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Aktien im Rückblick: Versöhnlicher Ausklang nach China-Crash und Panikwoche

Foto: Pixabay, ErbenovaLucie

Das war keine schöne Woche! Viele Geschehnisse der vergangenen Tage können dem Ruf des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Deutschland langfristig erheblichen Schaden zufügen. Deshalb darf auch uns Anleger nicht kalt lassen, was sich vor Asylantenunterkünften in Ost- und Westdeutschland ereignet hat. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dieser Vermögensaspekt ist bestenfalls sekundär. Wichtiger ist: Was wir sehen, hören und lesen mussten, war schlicht und einfach widerlich…

Damit wären wir nach einem kleinen Umweg über die deutsche Leitkultur bei der Aktienkultur angekommen. Auch an den Börsen passierte Unerfreuliches – wenn man es aus dem Blickwinkel eines kurzfristig agierenden Spekulanten betrachtet. Für Langfristanleger werden sich die Rücksetzer der vergangenen Tage später nur als kleine Delle im Chart bemerkbar machen. Dies gilt auch dann, wenn die Korrektur an den Börsen noch etwas andauert. Was bleibt, ist die Erfahrung, dass man nur den Teil seines Vermögens in Aktien anlegen sollte, den man in den kommenden Jahren nicht benötigt.

Worum ging es? Ganz einfach: Vieles, das von den Marktakteuren bisher geflissentlich übersehen wurde, wird plötzlich als bedrohlich wahrgenommen. Beispiel China: Es war schon länger klar, dass die Zeit der zweistelligen Wachstumsraten im Reich der Mitte vorbei ist. Trotzdem haben die Märkte dies so lange ausgeblendet, bis es wegen mehrfacher deutlicher Kurseinbrüche im Reich der Mitte nicht mehr zu ignorieren war. Weiteres Gefahrenpotenzial wird beispielsweise nun auch den Emerging Markets und dem Abwertungswettlauf der Währungen attestiert.

Deshalb stieg in jüngster Vergangenheit die Nervosität an den Aktienmärkten deutlich an — und als es dann am Montag an den chinesischen Festlandbörsen erneut krachte, wurde aus der Nervosität eine veritable Verkaufspanik.

Ob die gegenwärtige negative Sicht der Dinge angebracht oder übertrieben ist, weiß niemand. Sicher ist jedoch, dass der DAX in der vergangenen Woche mehrmals vierstellig wurde…

Was war an der Börse los?

Am Montag kannten die Märkte weltweit nur eine Richtung: abwärts. Deshalb hatte auch der Frankfurter DAX (WKN:846900) ausreichend Gelegenheit, sich die 10.000er-Marke von unten anzuschauen. In der Spitze gab der deutsche Leitindex knapp 8 % nach, konnte im Verlauf der Handelssitzung jedoch einen Teil der Verluste wiedergutmachen. Beim Xetra-Schluss verblieb beim Stand von 9.648 Zählern ein Minus von 4,70%.

Den größten Verlust im DAX verbuchte die Aktie des Versorgers RWE (WKN:703712), deren Kurs um 9,11 % einbrach. Den Aktionären des Konkurrenzunternehmens E.on (WKN:ENAG99) erging es nicht viel besser: Ihre Anteilscheine verbilligten sich um 8,60 %. An die Spitze der Standardwerte-Tabelle setzte sich Henkel (WKN:604843) mit einem Kursabschlag von 1,56 %.

Am Dienstag dominierten Schnäppchenjäger das Geschehen, die nach dem Kurseinbruch vom Vortag die Chance zum (Wieder)Einstieg witterten. Der DAX verbesserte sich um 4,97 % auf 10.128 Punkte. Ein Grund für den erstarkten Optimismus war sicher die vor Handelsbeginn angekündigte Leitzinssenkung der chinesischen Notenbank.

Die Aktie von Infineon (WKN:623100) verteuerte sich um stolze 9,67 % und setzte sich damit an die DAX-Spitze. BMW (WKN:519000) legte 6,36 % zu. Im TecDAX (WKN:720327) machte Nordex (WKN: A0D655) auf sich aufmerksam: Die Aktie des Windkraft-Anlagenherstellers sprang um mehr als 13 % nach oben.

Am Mittwoch starteten die deutschen Börsen wieder im Minus. Nach unerwartet guten US-Konjunkturzahlen — im Juli gab es einen überraschenden Anstieg von Aufträgen für langlebige Güter — machte sich der DAX kurzzeitig auf den Weg nach Norden. Da die New Yorker Märkte während der Frankfurter Handelszeit nicht auf die positive Nachricht reagierten, ging es wieder abwärts: Der DAX fiel um 1,29 % auf 9.997 Punkte.

Dividendenpapiere des Rückversicherers Munich Re (WKN:843002) widersetzten sich dem allgemeinen Abwärtstrend und verbuchten einen kleinen Kursgewinn von 0,31 %. Mit einem Verlust von 3,29 % landeten die Anteilscheine der Software-Schmiede SAP (WKN:716460) am unteren Ende der DAX-Tabelle.

Hoffnungen auf einen versöhnlichen Wochenausklang kamen am Donnerstag auf, weil die US-Börsen am Vortag noch deutlich ins Plus gedreht hatten, nachdem die Frankfurter Händler vom Parkett in die Äpplewoi-Kneipen aufgebrochen waren. Dies beflügelte am frühen Morgen bereits die asiatischen Börsen, und auch das deutsche Kursbarometer zeigte, dass es das Steigen nicht verlernt hat. Der DAX verbesserte sich um 3,18 % und schloss beim Stand von 10.316 Zählern wieder deutlich über der 10.000er-Marke.

An die Spitze der DAX-Liste schickten die Marktteilnehmer die Aktie von Fresenius (WKN:578560), der wegen der Ankündigung einer Dividendenerhöhung ein Aufschlag von 6,18 % spendiert wurde. Der „schlechteste“ Standardwert war Henkel mit einem Kursgewinn von nur 0,69 %.

Tatsächlich war der Ausklang halbwegs versöhnlich. Am Freitagnachmittag war der DAX zwar rund 0,5 % in den Miesen, aber auf Wochensicht blieb trotzdem ein Plus von rund 1,5 %.

Wie geht es weiter?

Am Wochenende können die Anleger in aller Ruhe darüber nachdenken, ob die Marktbewegungen der vergangenen Woche angemessen oder übertrieben waren. Besonders detaillierte Analysen können die Briten anstellen, denn die Londoner Börse hat am Montag (31.08.) wegen eines Feiertags geschlossen. Die EU-Statistiker informieren die Öffentlichkeit derweil über die Entwicklung der europäischen Verbraucherpreise im August. Am Nachmittag wird in den USA der Einkaufsmanagerindex aus Chicago veröffentlicht.

Am Dienstag (01.09.) blicken Fans volkswirtschaftlicher Daten bereits ein paar Stunden vor Sonnenaufgang Richtung China, weil sie wissen wollen, wie es um die dortige Konjunktur bestellt ist: Einen Indikator liefert der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes für August. In den Vereinigten Staaten wird einige Stunden später das Indexpendant fürs verarbeitende Gewerbe publiziert. Außerdem erfahren wir etwas über die US-Bauinvestitionen im Juli.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein angenehmes und stressfreies Wochenende!

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. Der Motley Fool empfiehlt BMW.

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