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Aktien im Rückblick: Übernahmefantasie treibt den Kurs von K+S, Kurseinbruch bei E.ON und RWE

Die Börsenwoche begann freundlich und die positive Stimmung hielt immerhin für drei Handelstage. Am Montag und Dienstag freuten sich die Markteilnehmer darüber, dass aus China zur Abwechslung einmal nur wenig Beunruhigendes zu hören war, und am Mittwoch trieben echte Kursgewinne in Asien auch die deutschen Börsen an.

Erst am Donnerstag erinnerten sich die Börsianer daran, dass es im September vielleicht doch zu einer US-Leitzinsanhebung kommen könnte. Man wurde also wieder etwas vorsichtiger.

Wichtige Nachrichten gab es in dieser Woche eigentlich nur für die drei DAX-Werte RWE, E.ON und K+S. Die Kurse der beiden Versorger und des Düngemittel-Konzerns reagierten entsprechend…

Was war an der Börse los?

Die Umsätze auf Xetra und dem Parkett waren am Montag relativ gering, denn die deutschen Marktteilnehmer mussten ohne Impulse aus New York auskommen. Dort waren die Börsen wegen eines US-Feiertags geschlossen. Trotzdem konnte der DAX (WKN:846900) leicht zulegen und sich um 0,7 % auf 10.109 Punkte verbessern.

Der beste Wert im deutschen Leitindex war die Aktie des Salz- und Düngerherstellers K+S (WKN:KSAG88), die sich um 4,1 % verteuerte. Grund für den Kurssprung: Die „FAZ“ hatte berichtet, dass der kanadische Konkurrent Potash seine Übernahmebemühungen verstärkt und mit Merrill Lynch mittlerweile eine dritte Investmentbank als Berater engagiert habe.

Gegenläufig entwickelten sich die Kurse der beiden großen Versorger, die in der Vorwoche fast im Gleichschritt in die Grütze gegangen waren: Während der Aktienkurs von E.ON (WKN:ENAG99) um 1,1 % stieg, gaben die Anteilscheine von RWE (WKN:703712) 0,2 % ab. Marktteilnehmer begründeten dies mit der zum Wochenanfang bekannt gegebene Einschätzung eines amerikanischen Analysehauses, das bei RWE drastische Dividendenkürzungen prophezeit und E.ON zum Branchenfavoriten gekürt hatte.

Am Dienstag dominierte in Frankfurt der Optimismus. Vor Handelsbeginn veröffentlichte Zahlen zu den deutschen Exporten hatten für den Monat Juli ein Rekordhoch ausgewiesen und die Importe nach Deutschland waren stärker als erwartet gestiegen. Das deutsche Kursbarometer quittierte diese Nachrichten mit einem Anstieg um 1,6 % auf 10.271 Zähler.

An die Spitze der DAX-Tabelle setze sich wieder K+S mit einem Kursgewinn von 7,3 %. Die Aktie profitierte wie am Vortag von Berichten über Potashs Übernahmeaktivitäten. Diesmal hatte das Handelsblatt berichtet, dass der kanadische Konzern im Zweifelsfall auch eine feindliche Übernahme durchziehen wolle. Zwei positive Studien von US-Investmentbanken verhalfen außerdem der Commerzbank (WKN:CBK100) zu einem Plus von 6,8 %. RWE konnte 5,7 % zulegen. Ein Analyst, der bei den Marktteilnehmern als sehr prognosesicher für diese Aktie gilt, hatte zuvor gesagt, dass nach dem Kurssturz der vergangenen Wochen nun Zeit für eine Atempause sei.

Auch am Mittwoch standen die Kursampeln auf Grün, da sowohl der japanische als auch die chinesischen Indizes am Morgen stark gestiegen waren. Der DAX kletterte zeitweise um mehr als 2 %, musste aber im Laufe des Nachmittags wegen einer schwachen Wall Street den Großteil seines Gewinns wieder abgeben. Bei Handelsschluss verblieb beim Stand von 10.303 Zählern ein Plus von 0,3 %. Besonders stark gefragt waren Automobilaktien:  BMW (WKN:519000) legte 1,8 % zu, Volkswagen (WKN:766400) verbesserte sich um 1,7 % und Daimler (WKN:710000) erreichte ein Plus von 1,3 %.

Die parkettastrologische Einschätzung zur Versorgerbranche, die E.ON-Papieren noch am Dienstag zu einem starken Kursanstieg verholfen hatte, war bereits am Donnerstag überholt. Die Aktie brach um satte 7,61 % und markierte damit einen neuen Tiefststand. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, dass es sein Kernenergie-Geschäft nicht wie geplant ausgliedern und deshalb die Verantwortung für Betrieb und Rückbau weiterhin tragen werde.

Der DAX verbuchte am Donnerstag einen weiniger spektakulären Verlust von 0,9 % und schloss beim Stand von 10.210 Punkten. An die Spitze der Blue-Chip-Liste setzte sich Lanxess (WKN:547040) mit einem Anstieg von 3,1 %.

Auch am Freitag überwog die Farbe Rot auf der Frankfurter Kurstafel. Der DAX verlor bis zum Nachmittag rund 0,5 %. Am schlimmsten erwischte es wieder die Energiekonzerne E.ON und RWE, deren Aktien sich um mehr als 2 % verbilligten.

Wie geht es weiter?

Am Montag (14.09.) sind weder Zahlen von wichtigen Unternehmen noch Daten von deutschen Statistikern zur Veröffentlichung angekündigt. Interessant wird es erst am Dienstag (15.09.), wenn der europäische Automobilhersteller-Verband die Kfz-Zulassungszahlen für Juli und August und das ZWE die deutschen Konjunkturerwartungen für September bekannt geben. Aus den USA erreichen uns Meldungen über den Einzelhandelsumsatz, die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung im August. Außerdem gibt es Informationen über die US-Lagerbestände im Juli.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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