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Die 5 gefährlichsten Investmentmythen

Quelle: pixabay - geralt

Hier bei Fool.de konzentrieren wir uns normalerweise lieber auf die positiven Dinge. Wir stellen für dich wichtige Tipps zusammen, wie du ein besserer Investor wirst, analysieren, was wir von großartigen prominenten Investoren lernen können und teilen unsere Gedanken in Bezug auf interessante Aktien mit euch.

Doch jetzt steht mal ein ganz anderes Thema auf der Agenda: Was kann man eigentlich beim Investieren falsch machen? Hier sticht eine Sache besonders hervor und zwar, sich als Anleger von Börsen- und Investment-Mythen seinen gesunden Menschenverstand vernebeln zu lassen.

Ich habe für euch die 5 Mythen zusammengestellt, welche für das erfolgreiche Investieren an der Börse die größte Bedrohung darstellen.

1. Geld an der Börse anlegen ist wie ein Besuch im Casino

Das ist ein Gerücht, das sich besonders unter Leuten hält, die noch keine Börsenerfahrung haben. Wenn man diesem Glauben schenkt, dann sei es viel zu riskant, Geld in Aktien anzulegen. So in etwa, als ob man beim Roulette auf Rot oder Schwarz setzt. Vielleicht steigt die Aktie, vielleicht fällt sie, wer kann das schon voraussehen.

Irgendwie stimmt es ja, oder?

Jain. Nämlich nur dann, wenn man die Aktien nicht langfristig hält. Nehmen wir die aktuelle Situation als Beispiel: Der DAX ist in den letzten Tagen massiv gefallen, besonders die deutschen Automobilunternehmen Volkswagen (WKN:766403), Daimler (WKN:710000) oder BMW (WKN:519000) gerieten mächtig unter Druck. Jeder der kurz vor dem Kursrückgang diese Aktien gekauft hat, wird sich mächtig ärgern: „hätte ich es doch bloß gelassen“. Aber genau hier unterscheiden sich Fools vom unwissenden Anleger. Wenn man auf Aktien setzt, sollte man immer langfristig denken und damit meine ich einen Horizont von 10 Jahren. Ist es möglich, dass unsere deutschen Automagnaten kurzfristig noch weiter an Wert verlieren? Leider ja, aber ich bin davon überzeugt, dass die Kurse in 10 Jahren deutlich höher stehen werden, als jetzt.

2. Der Aktienmarkt ist nur etwas für Reiche und Broker

Falsch gedacht! Auch als Otto Normalverdiener macht es durchaus Sinn, sein Geld gewinnbringend anzulegen. Denn fast jeder Mensch kann sparen. Und wo gespart werden kann, da kann auch in Aktien investiert werden.

Lege dein Geld an der Börse an! Dazu musst du auch nicht die perfekte Aktie finden, du kannst auch einen ETF auf den DAX kaufen und vielleicht sogar einen Sparplan anlegen. Informiere dich zum Beispiel hier auf fool.de. Wie sehr sich das bezahlt machen kann, zeigt dir das sogenannte Rendite-Dreieck, welches vom Deutschen Aktieninstitut ermittelt worden ist. Du wirst sehen, wenn du einen ETF auf den DAX mindestens 20 Jahre gehalten hättest, hättest du dein angelegtes Geld heute immer vervielfacht.

Wieso sollte dieser Erfolg nur den Reichen und Schönen vorbehalten sein?

3. Aktien die herunterfallen, steigen auch irgendwann wieder

Bisher habe ich in den ersten beiden Punkten geradezu vom Aktienmarkt geschwärmt. Doch sei vorsichtig, dein „Gefühl“ beim Investieren kann dich hier oft täuschen. Genauso ist es bei diesem Punkt.

Sagen wir, du hättest die Wahl zwischen zwei Aktien:

  • Aktie A: Innerhalb von einem Jahr von 100 € auf 50 € gefallen
  • Aktie B: Innerhalb von einem Jahr von 25 € auf 50 € gestiegen

Welche von den beiden Aktien würdest du lieber kaufen?

Überraschenderweise entscheiden sich die meisten Menschen für Aktie A, denn schließlich hat diese den Kurs von 100 € schon einmal erreicht. Dann ist es doch gut möglich, dass sie wieder zu alter Stärke zurückfindet und sich somit mein Investment verdoppelt? Möglich ist es, aber in den meisten Fällen gibt es einen guten Grund dafür, dass Aktie A diesen schweren Kursrückgang erlebt hat.

