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Warum ich eher BP als Rio Tinto und Antofagasta kaufen würde

Foto: Pixabay, PublicDomainPictures.

Hohe Renditen bringen hohe Risiken mit sich. Aber was wäre wenn hohe Renditen jetzt auch mit kalkuliertem Risiko möglich wären?

Nehmen wir BP (WKN:850517) zum Beispiel: Eine Aktie, die am Schwarzen Montag um 7,3% gefallen ist und sich, je nach Ansicht, zwischen 30% und 80% unterhalb des Fair Value befindet.

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Falls du auf eine schnelle Erholung im Rohstoffmarkt wetten möchtest, wie bei Rio Tinto (WKN:852147) und Antofagasta (WKN:867578), die dieses Jahr jeweils 24% und 30% runter sind, dann denk bitte nochmal drüber nach.

Sehen wir uns die beiden erst einmal genauer an, bevor wir auf den Wert zurückkommen.

Rio und Antofagasta: Eine Frage des Preises

Rio und Antofagasta haben ähnliche Probleme, obwohl sie ein anderes Kerngeschäft haben. Antofagasta hat am 25.08. den Zwischenbericht vorgelegt, was aber beim Aktienkurs keinen Unterschied machte.

Ich möchte nicht mit den zugrunde liegenden Betriebsdaten langweilen und warum deren Aktionäre tief im Schlamassel stecken. Ich möchte nur daran erinnern, dass China ein Problem ist, das von vielen Beobachtern überbewertet wird, zumindest meiner Meinung nach.

Hier ist das Problem im Kern der Bewertung. Es geht um die Bewertung der Aktiva im Minengeschäft.

Die Wertherabsetzung von Aktiva ist hier das Problem, denn bestimmte Aktivposten müssen entweder unter Buchwert bewertet oder verkauft werden, wenn die Märkte fallen. Dies führt dann für einige Zeit zu geringeren Profiten und geringen Einkünften bei Veräußerungen. Der 300-Millionen-Dollar-Ausverkauf der Kupferminen von Anglo American in Chile hat das diese Woche eindrucksvoll gezeigt.

Als die Kupferpreise gefallen sind, hat Antofagasta auch Probleme bekommen, aber die Bilanz ist in Ordnung, denn sie zeigt eine Netto-Cash-Position. Der Forwardzins liegt nur knapp über 2% und zeigt kein besonderes Risiko an. Das Problem ist das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16. Diesen Preis möchte man derzeit nicht gerne für ein Rohstoffunternehmen zahlen.

Wie wäre es mit einem etwas attraktiveren KGV von 13? Das wäre gerade das Niveau von Rio, die geschätzte Dividendenrendite liegt bei über 6%.

Eine schlechte Strategie zählt mehr als sein schwacher Zyklus

Genau wie BHP Billiton zahlt Rio jetzt den Preis für seine falsche Strategie in der Eisenerzproduktion. Die Manager waren blind und sahen einen schwierigen Zyklus nicht voraus, der sie dann irgendwann ereilte. Man könnte jetzt die Schuld für die Misere der Kreditkrise zuschieben.

Ich finde die Investoren in Großbritannien haben überreagiert und bald schon könnte das Leiden ein Ende haben. Der Markt könnte Rio diesen Fehltritt vielleicht sogar verzeichen.

Trotzdem waren die strategischen Entscheidungen eine Schande. Doch damit nicht genug. Die Ablehnung von Glencore im letzten Jahr war ein Desaster für beide Unternehmen. Finanziell scheint es, als hätte das Management nicht alle zur Verfügung stehenden Optionen in Erwägung gezogen. Es scheint, als würden die Investoren glauben, Rios Ertrag wäre zu hoch und könne nicht aufrechterhalten werden.

Ein offensichtlicher Ratschlag in dieser Situation wäre „Weg damit!“. Zugegeben, die jüngsten Ergebnisse waren nicht allzu schlecht. Andererseits lassen einen als Aktionär die hohen Risiken auch nicht ruhig schlafen.

