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Sollte man jetzt BP, Glencore und Tesco kaufen?

Foto: CC0 Public Domain.

Findest du es nicht auch toll, wenn eine ganze Industrie in Schutt und Asche liegt und wir dann viele Aktien zu günstigen Preisen bekommen? Vor ein paar Jahren traf es die Finanzbranche, heute ist es der Rohstoffsektor, der gerade schlimme Zeiten durchmacht.

Der Ölsektor wird sich erholen

BP (WKN:850517) bestätigte im zweiten Quartal, man habe prinzipiell eine Einigung gefunden, um das Desaster im Golf von Mexiko beizulegen. Nachdem man bedeutende Veräußerungen getätigt hatte (geplant sind noch mehr), sieht die Nettoschuldensituation des Unternehmens stabil aus.

Kostspielige Projekte wurden auf später verschoben und dank der Sparmaßnahmen ist BP jetzt gerüstet, um den niedrigen Ölpreisen noch mehrere Jahre trotzen zu können. Ich schätze, der Unternehmenswert wird stark steigen, sobald sich der Ölpreis erholt hat. Und das wird er, denn bei den heutigen Preisen können einige ölexportierende Länder nicht gewinnbringend arbeiten und werden vielleicht sogar pleite gehen.

Es besteht die Möglichkeit, dass der Ölpreis kurzfristig noch weiter fallen wird. Darüber hinaus könnte man die Dividende kürzen. Beides wird sicher den Aktienkurs von BP noch weiter belasten. Aber lassen wir doch mal die Hoffnung beiseite, das kurzfristige Timing richtig hinzubekommen, denn ich bin überzeugt, in ein paar Jahren werden wir auf diese Zeit zurückblicken und uns an die perfekte Gelegenheit zum Kauf von BP erinnern.

Mit einem aktuellen Aktienkurs von 346p ist BP für mich ein langfristiger Kauf.

Das Minengeschäft ist nicht tot

Den Zusammenbruch des Minensektors haben nur die effizienteren Unternehmen überstanden und es sieht so aus, als hätte die Krise Glencore (WKN:A1JAGV) und zu einer Profitmaschine gemacht. Diese Woche hat das Unternehmen beschlossen, einige Veräußerungen vorzunehmen und neue Aktien auszugeben, um seine Schulden zu bedienen. Die Kupferproduktion wird aufgrund schwacher Nachfrage ausgesetzt und die Dividende wird gestrichen.

Das sollte doch die Bilanzen aufbessern und Glencores langfristige Zukunftsperspektiven besser aussehen lassen. Meiner Meinung nach machen sie im Moment alles richtig und die Märkte scheinen dem zuzustimmen. Seit der Ankündigung am Montag Morgen stieg die Aktie um 18%.

Die Nachfrage nach Metallen und Mineralien wird solange nicht aufhören, solange es Menschen auf diesem Planeten gibt. Die aktuelle Leidenszeit wird spätestens dann vergessen sein, wenn die meisten Leser dieses Artikels in Rente gegangen sind.

Bei 145p ist Glencore für mich immer noch ein langfristiger Kauf.

Eine Superinvestition?

Die dritte Aktie ist eine, die ich allerdings nicht kaufen würde. Aber auch hier hat man alle nötigen Schritte ergriffen, um die langfristige Zukunft des Unternehmens zu verbessern. Es handelt sich um Tesco (WKN:852647). Der kürzlich angekündigte Verkauf seiner koreanischen Sparte könnte der letzte Schritt sein, um die Bilanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen und um die Kostenkürzungen noch weiter voran zu treiben. Irgendwie ironisch, da diese Expansion in der Vergangenheit als eine der Stärken von Tesco angesehen wurde.

Der Verkauf soll in Q4 abgeschlossen sein, wird Tescos Schuldenlast deutlich erleichtern und sollte den Fokus mehr auf den Heimatmarkt legen. Bei einem Preis von 192p ergibt sich ein zukünftiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 für Februar 2017, das Jahr, in dem die Gewinne sich stark erholen sollen. Könnte Tesco vielleicht schon das Schlimmste hinter sich haben?

Die Betriebskosten von Tesco sind immer noch etwas höher als die von Lidl und Aldi, aber im Gegensatz zu den beiden bietet Tesco Online-Shopping und Lieferservice, was ein großes Plus ist. Aber die Aktie ist immer noch zu teuer für mich.

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Dieser Artikel wurde von Alan Oscroft auf Englisch verfasst und wurde am 09.09.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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