionen Baidu nicht helfen könnten, den Umstieg auf mobile Geräte zu schaffen. Aber diese Investitionen haben sich ausgezahlt. Die Einnahmen aus dem mobilen Bereich machten die Hälfte von Baidus Bruttogewinn im letzten Quartal aus. Das ist ein Anstieg um 30% innerhalb von einem Jahr. Falls Baidus Investitionen in den O2O-Bereich sich auch auszahlen sollten, könnte ein kurzfristiger Gewinnrückgang die Sache durchaus wert sein.

Vipshop: Ein übersehener Underdog

Vipshop Holdings wird im boomenden chinesischen E-Commerce-Markt gerne übersehen. Der Online-Discountmarktplatz stützt sich vor allem auf stark vergünstigte Waren, um die Kunden immer wieder auf seine Website zu locken. Im letzten Quartal stiegen die Einkünfte um 78%, während die Nettoeinkünfte um 147% stiegen. Damit ist Vipshop eine der am schnellsten wachsenden B2C oder Business-to-Customer-Websites in China. Sie waren auch das erste chinesische B2C-Unternehmen, das schwarze Zahlen schrieb (Ende 2013).

Trotzdem bleibt Vipshop ein kleiner Fisch im riesigen B2C-Markt. Im letzten Jahr hatten sie nur 2,9% Marktanteil, verglichen mit Tmall mit 61,4% und JD.com mit 18,6%. Dieser Markt ist nicht sehr nachsichtig mit kleineren Anbietern, die oft die Preise senken müssen und viel für Werbeaktionen ausgeben müssen, bloß um nicht im Lärm der anderen unterzugehen.

Quelle: Screenshot des Autors

Quelle: Screenshot des Autors

Doch trotz dieser Herausforderungen hat Vipshop den Erstanbietervorteil, was die größeren Konkurrenten wie JD.com dazu zwang, ähnliche Strategien zu verfolgen. Vipshop hat auch eine komfortable Nische gefunden. Sie verkaufen übriggebliebene und Off-Season-Produkte von großen Einzelhändlern. Zum Beispiel könnten Tmall und JD.com einen großen Bekleidungshersteller kontaktieren, um deren Produkte online zu verkaufen, aber Vipshop geht direkt an die entsprechende Unterabteilung, um ihnen günstig übriggebliebene Waren abzunehmen. Sie haben auch ihren „Group Buy“-Service seit dem dritten Quartal 2014 verkleinert. Danach stiegen die Betriebsergebnisse von 2,9% auf 4,9% zwischen Q2 2014 und Q2 2015.

Vipshop wird gegenwärtig mit dem 47fachen seiner Gewinne gehandelt, obwohl man dieses Jahr fast 20% verloren hat. Die Aktie ist nicht billig, aber sie ist deutlich günstiger verglichen mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 Ende 2014. Mit dem 19fachen seiner zukünftigen Gewinne scheint die Aktie deutlich vernünftiger bewertet.

Foolishes Fazit

In chinesische Aktien zu investieren ist nichts für Leute mit Herzproblemen. Trotzdem glaube ich, dass viele Investoren bei Baidus O2O-Investitionen einfach überreagieren. Das könnte sich in ein paar Jahren schon auszahlen. Sie übersehen auch die überraschende Widerstandsfähigkeit von Vipshop im Haifischbecken des B2C-Marktes und deren beeindruckende Fähigkeiten bei der Erhöhung der Margen. Darüber hinaus schaffen sie es auch, dreistelliges Bruttogewinnwachstum im Schatten von übermächtigen Konkurrenten zu erzeugen. Daher glaube ich, dass, falls es mit dem chinesischen Markt noch weiter nach unten geht, Investoren diese beiden Qualitätsaktien zu Spottpreisen kaufen sollten.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Baidu und Google (A und C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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