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Ein falscher Grund, Aktien von Royal Dutch Shell zu kaufen

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Ich bin davon überzeugt, dass der durch den starken Fall der Ölpreise bedingte Aktienkursrückgang von Energieunternehmen geduldigen und wertorientierten Investoren eine Chance eröffnet hat. Unter den Öl- und Gasgiganten sieht zurzeit Royal Dutch Shell plc (WKN:A0D94M) wie eine solche Chance aus. Allerdings gibt es einen Grund, der keine ausreichende Rechtfertigung für den Aktienkauf liefert: Die aktuelle Dividendenrendite von 4,7 %.

Quelle: The Motley Fool

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Mein Fool U.K.-Kollege Rupert Hargreaves hat vor Kurzem auf Shells Dividendengeschichte hingewiesen, um auf die zukünftige Nachhaltigkeit seiner Dividende zu schließen. Er schrieb: „Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat Shell seine Dividende jedes Jahr bezahlt und erhöht und das ist ein glänzender Erfolg, den das Management sicher nicht so bald unterbrechen möchte.“

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Aber manchmal muss „möchten“„müssen“ weichen, wenn ein Unternehmen (oder sogar eine ganze Branche) unter Zwang steht. Das Industriekonglomerat General Electric (WKN:851144) hat zum Beispiel am 27. Februar 2009 seine Dividenden zum ersten Mal seit 1938 gekürzt (um mehr als ein Drittel von 0,31 USD auf 0,10 USD pro Anteil).

Am nächsten Tag fiel die Aktie um 10,6 %, womit GEs Dividendenrendite von 14,6 % auf 5,3 % fiel. (Nichtsdestotrotz hat sich das als einmalige Chance darauf, GE zu kaufen, erwiesen: Die derzeitige Dividende zeigt einen 12,1 %igen Ertrag auf diesen tiefen Preis).

Shell sieht seine Dividende als wesentlich und weiß, dass die Aktien ein Standbein für einkommensorientierten U.K.-Investmentfonds sind. Außerdem ist Shell dafür bekannt, sehr konservativ zu agieren. Ich frage mich jedoch, ob dieser Ruf, dem eine besondere Unternehmensgeschichte zugrunde liegt, immer noch passend ist.

In einem Blogeintrag (den man mit Registrierung kostenfrei lesen kann) auf der Website der Financial Times, der unbedingt von Shell-Investoren gelesen werden sollte, argumentiert Nick Butler, dass der Ruf und die derzeitige Situation von Shell nicht miteinander vereinbar seien:

Prinzipiell ist nichts falsch daran, große Risiken einzugehen. Es ist jedoch verwunderlich, wenn ein Unternehmen, welches eine starke Geschichte voll Vorsicht prägt, die bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreicht, eine Reihe von Wetten eingeht, die der gängigen Auffassung widersprechen. Das Unternehmen in Frage ist Shell, welches in den letzten paar Monaten drei große Risiken eingegangen ist.

Diese drei Risiken sind: Die Akquisition der BG Group, arktisches Bohren an der Nord-West Küste Alaskas und ein vorgeschlagenes strategisches Bündnis mit Russlands Gazprom. Alle drei hält Butler für untypisch für Shell.

Die Annahmen, die hier zugrunde liegen, stehen im Widerspruch zur Marktstimmung. Würde ein anderes Unternehmen diesen Ansatz verfolgen, würde ich denken, es sei von einer cleveren Präsentation in den Irrglauben versetzt worden, Energiepreise würden in den nächsten Jahren steigen – auf 150 USD oder 200 USD pro Barrel zum Beispiel. Oder dass es durch Entscheidungen gebunden ist, die es getroffen hat, als der Ausblick noch anders aussah und jetzt nicht zurückziehen kann ohne sein Gesicht zu verlieren.

In den meisten Unternehmen sind solche Fehler möglich. […] Aber Shell ist ein solch ernsthaftes Unternehmen, dass irrationales Verhalten unglaubwürdig scheint. Das bedeutet, sie müssen dort etwas wissen oder glauben, was der Rest von uns übersehen hat.

Ich glaube, dass Shells Dividende für mindestens die nächsten Quartale sicher ist. Bleibt jedoch der Ölpreis niedriger und länger tief als die meisten Menschen jetzt glauben (die nächsten Jahre zum Beispiel), wäre die Dividende in echter Gefahr.

Zumindest einige Investoren (oder Spekulanten) teilen diese Ansicht: Zum Marktschluss am 9.9. war der Preis von Shells Dezember 2017 Dividenden-Futures zu einem 30 %igen Rabatt im Vergleich zu denen, die im kommenden Dezember auslaufen, zu haben.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier auf Englisch verfasst und am 9.9.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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