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Es geht abwärts mit Apple Music!

Quelle: Apple

Quelle: Apple Im schnelllebigen Tech-Sektor ist Durchhaltevermögen ein rares Gut, selbst für die stärksten Unternehmen.

In diesem Zusammenhang verspricht die erst ein paar Monate alte Rivalität zwischen Apple (WKN:865985) Music und Streaming-Marktführer Spotify reichlich Gelegenheiten für den einen oder anderen Schlagabtausch. Doch zum Leid all der Apple-Investoren, die hofften, Spotify einfach aus dem Ring zu kicken, sind neue Daten aufgetaucht, denen zufolge Spotify deutlich wettbewerbsfähiger sein könnte als zunächst angenommen.

Es geht abwärts mit Apple Music!

Eine Studie aus dem Hause MusicWatch, einem Analyseunternehmen aus dem Bereich der Musikindustrie, behauptete letzte Woche, 48% der Apple-Music-Nutzer hätten den Dienst ausprobiert und sofort wieder gekündigt. Apple dementierte diese Zahlen und behauptete, dass 79% aller Apple-Music-Nutzer den Dienst immer noch nutzen würden. Aufgrund der undurchsichtigen Definitionen von “aktiven Nutzern” ist nicht klar, ob die Zahlen von Apple oder von MusicWatch die zutreffenderen sind. Da jedoch die Ergebnisse von den Nutzern selbst kommen, bin ich geneigt zu glauben, dass diese ein einigermaßen akkurates Bild von langfristigem Nutzungsverhalten darstellen. Man kann ja schlecht mit den Nutzern über ihre Aussagen streiten, oder?

Doch wie hat MusicWatch diese Daten erhoben? Sie haben über 5.000 US Bürger ab einem Alter von 13 Jahren befragt. Diese Gruppe wurde als repräsentatives Abbild der amerikanischen Bevölkerung ausgewählt. Allein die Presseerklärung bietet eine Reihe an interessanten Einblicken über die Zugkraft von Apple Music im Streaming-Markt.

  • 77% der amerikanischen iOS-Nutzer kannten Apple Music und 11% nutzten den Dienst zum Zeitpunkt der Umfrage.
  • 64% der Apple-Music-Nutzer mit einem Probeabo gaben an, entweder “mit sehr großer Wahrscheinlichkeit” oder mit “großer Wahrscheinlichkeit” am Ende der Testzeit das kostenpflichtige Angebot nutzen zu wollen. In scheinbarem Widerspruch dazu steht, dass 61% der Testnutzer angaben, die Option zur automatischen Erneuerung des Abonnements ausgeschaltet zu haben.
  • 28% der Spotify-Premium-Kunden gaben an, Apple Music zu nutzen. Jedoch nur 11% der Nutzer des kostenfreien Spotify-Angebots und nur 6% der Pandora-Kunden nutzten gleichzeitig auch Apple Music.

Wenn wir es aus diesem Blickwinkel betrachten, scheint der starke Start von Apple Music ein deutlich weniger aussagekräftiger Indikator für den Erfolg zu sein als ursprünglich angenommen. Es drängt sich auch die Frage auf, ob Apple den verlorenen Boden wieder gut machen kann, den man durch die zu starke Fixierung auf das digitale Eigentum verloren hat als das Streaming die Industrie neu definierte.

Ist Apple zu spät dran?

Apple versucht aus Spotifys abgeblich größter Schwäche, der Verwaltung von Content, Kapital zu schlagen, indem man auf Apples Stärken bei der Songsuche aufmerksam macht. Mit dem Start von neuen Funktionen wie Discovery Weekly, Fresh Finds und intern entwickelten Playlists, scheint Spotify effektiv gegengesteuert zu haben. Diese neuen Informationen sind ein Grund zur Sorge, Apple könnte am Ende als Verlierer dastehen. Und das bei einem Phänomen, das sie selbst lange benutzt haben, um Konkurrenten in die Schranken zu weisen.

Apples geschlossenes Ökosystem wurde lange als Schlüsselgrund dafür angeführt, zusätzlich zu der großen Strahlkraft der Marke, dass Apple-Nutzer wiederholt Geräte bei einem Upgrade noch einmal kauften. Man glaubt, die Nutzer hätten Angst ihre Apps und iTunes-Inhalte zu verlieren und daher bleiben sie Pseudo-Gefangene von Apple.

Das könnte aber auch auf Spotify zutreffen.

Das ist jetzt zwar eine persönliche Anekdote, aber ich glaube sie spiegelt die Erfahrungen von vielen Spotify-Nutzern wider. Während Spotify Social Media besser integriert als Apple Music, bleibt ein wichtiger Grund, warum ich nicht zu Apple Music wechseln will, dass ich Angst habe, meine Musik und Playlists zu verlieren. Denn für deren Erstellung habe ich mehr Zeit aufgewendet als ich bereit bin zuzugeben. Ich kann das natürlich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich denke mir, den Spotify-Nutzern wird es da ähnlich gehen.

Aus dieser Perspektive scheint Spotify einen deutlich größeren Vorteil zu haben als ich in jeder anderen Analyse bisher gesehen habe. Die Zahlen von MusicWatch scheinen diesen Gedanken auch zu stützen. Dies ist ein erster Vorgeschmack eines Duells, bei dem beide Rivalen sich siegessicher geben. Doch könnte Spotifys Position im Wettbewerb sich als stärker herausstellen, als viele, meine Wenigkeit eingeschlossen, anfangs glaubten.

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Dieser Artikel wurde von Andrew Tonner auf Englisch verfasst und am 26.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht.

Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple und Pandora Media.

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