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Elektrofahrzeuge machen kurzen Prozess mit Wasserstoffantrieb

Foto: The Motley Fool

Es sieht ganz so aus, als würde die Revolution der Elektrofahrzeuge (electric vehicles, EV) weltweit so richtig losgehen. Denn weltweit werden in den kommenden Jahren Modelle rausgebracht, die weitere Streckenreichweite haben und bessere Leistung zeigen. InsideEVs zufolge wurden 2014 320.713 EVs verkauft, im Jahr 2015 bislang 202.741 Exemplare. Jeder Monat übertraf dabei den Monat im Vorjahr.

Unterdessen geht es bei Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb jetzt erst los, und das ist noch eine nette Formulierung. Toyota (WKN: 853510), die den Wasserstoffantrieb wirklich ernst genommen haben, starten diesen Herbst mit dem Mirai bei acht Händlern in Kalifornien und wollen ungefähr 3.000 Exemplare bis Ende 2017 verkauft haben.

Wie man es auch dreht und wendet – Evs machen mit Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb kurzen Prozess. Wichtig zu wissen, warum das so ist, und warum Wasserstoffantrieb wohl die Kluft nicht mehr verkleinern kann.

Wasserstoffantrieb bedeutet eigentlich E-Fahrzeug

Was oft übersehen wird: Eigentlich sind Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb E-Fahrzeuge, allerdings mit mehr Komponenten. Eine Wasserstoffzelle ist nicht direkt mit der Kurbelwelle eines Fahrzeugs verbunden, sondern produziert einfach nur Elektrizität, die dann in einer Batterie gespeichert und an den Elektromotor eines Autos weitergereicht wird.

Deswegen ist der einzige Vorteil, den Wasserstoffantrieb gegenüber EVs aufweisen kann, eine kürzere Auflade- bzw. Auftankzeit sowie eine nicht so viel Platz fordernde Batterieeinheit (ein Platzvorteil, der aber wieder vom Wasserstoff-Tank und der Batteriezelle zunichte gemacht wird). Doch die Komponenten in einem EV sind in vielerlei Hinsicht einfacher und besser zu justieren als in einem Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb. So verstaut beispielsweise Tesla Motors (WKN:A1CX3T) seine Batterie für das Model S im Boden des Wagens, was die Schwerkraft nach unten verlagert und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs verbessert. Diese Option steht Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb nicht zur Verfügung.

Obwohl die Vorteile des schnellen Aufladens bzw. Tankens zur Debatte stehen, kann man doch nur schwer leugnen, dass Elektrizität gegenüber Wasserstoff um ein Vielfaches leichter beschafft werden kann.

Die Infrastruktur

Der letzte Nagel am Sarg von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb dürfte wohl die dürftige Infrastruktur sein. Dem US Department of Energy zufolge gibt es in den USA 10.353 E-Tanken mit insgesamt 26.025 Steckplätzen. Und die sind zusätzlich zu den zehntausenden Privatstationen in Garagen und an Geschäften.

Quelle: US Department of Energy

Und Wasserstoff? Naja, Kalifornien bietet zwei Stationen. ZWEI.

Ende des Jahres will Toyota 15 Stationen in Kalifornien fertig haben, aber das bedeutet, dass es eine mächtige Herausforderung wird, in Kalifornien von A nach B zu kommen, geschweige denn vom Rest des Landes.

Nicht nur dass die E-Ladestationen um ein Vielfaches weiter verbreitet sind, sie sind auch leichter aufzustellen. Elektrizität ist in den USA überall zu bekommen, und selbst abgelegene Orte können mithilfe von Solarenergie Elektrizität erzeugen. Wasserstoff aber muss von Naturgas gewonnen werden und dann an die Tankstellen gebracht werden. Man wird Milliarden brauchen, um ein funktionierendes Netz aufzuziehen und Wasserstoffantrieb machbar und attraktiv zu gestalten.

Die Diskussion um alternative Brennstoffe ist wohl entschieden

Toyota scheint am ehesten von Wasserstoffantrieb überzeugt zu sein, und es wirkt wie ein Kampf gegen Windmühlen. Die wenigen Tankstellen und die ebenfalls kleine Anzahl an Fahrzeugen sieht sich einer Fahrzeugbasis von bis 2016 rund 1 Million EVs gegenüberstehen. Verbesserte Streckenreichweite und Leistung wird EVs noch einmal mehr für Neukunden attraktiv machen.

Elon Musk scheint Recht zu haben, dass EV die Zukunft sind und es nur eine Frage der Zeit ist, bis Autohersteller es einsehen.

Im Augenblick sieht es so aus, als wären EVs Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb haushoch überlegen, und dass es für die Autoindustrie keinen Weg mehr zurück gibt.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors. Dieser Artikel von Travis Hoium erschien am 22.8.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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