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Ein genauer Blick auf die hohen Ausgaben von Tesla Motors

Foto: The Motley Fool

Einer der häufigsten Kritikpunkte am Elektroautohersteller Tesla Motors (WKN:A1CX3T) ist, dass sie keinen Profit machen. Wie kann eigentlich ein Unternehmen, das Verluste macht, 30 Milliarden USD wert sein? Die geradezu schwindelerregende Geschwindigkeit, mit der Tesla Geld verbrennt, wird oft als Beweis für ein schlechtes Geschäftsmodell angeführt. Doch hier steckt mehr dahinter.

Tesla ist gerade dabei uns nicht nur zu beweisen, dass das Geschäftsmodell skalierbar ist. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Investoren zu diesem Zeitpunkt überhaupt Profite sehen wollen. Tesla Werk in Fremont, Californien. Bildquelle: Tesla Motors.

Versuchen wir Teslas Ausgaben zu verstehen

Während die Fahrzeugverkäufe jedes Jahr um etwas 50% wachsen, bewegt sich finanziell aber nichts. Im letzten Quartal meldete der Elektroautohersteller einen Verlust von 184 Millionen USD. Noch mehr als der Verlust von 62 Millionen USD im Vorjahresquartal.

Es gibt mehrere Faktoren, die deutlich negative Auswirkungen auf das Nettoeinkommen haben. Die sind aber alle leicht zu verstehen. Sie laufen in den Betriebskosten unter Forschung und Entwicklung, Vertrieb, allgemeine Kosten und Verwaltungskosten.

Zwischen Teslas zweitem Quartal 2014 und dem Vorjahreszeitraum stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten auf 181,7 Millionen USD. Das ist ein Anstieg von 69% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Mehraufwendungen übersteigen bei Weitem die um 24,1% gestiegenen Einnahmen im selben Zeitraum.

Gleichermaßen sind die Vertriebs-und-Verwaltungs-Kosten im selben Zeitraum um 51% auf 202 Millionen USD gestiegen.

Zwischen Q2 2014 und Q2 2015 stiegen Teslas Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Kosten für Vertrieb und Verwaltung von 27% der Umsätze auf 40% der Umsätze. Dieser Anstieg ist der Hauptgrund für die mangelnde Profitabilität. Ist das ein Beweis dafür, dass Tesla schlecht wäre? Ganz und gar nicht.

Der Grund für die steigenden Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen ist keine Effizienzverschlechterung oder weniger Verkäufe beim Modell S. Tatsächlich fließen diese Mittel primär in zukünftige Projekte ab, die Teslas Einkünfte in den nächsten Jahren verdoppeln sollen. Als Kostentreiber nennt Tesla folgende Punkte:

  1. Die Validierung der Entwicklungen und Testphase des Modell X.
  2. Die Frühphasenentwicklung des Modell 3 und
  3. die Erweiterung der Verkaufskapazitäten.

Tesla hofft, das Modell X werde die Verkaufszahlen verdoppeln. Darüber hinaus glaubt man, durch die Markteinführung des günstigeren Modell 3 Ende 2017 werde man dem Ziel der 500.000 verkauften Fahrzeuge bis zum Jahr 2020 einen Schritt näher kommen. Der Betriebskostenanstieg beim Ausbau des Vertriebs wird sicherlich eine Triebfeder für die Verkäufe des Modell S sein. Gleichzeitig wird damit auch die Basis für ein größeres Vertriebsnetzwerk für das später erscheinende Modell X gelegt.

Wenn wir uns Teslas neueste Fortschritte in der Wirtschaftlichkeit ansehen, wird klarer, was hier entsteht. Denn Tesla verbessert ja seine Betriebsleistung, und das obwohl das Wachstum die Betriebskosten weiter nach oben treibt. Hier ein Auszug aus dem Aktionärsbrief aus dem zweiten Quartal:

Wir haben unsere Wirtschaftlichkeit im zweiten Quartal hintereinander verbessert und damit ein neues Rekordniveau bei den Auslieferungen erreicht. Gleichzeitig entwickeln wir neue Produkte und haben es geschafft, die Betriebskosten langsamer ansteigen zu lassen als unsere Non-GAAP-Umsätze. Unsere Betriebskosten in Q2 waren 345 Millionen USD auf Non-GAAP-Basis. Das sind 6,5% mehr als in Q1.

Die Non-GAAP-Einkünfte in diesem Zeitraum stiegen um 8,5% zwischen Q1 und Q2.

Fußnote: Teslas Non-GAAP-Einkünfte sind eine sichere Kennzahl, da diese näher mit den tatsächlichen Einkünften in Bezug auf Fahrzeugverkäufe zusammenhängen als die GAAP-Einkünfte. Non-GAAP-Einkünfte berücksichtigen auch die noch nicht realisierten Einkünfte aus Fahrzeugverkäufen mit Teslas Wiederverkaufswertgarantie.

Wie steht es um Teslas Barreserven?

Wenn man sich die Kapitalflüsse ansieht, dann ist es kein Wunder, dass Teslas steigende Investitionsausgaben einige Investoren verschrecken. Die Investitionsaufwendungen der letzten 6 Monate stiegen von 317 Millionen USD im Vorjahreszeitraum auf unglaubliche 831 Millionen USD. Das mag erst einmal unfassbar klingen, doch es gibt Gründe dafür, die man kennen und verstehen sollte.

Für das ganze Jahr plant Tesla etwa 1,5 Milliarden an Investitionsaufwendungen. All diese Ausgaben werden aber laut Tesla in langfristiges Wachstum investiert. So investiert Tesla in den Ausbau der Produktionskapazitäten, die komplette Entwicklung des Modell X, den Bau der Gigafactory, Vertrieb und Service, den Bau von mehr Supercharger-Ladestationen und „die Fortführung anderer Entwicklungsprogramme, darunter das Modell 3.“

Wollen Aktionäre jetzt Profite?

Jetzt, da wir die Gründe für Teslas mangelnde Profitabilität beleuchtet haben, stellt sich die Frage, ob Teslas Aktionäre überhaupt konsequente Profite zu diesem Zeitpunkt wollen.

Musk & Co. haben ihren Investoren bewiesen, dass es genügend Bedarf für elektrische Fahrzeuge gibt. Die Verkäufe steigen so schnell wie Tesla seine Produktion erhöhen kann. Bereits jetzt bestehen über 20.000 Reservierungen für das Modell X. Und all das hat Tesla geschafft, ohne auch nur einen Penny für Werbung auszugeben.

Wenn Tesla-Aktionäre unter Beobachtung stünden, würde man wahrscheinlich herausfinden, dass viele Tesla lieber in die Zukunft investieren sehen wollen: In die Modelle X und 3, die Gigafactory, Service und Vertrieb und mehr Ladestationen. Jede dieser Initiativen ist unerlässlich für das weitere Wachstum des Unternehmens. Bisher hat das Management den Investoren keinen Grund zum Zweifeln gegeben, dass die steigenden Betriebskosten und Investitionen nicht auch eine dicke Rendite für die Aktionäre abwerfen werden.

Natürlich werden kurzfristig orientierte Trader dem nicht zustimmen. Doch ungeachtet dessen werden Buy-and-hold-Investoren kurzfristige Gewinne heute ausschlagen, um morgen mehr Wachstum und in Zukunft größere Profite einzufahren.

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Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde am 25.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors.

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