BP ist zu diesem Preis ein Schnäppchen

Die Überversorgung im Ölsektor ist eine Sache, an die man sich, meiner Ansicht nach, in einem Jahr nicht mehr erinnern wird. Die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, wird nicht lange untätig rumsitzen, während die Daten aus den USA weniger schlecht sind als viele annehmen. Und das obwohl sich in den letzten Tagen kein Rückgang materialisiert hat.

Am Montag schienen die Investoren zu glauben, das Ende der Welt stünde bevor. Sie scheinen zu glauben, Rohstoffe wären verflucht und BP werde seine Dividende kürzen müssen. Wenn ihr mich fragt, ist weder das eine, noch das andere sehr wahrscheinlich.

Aber es war klar, dass das sehr ungemütlich werden würde.

Im Februar sagten wir, dass wir eine Phase der Neuausrichtung von etwa 2 Jahren erwarten. Während dieser liegt unser Augenmerk darauf, den Konzernhaushalt neu aufzustellen, um unsere Dividende zu stützen.“ gab BP-Chef Bob Dudley den Analysten nach dem letzten Trading Update am 28. Juli zu Protokoll. Seitdem ist die Aktie gefallen, ziemlich viel sogar. Minus 14% in weniger als einem Monat.

Ich bin zuversichtlich, dass die Neupositionierung von BP für schwächere Preise der richtige Kurs ist und dem Unternehmen in Zukunft gute Dienste leisten wird.“ fügte Dudley hinzu.

Ich habe keine Zweifel an BP und meine Meinung stützt sich auf starke Fundamentaldaten, sowie die Beilegung der Ölkatastrophe aus dem Jahr 2010.

Niedrige Ölpreise… na und?

Im zweiten Quartal betrug der Durchschnittspreis der Sorte Brent 62USD pro Barrel, verglichen mit 54 USD im ersten Quartal und 110 USD pro Barrel in Q2 2014. Im dritten Quartal steht der Durchschnittspreis bisher bei 58 USD pro Barrel.” gab BP in den Quartalsergebnissen bekannt.

Falls die Sorte Brent weiterhin bei 45 USD notiert, wird der Durchschnitt im dritten Quartal bei etwa 50 USD pro Barrel liegen. Das wären nur 9% unter den “54 USD aus dem ersten Quartal”, aber damals notierte die BP-Aktie zwischen 392p und 457p. Jetzt kostet sie 335p, ein unglaubliches Tief.

Unter diesen Voraussetzungen wird BP wahrscheinlich mindestens 20 Milliarden USD an unbereinigtem operativen Cashflow erzeugen können, um 18 bis 20 Milliarden USD an jährlichen Kapitalaufwendungen zu stützen. Das hängt auch von einer Reihe von Variablen ab, darunter Working-Capital-Management, was aber zu einem Zuwachs im zweiten Halbjahr führen sollte, wenn BP sein Inventar zu Geld macht.

Selbst wenn BP alle Dividendenzahlungen in Cash vornehmen müsste (0,40 USD pro Jahr oder 0,10 USD vierteljährlich), wären die Nettofinanzverbindlichkeiten im Verhältnis zum Eigenkapital immer noch innerhalb vernünftiger Grenzen.

BP könnte also auch mehr Schulden aufnehmen!

BP hat einen Riesenhaufen Barreserven gespart, mehr als 30 Milliarden USD, für schwere Zeiten wie diese. Schließlich muss BP noch etwa 3 Milliarden von Veräußerungen eintreiben, aber selbst wenn die sich alle in Rauch auflösen würden, trübt das nicht mein bullisches Bild!

Wenn natürlich die chinesische Wirtschaft zum Erliegen kommt und nur 5% pro Jahr wachsen würde, dann müssten wir das nochmal überdenken. Egal, ob ihr Chinas BIP-Wachstumszahlen glaubt oder nicht. Es ist wahrscheinlicher, dass China mittelfristig zwischen 6,5% und 7% wächst, „was nicht unbedingt eine Bruchlandung darstellt“ wie ein Banker heute treffend formulierte.

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Dieser Artikel wurde von Alessandro Pasetti auf Englisch verfasst und am 25.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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