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GoPro gegen Nokia: Der Kampf der VR Cameras beginnt

Foto: Pixabay, farioff

GoPro (WKN:A1XE7G) hat gerade ein massives Kamera-Rig bestehend aus 16 Kameras auf den Markt gebracht. Es hört auf den Namen Odyssey und wurde zusammen mit Google (WKN:A110NH) entworfen, um Virtual-Reality-Videos zu drehen. Das Paket im Wert von 15.000 USD beinhaltet 16 HERO4 Black Kameras, das zylindrische Odyssey-Gestell, Halterungen, Memory Cards, Kabel und einen Koffer. Es wurde für Googles Jump VR-Videoplattform entwickelt, dessen Software die einzelnen Videospuren in ein ganzes VR-Panorama zusammenfügt. Da das Odyssey eine Nische für Profis ist, verkauft GoPro es auch nur an diejenigen, die sich dafür auf ihrer Homepage anmelden. Das Odyssey sollte nicht mit dem sphärischen VR-Rig von GoPro verwechselt werden, das nur über sechs Kameras verfügt. Für dieses Gerät wird erwartet, dass GoPro die Kolor VR App benutzt, die man vor ein paar Monaten dafür gekauft hat.

GOPRO'S ODYSSEY (L) UND NOKIA'S OZO (R). QUELLE: COMPANY WEBSITES.

GOPRO’S ODYSSEY (L) UND NOKIA’S OZO (R). QUELLE: COMPANY WEBSITES.

Doch GoPro ist nicht das einzige Unternehmen, das High-End VR-Kameras herstellt. Ende Juli stellte Nokia Ozo vor, eine eigene sphärische 360-Grad-Kamera. Verglichen mit dem eher unhandlichen Odyssey ist das Ozo eine elegante, leichte Kugel von etwa der Größe einer Cantaloupe Melone. Das Ozo gibt das VR-Video dann in Standardformaten aus, die in verschiedenen VR-Headsets wie dem Oculus Rift von Facebook angesehen werden können. Das Ozo soll beim Verkaufsstart „einen mittleren fünfstelligen Betrag“ kosten, was dann doch eine deutlich teurere Variante als das Odyssey darstellt.

Die 30-Milliarden-Dollar Gelegenheit

Das Forschungsunternehmen Digi-Capital erwartet, dass der noch junge VR-Markt von annähernd null auf heutigem Stand bis 2020 auf 30 Milliarden USD wachsen wird. Sobald Firmen wie Facebook und Sony ihre VR-Headsets auf den Markt bringen, soll der Markt sich dann auch auf VR-Games, Apps, Erfahrungen und Filme ausweiten. Schon heute kann man sich einen Vorgeschmack davon mit Google Cardboard holen, einem intelligenten Programm, das das Smartphone in ein wenn auch primitives VR-Headset verwandelt. Die App wurde bereist 5 Millionen Mal von Google Play heruntergeladen, was die Entwickler dazu ermutigt hat, ihre eigenen VR-Apps zu programmieren. Um weiteres Interesse an VR-Videos zu generieren, startete Facebook dieses Jahr das Oculus Story Studio, um VR-Videos zu produzieren. Mehrere Hollywoodstudios, darunter Annapurna Pictures und 21st Century Fox haben bereits eigene Abteilungen, die sich mit der virtuellen Realität beschäftigen. Wenn wir bedenken, wie schnell das Interesse an diesem Markt gewachsen ist, werden wohl noch mehr Studios auf diesen Trend aufspringen sobald Facebooks Oculus Rift, Sonys Project Morpheus und andere VR-Headsets auf den Markt kommen. Dann könnte der Markt ungeahnte Höhen erreichen.

 

GOOGLE CARDBOARD. QUELLE: GOOGLE.

GOOGLE CARDBOARD. QUELLE: GOOGLE.

GoPro ist nicht mehr nur für Surfer

GoPro wird oft als eine Marke für Surfer oder Extremsportler gesehen, aber die Actionkameras wurden in der Vergangenheit auch benutzt, um Filme und Fernsehserien zu filmen. Die Helmkameras von GoPro wurden benutzt, um die Skydiving-Szenen in Captain Phillips zu drehen. Die ungewohnten Einstellungen aus der Ich-Perspektive in Breaking Bad wurden auch mit GoPro-Kameras gedreht. Diese Beispiele zeigen, dass GoPro schon eine Basis in Hollywood hat, worauf man das VR-Geschäft dann auch weiter ausbauen kann. Googles neue interaktive VR-Videos auf Youtube und die Jump-Partnerschaft könnten GoPro zum ersten Ansprechpartner bei steigender Nachfrage machen. Verglichen mit GoPro hat Nokia deutlich weniger Erfahrung in Hollywood. Trotzdem hat Jaunt VR, ein VR-Filmstudio, das auch seine eigene Kamera entwickelt, bereits zugesagt, mit dem Ozo zu arbeiten.

Warum GoPro-Investoren das kümmern sollte

Das VR-Rig von GoPro ist ein Nischenprodukt, aber es könnte den noch jungen VR-Kameramarkt dominieren lange bevor die Konkurrenz ihre Produkte veröffentlicht. Schließlich hat GoPros erster Vorstoß in diesem Markt ihnen einen Vorteil verschafft, mit dem sie laut IDC die Hälfte des weltweiten Marktes bereits übernommen haben. Das VR-Material könnte auch das GoPro-Netzwerk, das Herzstück von GoPros Medienexpansion, mit eindrucksvollen Videos verbessern. Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass VR eine Möglichkeit für GoPro darstellt, sich mit neuen Produkten und Diensten etwas zu diversifizieren. Falls das VR-Geschäft stetig wächst, könnte es ein wichtiger Zusatz zur Markteinführung der neuen High-End-Kamera und Drohnen im nächsten Jahr sein.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Facebook, Google (A und C Aktien) und GoPro.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 11.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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