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Warum der Sinkflug des Ölpreises gut für BP und Royal Dutch Shell ist

Foto: BP plc

Jahrelang sah es so aus, als ob Öl und Gas das Investitionsobjekt schlechthin sei. In Investmentforen war es der beliebteste Bereich, private Investoren kamen hinzu und manche machten ordentliche Gewinne. Dann kam allerdings der Crash des Ölpreises und das schwarze Zeug fiel von 105 USD auf unter 50 USD pro Barrel. Die Sorte Brent liegt sogar nur bei 41 USD.

Infolgedessen stürzten die Aktienpreise ab. Um ein paar zu nennen: Premier Oil ist 77% im Minus ausgehend von seinem Spitzenwert Anfang 2011 (dabei ist dies ein Unternehmen, welches ausreichend finanzielle Ressourcen hat und auf massiven Ressourcen sitzt), SOCO International ist um 68% in den letzten 12 Monaten gefallen, Gulf Keystone hat 93% seit seinem Spitzenwert 2012 verloren (allerdings kommen hier noch die Probleme im Irak hinzu) und Afren gibt es gar nicht mehr.

Größer bedeutet weniger Volatilität

Selbst die zwei Schwergewichte aus dem FTSE 100 befinden sich im Sinkflug, allerdings nicht so dramatisch. BP (WKN:850517) erreichte ein Fünfjahreshoch im Juli 2014 und ist seitdem um 27% gefallen. Das ist vergleichsweise wenig. In einem ähnlichen Zeitraum hat Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) 29% nachgegeben.

Obwohl dies nicht gerade schön ist, ist es deutlich besser als die Verluste, die manch kleinere Ölunternehmen hinnehmen mussten. Auf lange Sicht denke ich, ist eine Zeit mit niedrigen Ölpreisen gut für die Branche und für Investoren in BP und Shell.

In der Zeit, in der Investitionen in Öl nicht falsch sein konnten, gab es zahlreiche kleine Förderer, die im Grunde nur eine Kapitalverschwendung darstellten. Wenn du allerdings in einer Blase bist, ist es leicht, Geld einzusammeln, selbst, wenn es anderswo deutlich effizienter eingesetzt werden konnte. Da die Unternehmen zu kurzfristigen hohen Ölpreisen bewertet wurden und viele noch gar keine bewiesenen Assets hatten, war für einen langfristigen Anleger wie mich keine ausreichende Sicherheitsmarge vorhanden, die sich zum Kaufen und Halten eignen würde.

Aussieben

Nun werden die Riskantesten ausgesiebt und ein größerer Teil des Kapitals wird in die effizienteren Unternehmen gesteckt. Und das sind genau die Schwergewichte wie BP und Shell.

BP erwartet mehrere Jahre Umsatzwachstum nach einer Zeit der Kostensenkung und Aussortierung verschiedener Anlagen. Damit liegt das KGV für 2016 bei rund 12; und wenn dies die Talsohle ist, dann sieht das für mich sehr attraktiv aus. Auch dann, wenn weitere Abwertungen aufgrund neuer Ölpreissenkungen wahrscheinlich aussehen. Die Dividendenrendite liegt bei knapp 7% und obwohl sie kaum von den Einnahmen 2016 gedeckt wird, arbeitet BP hart daran, eine Kürzung zu vermeiden.

Bei Shell ist das Bild ähnlich. Für 2016 wird ein KGV von 11 erwartet. Die Dividendenrendite bewegt sich mit 6,7% in einer ähnlichen Region und ist etwas besser gedeckt als bei BP. Die Umsatzwachstumsaussichten sind jedoch niedriger und spiegeln sich in der etwas niedrigeren Bewertung wieder.

Groß ist am besten

Da die Großen die Kosten bei Schieferöl immer weiter gedrückt haben und es keinen Grund gibt, in riskante und in gewinnlose Förderer zu investieren (außer du bist ein richtiger Spielertyp), sind die langfristigen Aussichten für BP und Shell positiv, soviel ich sehen kann.

Große Ölaktien sind ein Eckpfeiler einer langfristigen Anlagestrategie, die schon über ein Jahrhundert lang große, langfristige Gewinne gebracht hat.

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The Motley Fool UK hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Alan Oscroft auf Englisch verfasst und am 21.08.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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