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Sollte sich Microsoft wegen dieses Klons seines Surface Pro Sorgen machen?

Foto: Pixabay, Pezibear

Wenn Nachahmung das ehrlichste aller Komplimente ist, müssten die Leute, die in Microsofts (WKN:870747) Surface Pro Pseudo-Tablet-Abteilung arbeiten, im siebten Himmel sein. Wie Microsoft im letzten Quartal demonstriert hat – sein viertes Quartal im Finanzjahr 2015 – ist der 44%ige Anstieg seiner Computing- und Gamingeinnahmen größtenteils den starken Surface-Verkaufszahlen zu verdanken.

Mit fast 900 Millionen USD Einnahmen im letzten Quartal und stolzen 3,6 Milliarden USD im Geschäftsjahr hat Microsofts Surface offensichtlich bei den Konsumenten Anklang gefunden, die nach hybriden Computing-Lösungen suchen. Laut Daten von Gartner gibt es viele Leute, die nach dem suchen, was Microsofts Surface zu bieten hat. Gartner erwartet, dass Hybridgeräte-Lieferungen in diesem Jahr um 70 % im Vergleich zu 2014 steigen könnten. Da so viel auf dem Spiel steht, überrascht es nicht, dass Microsoft sich auf Wettbewerb einstellt, sogar seitens seiner Langzeitpartner wie beispielsweise Chinas Lenovo (WKN:894983).

Der MIIX 700 wird vorgestellt

Berlin war der Gastgeber der diesjährigen IFA Consumer Electronics Messe, die vom 4. Bis 9. September stattfand. Da die IFA eine der größten Versammlung weltweit von Elektronikherstellern ist, stellt sie natürlich den idealen Zeitpunkt für die Vorstellung neuer Produkte für die Massen dar und Lenovo hat genau das getan. Dazu gehörte sein MIIX 700, der so ähnlich aussieht, sich so ähnlich anfühlt und sich ähnlich verhält wie Microsofts Surface Pro 3.

Es musste passieren: Es wird nicht nur erwartet, dass die Verkaufszahlen von Hybrid-Geräten so gut wie die aller anderen mobilen Sektoren übertreffen werden, Microsoft ist auch mit seinem massiven Deal um Nokias Geräte- und Dienstleistungseinheit all-in gegangen, was als Ansage an seine langzeitigen Gerätepartner zu verstehen war.

Sowohl Lenovos MIIX 700 als auch der Surface Pro 3 haben 12-Zoll-HD-Displays, zwei Top-Kameras und 8 GB RAM Standard. Beide können nachgerüstet werden und haben das, was Microsoft einen „kickstand“ nennt, womit die Geräte wie Laptops genutzt werden können. Außerdem sind beide Hybride mit Microsofts neuem Betriebssystem Windows 10 ausgestattet.

Also worum geht es hier eigentlich? Kosten. Ähnlich ausgestattete Lenovo-Modelle – Microsoft verkauft seine Tastaturen separat – werden voraussichtlich diesen November ungefähr 230 USD günstiger auf den Markt kommen, als der Surface Pro 3 heute kostet. Hat Microsoft einen wachsenden Markt erschaffen, nur um von Freunden und Feinden gleichermaßen geschwächt zu werden? Möglicherweise, aber aus einigen Gründen ist das nicht wahrscheinlich.

Nicht so schnell, Lenovo

Etwas versteckt in dem Bericht über die letzten Quartalseinnahmen waren Neuigkeiten darüber zu finden, dass Microsoft versucht hat, seinen Stock an Partnern im Weiterverkauf weltweit drastisch zu erweitern. „In den kommenden Monaten“ wird die Anzahl an Surface-Wiederverkäufern von dürftigen 150 heute auf über 4.500 anwachsen. Wenn Microsoft fast 1 Milliarde USD mit Surface-Verkäufen pro Quartal generieren konnte, als es 150 Weiterverkäufer hatte, stell dir vor, was es mit über 4.500 erreichen kann.

Es könnte eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse im Technologiesektor sein, aber es gibt Gerüchte darüber, dass Microsoft ein eigenes Hardware-Event nach der IFA im kommenden Monat ausrichten wird. Es wird weiter gemutmaßt, dass neben einigen neuen Lumia Smartphones – nein, Microsoft verlässt das Telefongeschäft nicht, wie einige Experten in letzter Zeit vermuteten – und einigen anderen Geräten ein neues Surface Pro 4 im Oktober erscheinen soll – pünktlich zu den Feiertagen.

Was den Preis angeht – es kostet ungefähr 629 USD mit Tastatur – versteht es die Vorliebe der Kunden für Angebote. Mehr Surface-Modelle mit niedrigeren Eintrittshindernissen erscheinen logisch, besonders wenn Microsoft eine neue Version wie den Pro 4 rausbringen sollte. Sollten die Verkaufszahlen steigen, werden außerdem einfache Skaleneffekte den Surfacepreis weiter drücken können.

Dann gibt es da noch CEO Satya Nadellas „Mobile first“-Mantra, was bedeutet, dass Windows 10 auf so vielen Geräten wie möglich laufen soll, unabhängig von dem Gerät oder sogar dem Betriebssystem. Bessere Suchergebnisse und Softwareverkäufe – unabhängig vom Betriebssystem – könnten den Preis auch beeinflussen, wenn sich der Wettbewerb verschärft.

Lenovos neuer MIIX 700 wird nicht der letzte Klon des Surface Pro sein, der auf Microsoft zukommt. Aber mit 45.000 Weiterverkäufern und vielleicht einem Surface Pro 4 in naher Zukunft sollte Microsoft weiterhin wesentlichen Gewinnwachstum in diesem Bereich erleben – und das wird zu Recht die Konkurrenz anlocken.

Mit seiner sicheren Position auf dem Hybridmarkt und einer Abteilung, die gerne neue Modelle herausbringt, müssen sich Microsoft-Investoren nicht sorgen. Wenn überhaupt ist Lenovos neues Gerät die Bestätigung für Microsofts Erfolg.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft. The Motley Fool empfiehlt Gartner.

Dieser Artikel wurde von Tim Brugger auf Englisch verfasst und am 10.9.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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