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Warum Tesla im 4. Quartal Gas geben muss

Tesla Model S. Quelle: The Motley Fool

Es kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig das vierte Quartal für Tesla (WKN:A1CX3T) sein wird für die Erreichung der Jahresziele. Bei Tesla stützt sich hierbei alles auf vollelektrische Fahrzeuge, das Model X SUV, dessen Auslieferung zum Ende des dritten Quartals beginnt. Darüber hinaus hat man sehr ambitionierte Verkaufsziele für das laufende Jahr, was natürlich ein entsprechend starkes Q4 voraussetzt. Im selben Zeitraum soll auch die Batteriesparte Tesla Energy noch einen Sprung nach vorne machen.

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Teslas großes Quartal

Warum ist es für die Aktionäre von Tesla so wichtig, über das vierte Quartal nachzudenken? Warten wir nicht gerade auf die Ergebnisse aus dem dritten?

Natürlich werden die Zahlen und Fahrzeugverkäufe aus dem dritten Quartal auch wichtig sein, doch als Investor hat man ja schon beträchtliche Einblicke in Q3. Tesla gab bei der Veröffentlichung des zweiten Quartalsberichts an, man plane etwa 11.500 Fahrzeuge in Q3 zu verkaufen. Angesichts der Tatsache, dass diese Prognosen in der Vergangenheit immer recht genau waren, ist es wahrscheinlich, dass die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge nicht weit davon abweichen sollte. Natürlich wird es in dem Bericht noch genug andere Zahlen zum Grübeln geben, aber da Tesla unglaublich hohe Erwartungen an das vierte Quartal stellt, werden sich die Investoren beim dritten Quartalsbericht wohl am meisten für die Aussichten für Q4 interessieren.

Für das laufende Jahr erwartet Tesla, laut dem zweiten Quartalsbrief an die Aktionäre, zwischen 50.000 und 55.000 Fahrzeugen zu verkaufen. Bisher hat man etwa 21.600 Fahrzeuge ausgeliefert, die Erwartungen für Q3 liegen bei 11.500. Damit bleiben 19.400 für Q4.

In der Grafik siehst du die Zahlen der letzten Quartale. Die mit Sternen markierten Bereiche stützen sich auf Berechnungen mit den Zahlen aus Q3 und dem prognostizierten Jahreswert. Quelle: Autor

In der Grafik siehst du die Zahlen der letzten Quartale. Die mit Sternen markierten Bereiche stützen sich auf Berechnungen mit den Zahlen aus Q3 und dem prognostizierten Jahreswert. Quelle: Autor

Um zu zeigen, welche Erwartungen auf dem vierten Quartal ruhen, sehen wir uns einmal die Zahlen an. Bei jetziger Prognose müsste der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 97% steigen, um die Marke von 52.500 Fahrzeugen zu erreichen. Das ergibt dann einen Anstieg von etwa 54% im ersten Halbjahr und um 48% in Q3.

Ist man abhängig vom Model X oder nicht?

Obwohl man beim Model X gegen Ende von Q3 mit den Auslieferungen beginnen will, legte das Management im Laufe des letzten Jahres überraschenderweise nahe, man erwarte, diese großen Ziele mit dem Model S, nicht mit dem Model X, zu erreichen. Im dritten Quartal des letzten Jahres, beispielsweise, gab Tesla an, vom Model S in 2015 annähernd 50.000 Stück absetzen zu wollen. Das Management ging sogar soweit zu sagen, man würde gar keine Verkäufe des Model S in China brauchen, um dieses Wachstum zu erreichen. Um diese Ziele in diesem Jahr noch zu erreichen, müsste man noch 17.000 Fahrzeuge des Model S in Q4 absetzen. Das wären 5.500 mehr als in jeden anderen Quartal bisher und 73% mehr als im Vorjahresquartal.

Wenn man über die Schätzungen von 49.000-50.000 Auslieferungen hinausgeht, dann scheint Tesla doch sehr abhängig vom Model X zu sein. Im Brief an die Aktionäre in Q2 gab man an, “ein geringer Anteil” der erwarteten 11.500 Auslieferungen würden auf das Model X fallen. Aber der Schlüssel zu Q4 ist das Model X. Zuerst hatte man ja ein Ziel von 55.000 Auslieferungen angegeben, was im zweiten Quartal auf 50.000 bis 55.000 herunter korrigiert wurde, um mehr Spielraum für die Produktion des Model X und die Auslieferungen zu haben.

Im Brief an die Aktionäre aus dem zweiten Quartal erklärte Tesla, wie wichtig das Model X in Q4 sein würde.

Wir planen ein Auslieferungsvolumen zwischen 50.000 und 55.000 Fahrzeugen der Typen Model S und Model X für 2015. Die Montage und Testphase für das Model X laufen wie geplant, doch es gibt viele Einflussfaktoren, wovon die Produktion und Auslieferungen in Q4 abhängen. Wir testen gerade noch, ob unsere vielen Zulieferer in der Lage sind, qualitativ hochwertige Teile in entsprechenden Mengen zu liefern, um unsere geplanten Ziele zu erreichen. Da die Produktion in Q4 rapide ansteigen soll, könnte eine Verzögerung von einer Woche aufgrund von Problemen mit auch nur einem Zulieferer schon dazu führen, die Produktion des Model X auf 800 Einheiten in diesem Quartal zu reduzieren.

Teslawerk in Fremont. Bildquelle: Tesla Motors.

Teslawerk in Fremont. Bildquelle: Tesla Motors.

Sollte der Produktionsanstieg für das Model X die Erwartungen nicht erfüllen, könnte das auch die Produktion des Model S in Mitleidenschaft ziehen, gab Tesla an.

Da beide Modelle auf derselben Montagestraße gefertigt werden, könnten Probleme beim Model X auch die Produktion des Model S verlangsamen.

All das zeigt, warum das vierte Quartal für Tesla so wichtig sein wird. Man setzt sich jetzt ambitioniertere Wachstumsziele als zum Start des Model S. Doch kann Tesla auch seine eigenen hohen Erwartungen erfüllen?

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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