Nehmen wir unsere beiden Energieversorger E.ON (WKN:ENAG99) und RWE (WKN:703712): Als sich die Bundesregierung nach der Fukushima-Katastrophe in Japan für einen verfrühten Ausritt aus der Atomenergie entschied, ging es mit dem Kurs der beiden Versorger schnell bergab. Nun hätte man ja auf die Idee kommen können, nach 50 % Wertverlust zuzuschlagen. Doch damit hätte man ein schlechtes Investment gemacht, da die beiden Aktien noch tiefer gefallen sind und eine Erholung noch nicht in Sicht ist.

Aktien zum Schnäppchenpreis kaufen zu wollen, ist oft viel mehr Fluch als Segen, insbesondere dann wenn du dich von dem Discount-Preis von schwerwiegenden und langfristigen Problemen ablenken lässt. Kaufe stattdessen lieber Qualitätsunternehmen mit stabilen Aussichten für die Zukunft!

4. Aktien die kometenhaft aufsteigen, fallen irgendwann auch wie ein Stein

Dieser Mythos wirkt vom Prinzip her wie der dritte dargestellte Mythos, nur dass diesmal die Psychologie andersherum verläuft. Da sich, um bei dem Beispiel mit Aktie A und Aktie B zu bleiben, die meisten Menschen für den Kauf des fallenden Unternehmens entscheiden, muss es doch irgendeinen Grund geben, warum so viele Menschen Aktien auf Allzeithochs meiden. Ursache dafür ist der hier aufgeführte Mythos. Sie denken, dass das Unternehmen von den Investoren bald fallen gelassen wird wie eine heiße Kartoffel.

Ich habe das Gefühl, dass dieses Denken besonders bei uns Deutschen verbreitet ist. Sehr viele Privatinvestoren haben sich damals beim Platzen der New Economy Blase mit der Telekom (WKN:555750) Aktie nicht nur die Finger, sondern mitunter auch substanzielle Teile ihres Vermögens verbrannt.

Doch dieser Verlauf ist ein absoluter Spezialfall, nämlich der, der auftritt, wenn sich der Markt zu einer absoluten Übertreibung hinreißen lässt. Hättest du dir die Telekom-Aktie damals auf ihrem Hochpunkt genauer angeschaut, hättest du nach einer fundamentalen Analyse und dem Vergleich mit historischen Kennzahlen leicht erkennen können, dass die Aktie einfach nur völlig überteuert war.

Das bedeutet ganz klar, dass du dich weder von einem historisch niedrigen Kurs noch von einem historisch hohen Kurs dazu bringen lassen solltest, eine Aktie zu kaufen, zu verkaufen oder nicht zu kaufen. Mache dir lieber die Mühe und lerne, wie man Unternehmen fundamental bewertet. Nur so kannst du an der Börse Erfolg haben, ohne zu zocken.

5. Du solltest dich darauf konzentrieren, die perfekte Aktie zu finden

Nach den letzten beiden Punkten könnte man denken, es sei schwer, überhaupt eine geeignete Aktie zu finden. Man könnte sogar auf die Idee kommen, dass man am besten nach dem einen perfekten Investment Ausschau halten sollte. Ein Unternehmen, das fundamental phänomenal dasteht, überproportionales Wachstum zeigt und dabei ein richtiges Schnäppchen ist.

So ein Unternehmen wirst du jedoch nicht finden.

Wir leben in einer Welt größtenteils „effizienter“ Märkte, das heißt Informationen über Unternehmen und News zu Unternehmen werden so rasant schnell ausgetauscht, dass du als Normalsterblicher kaum hinterher kommen kannst.

Das heißt jedoch nicht, dass du als Privatperson Aktien nicht als Vehikel für finanzielle Einnahmen und die Absicherung deines Ruhestands nutzen kannst. Es gibt nämlich eine Methode, mit der du den Markt schlagen kannst: Geduld. Das bedeutet, dass du dir ein Unternehmen aussuchen solltest, von dem du denkst, dass es in 10 bis 20 Jahren besser dastehen wird als jetzt. Natürlich sollte es keines sein, bei dem der Preis schon exorbitant hoch ist und es sollte auch kein „fallendes Messer“ sein. Es reicht, wenn du von dem Unternehmen genügend überzeugt bist, dass dich Kursschwankungen und schlechte Nachrichten nicht aus der Ruhe bringen.

Warren Buffet sagte nicht umsonst, dass er lieber ein großartiges Unternehmen zu einem fairen Preis kauft, als ein faires Unternehmen zu einem großartigen Preis. Er weiß zum einen, dass sich Qualität immer bezahlt macht, insbesondere in schwierigen Zeiten; und zum anderen weiß er, dass es kein großartiges Unternehmen zu einem großartigen Preis zu finden gibt.

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Robert Schleifenbaum besitzt Aktien von E.ON. The Motley Fool empfiehlt BMW. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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