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Das Wichtigste zur Daimler AG in einer Minute

Foto: Wikimedia Commons

Falls du meine früheren Artikel über die Daimler AG (WKN:710000) gelesen hast, weißt du, dass ich den schwäbischen Autohersteller für eine sehr gute Anlagechance halte. Teilweise aufgrund des kurzfristigen positiven Momentums: Die Firma hat ihre deutschen Wettbewerber in der ersten Jahreshälfte deutlich übertroffen. Wichtiger sind aber die langfristige Überlegungen — und Daimler ist auch unter Berücksichtigung dieses Aspekts meine Lieblings-Autofirma.

Bevor wir die Vor- und Nachteile des Unternehmens besprechen, schauen wir mal — wie in unserer Artikelserie zu den DAX Firmen üblich — was Daimler genau macht.

Womit Daimler sein Geld verdient

Die Daimler AG ist der drittgrößte Automobilkonzern weltweit, basierend sowohl auf Umsatz als auch auf Gewinn. Nur Volkswagen und Toyota sind größer — aber die Stuttgarter wachsen schneller als die beiden anderen Autoriesen. Im Jahr 2014 erreichte Daimler einen Umsatz von 130 Milliarden Euro und einen Gewinn von 7,3 Milliarden Euro, wobei der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10 % gestiegen ist. Die Firma ist #17 auf der Fortune Global 500 Liste und wächst rasant: Außer Daimler gab es nur eine andere Firma in den Top 20 der Liste, die 2014 ebenfalls ein zweistelliges Umsatzwachstum hinlegte.

Der Großteil des Umsatzes kommt — weniger überraschend — aus dem Autobereich, aber Daimler produziert auch LKWs, Vans und Busse und hat auch ein Segment für Finanzdienstleistungen. Die folgende Grafik zeigt, wie all diese Segmenten zum Umsatz und zur Profitabilität beitragen.

Quelle: Unternehmenspräsentationen; 2014 Werte; EBIT= Ergebnis vor Zinsen und Steuern

Quelle: Unternehmenspräsentationen; 2014 Werte; EBIT= Ergebnis vor Zinsen und Steuern

Was für Daimler spricht: Eine der stärksten Marken im dynamisch wachsenden Premiumsegment

Egal ob die beste deutsche Automarke (laut der Interbrand 2015 Liste) oder die zweitbeste (laut Forbes), eins ist klar: Daimler hat mit Mercedes-Benz eine der stärksten und renommiertesten Marken in der gesamten Autobranche. Die Firma hat eine überzeugende Geschichte — das erste Auto wurde in der Vorgängerfirma entwickelt und gebaut — und konnte in den letzten paar Jahren eine erfolgreiche Revitalisierung der Marke durchsetzen.

Daimlers Fokus liegt eindeutig auf dem Premiumsegment der Industrie, was mehrere Vorteile hat. Erstens sind die Mercedes-Benz Kunden weniger preissensibel als die Kunden im Value-Segment. Zweitens sollten die Verkaufsvolumina im Premiumsegment schneller ansteigen als in der Gesamtindustrie. Der Hauptgrund dafür ist das starke Wachstum der wohlhabenden Oberschicht in den Schwellenländern, besonders in China. Die Zahl der Millionäre wird in den BRIC-Ländern (plus Türkei und Südkorea) zwischen 2011 und 2020 um 150 % steigen.

Daimler sollte also schneller wachsen können als der Gesamtmarkt und durch seine Preisgestaltungsmacht in der Lage sein, höhere Margen und Gewinne zu erreichen. Wenn wir die Ergebnisse von 2014 und dem ersten Halbjahr 2015 anschauen, wurden diese hohen Erwartungen sogar übertroffen.

Achtung auf die zyklische Autoindustrie!

Was viele Investoren abschreckt sind die zyklischen Schwankungen in der Automobilindustrie. Im Vergleich zu vielen anderen Industrien — wie zum Beispiel bei den Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs — ist die Autobranche stark konjunkturabhängig. Während eines Wirtschaftsabschwungs werden die Automobil-Verkaufsvolumen schrumpfen und wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, werden auch die Autoverkäufe wieder steigen. Dies hat natürlich einen starken Einfluss auf das Wachstum und die Profitabilität der Autohersteller. Die Auswirkungen dieser Konjunkturabhängigkeit konnte man sehr gut während der Wirtschaftskrise vor sechs, sieben Jahren sehen.

Zwei Dinge können aber dem Einfluss der Konjunkturen mindestens teilweise entgegenwirken: Erstens können verschiedene Regionen in verschiedenen Phasen sein. Heute gibt es zum Beispiel schwächeln die Märkte in Brasilien und Russland — ganz zu schweigen von China –, aber Westeuropa hat sich sehr stark erholt. Damit kann der Umsatzrückgang in einem Land mit erhöhten Verkäufen in anderen Regionen kompensiert werden.

Zudem wird die Autobranche im kommenden Jahrzehnt höchstwahrscheinlich eine Revolution durchleben. Die Megatrends bezüglich Sicherheit, Umwelt und intelligentes Fahren werden die Industrie grundlegend verändern und neue, interessante Produkte werden in den Markt eingeführt. Durch diese Veränderung kann auch die Einwirkung des Konjunkturzyklus teilweise reduziert werden, da viele Kaufentscheidungen — besonders in dem Premiumsegment — unabhängig von einem regelmäßigen Zyklus getroffen werden könnten.

Daimler ist natürlich auch abhängig von diesen Konjunkturschwankungen und wird sowohl schlechtere als auch bessere Jahre erleben. Insgesamt aber könnte das Unternehmen weniger von den Schwankungen getroffen werden als andere Massenhersteller.

Kaufen oder nicht kaufen?

Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen. Wenn du aber nach meiner Meinung fragst, ist Daimler als einer der besten Autohersteller vielleicht sogar das attraktivste Anlageziel. Die Stuttgarter haben ein prima Produkt und eine sehr starke Marke, die Firma fokussiert sich auf das profitabelste Segment in der Branche und ist in einer guten Position, im kommenden Industriewandel eine starke Rolle zu spielen. Man bräuchte nur einen günstigen Zeitpunkt, zu dem man die Aktie mit einem Abschlag kaufen kann…

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien

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