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Ist nun der perfekte Zeitpunkt, BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American zu kaufen?

Foto: Wikimedia Commons, Yewenyi

Unter schwierigen Marktbedingungen und der Ungewissheit über Chinas wirtschaftliche Perspektiven sind die Rohstoffpreise in den letzten Wochen auf neue Tiefstwerte gefallen. In jüngster Zeit mussten Eisenerz- und Ölpreise besonders viel einstecken, aber auch die Preise anderer Rohstoffe blieben nicht unverschont. Investoren haben einen Rückgang der chinesischen Wirtschaft schon lange vorhergesehen, aber Chinas Wirtschaftswachstum scheint sich viel schneller zu verlangsamen, als von vielen Analysten zuvor prognostiziert.

Es ist schwierig zu sagen, wann ein Ende der sinkenden Rohstoffpreise in Sicht ist, aber es scheint, als hätten wir das Schlimmste überstanden. Wenn die Preise noch weiter fallen, werden Produzenten mit höheren Herstellungskosten und schwachen Bilanzen aus dem Markt gedrängt, was wiederum den Preisen etwas unter die Arme greifen würde. In diesem Sinne ist eventuell jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen, Aktien von Produzenten mit niedrigen Herstellungskosten und geringem Verschuldungsgrad zu kaufen.

BHP Billitons (WKN:850524) bereinigtes Ergebnis je Aktie fiel im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, um 51,6 % auf 1,207 USD. Obwohl BHP mit den Prognosen der Analysten für den Jahresgesüberschuss nicht mithalten konnte, war bei dem Unternehmen ein Fortschritt mit steigendenden Produktionszahlen und sinkenden Herstellungskosten zu erkennen. Die Free-Cashflow-Generierung verlief relativ solide und fiel lediglich um 26 % auf 6,3 Mrd. USD. So konnte man die Nettoverbindlichkeiten um 5 % auf 24,4 Mrd. USD senken. Jedoch drückte ein erheblicher Rückgang der Profitabilität das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA von 0,85 auf 1,11.

Explorations- und Investitionsaufwendungen fielen um 24 % auf 11 Mrd. USD und das Management geht davon aus, dass weitere Kürzungen den Investitionsaufwand bis 2016 auf 8,5 Mrd. USD und bis 2017 auf 7 Mrd. USD senken werden. BHPs Führungsetage gab bekannt, dass sie auch weiterhin hinter ihrer progressiven Dividendenpolitik steht. Im Zuge dessen wurde die Dividende um 2 % auf 1,24 USD je Aktie erhöht.

Da Rohstoffpreise im August noch tiefer gesunken sind, wird das neue Geschäftsjahr 2015/2016 für das Unternehmen eine harte Nummer. Aber BHP sollte den Abschwung der Rohstoffpreise gut überwinden können. BHP zählt in der Branche mit einer EBITDA-Marge von 50 % zu einem der Produzenten, mit den niedrigsten Herstellungskosten.

Rio Tinto (WKN:852147) konzentriert sich mehr auf das Eisenerzgeschäft, das letztes Geschäftsjahr für 87 % des bereinigten Ergebnisses des Unternehmens verantwortlich war. Die Perspektiven für Eisenerz sind weniger attraktiv als für den Großteil der Basismetalle, da das Eisenerz-Angebot viel schneller wächst als das Angebot der meisten anderen Rohstoffen und die Nachfrage nach Metall stark von China abhängig ist.

Bei den niedrigen Eisenerzpreisen ist es unwahrscheinlich, dass Rio seine Investitionsaufwendungen und fortlaufenden Dividendenzahlungen aus seinem operativen Free Cashflow begleichen kann. Aber da Rio mit einer Nettoverschuldung von 12,5 Mrd. USD und einem Nettoverschuldung-EBITDA-Verhältnis von 0,64 zu den Bergbauern mit den niedrigsten Verschuldungsraten gehört, läuft Rio nicht ernsthaft Gefahr, sein Investment-Grade-Rating zu riskieren, wenn es seine Dividendenzahlungen mit zusätzlichem Fremdkapital finanziert.

Anglo Americans (WKN:A0MUKL) Dividendenrendite von 7,7 % bestätigt die weitverbreitete Meinung, dass sich der Bergbaukonzern in einer schwierigen Lage befindet. Seine Bilanz scheint mit einer Nettoverschuldung von 13,5 Mrd. USD und einem geschätzten Nettoverschuldung-EBITDA-Verhältnis von 1,99 äußerst anfällig zu sein. Außerdem waren die Produktionskosten von Anglo American im ersten Halbjahr 2015 bei einer EBITDA-Marge von 25 % sehr hoch.

Das Diamantgeschäft ist das echte Juwel des Konzerns und für 30 % des bereinigten Gewinns verantwortlich. Der Diamantpreis hält sich recht solide und fiel in der ersten Hälfte 2015 um nur 5 %. Die Nachfrage nach Diamantschmuck bleibt stabil. Die USA macht 40 % der weltweiten Diamantnachfrage aus und ist der größte Absatzmarkt des Unternehmens.

Obwohl Anglo American von seinem einzigartigen Diamantgeschäft profitiert, bedeuten sein höherer Verschuldungsgrad und seine höheren Produktionskosten auch gleichzeitig ein viel höheres Risiko. Noch niedrigere Rohstoffpreise würden Anglo Americans Free Cashflow aufgrund seiner niedrigen Margen noch weiter unter Druck setzen. Deshalb ist es durchaus realistisch, dass das Unternehmen seine Dividende in den nächsten 12 Monaten einstellen wird. Wenn dies passiert, könnte Anglo Americans Aktienkurs weiter abfallen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien. Dieser Artikel wurde von Jack Tang auf Englisch verfasst und am 3.9.2015 auf Fool.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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