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Amazon.coms jüngste Schritte im Bereich Werbung stärken das Unternehmen gegen Google

In der sich schnell entwickelnden Welt der Online-Werbung hat Einzelhandelsriese Amazon.com (WKN:906866) sehr interessante Möglichkeiten.

Amazon ist dafür bekannt, Chancen darauf, Geld zu machen, zu nutzen, um sein Verkaufsgeschäft mit niedrigen Margen zu festigen. Im Jahr 2010 hat das Unternehmen sehr erfolgreich mit dem Schalten von Werbung begonnen. Allein für dieses Jahr schätzt eMarketer, dass Amazon 1,26 Milliarden USD in Form von Werbeeinnahmen generieren wird. Im vergangenen Jahr lagen diese Einnahmen bei 1,03 Milliarden USD.

Auf diesem boomenden Markt begrüßen viele Werber verständlicherweise den verschärften Wettbewerb zwischen Amazon und den derzeit zwei anderen dominanten Kräften des digitalen Werbens: Google (WKN:A110NH) (WKN:A0B7FY) und Facebook (WKN:A1JWVX). Ein jüngster Vorstoß seitens Amazon bringt diese Geschichte weiter voran.

Amazons Änderungen im Bereich Werbung

Amazon hat vor Kurzem Werber darüber benachrichtigt, dass es nicht länger Produktwerbung am Ende der Suchresultate anzeigen wird, welche dann Nutzer auf die Seiten anderer Händler weiterleitet. Solche Produktwerbung war beliebt bei Unternehmen, die es bevorzugen, nicht über Amazons E-Commerce-Plattform zu verkaufen, aber trotzdem nach einer Möglichkeit suchen, auf Amazons rund 280 Millionen starke Kundenbasis zugreifen zu können.

So konnte zum Beispiel eine Seite, die Laufschuhe verkauft, Produktwerbung von Amazon kaufen. Ein Kunde, der dann auf diese Produktwerbung klickte, wurde auf die Seite des Schuherstellers weitergeleitet, anstatt den Schuh über Amazon.com zu kaufen.

Aber Amazon schafft seine Werbesparte natürlich nicht ab. Stattdessen wird es jetzt einfache Text-Werbung in seinen Suchergebnissen verkaufen. Amazon stellt normalerweise spärliche Informationen bezüglich Vorgehensweisen wie dieser zur Verfügung und eine Anfrage des Wall Street Journals zu dem Thema blieb ohne Kommentar. Bedenkt man jedoch Amazons mögliche Motive, scheint es so, als gäbe es hier sowohl große als auch kleine Wettbewerbsmotivationen.

Amazon gewinnt und Google verliert

Aus strategischer Perspektive scheint dieser Schritt Amazons E-Commerce-Plattform auf zwei Arten zu stärken. Zum Einen macht es das Unternehmen Konkurrenten damit schwer, Besucher auf ihre Seiten zu locken, wodurch Verkäufer weiter in Amazons Ökosystem gedrängt werden.

Zum Beispiel haben Verkäufer teurer Marken oft versucht, zu vermeiden, über Amazon zu verkaufen, weil sie so ihre Preisgestaltungskontrolle verlieren, sobald Amazon den Verkauf übernimmt. Amazon hat bereits die Tendenz dazu gezeigt, Preise für Luxusgüter dramatisch zu reduzieren – wie es das für fast alle Produkte tut. Unternehmen mit teuren Produkten sorgen sich darum, dass sie (im schlimmsten Fall) ihre Preisgestaltungsmacht für ihr gesamtes Geschäft verlieren könnten und versuchen daher, das zu vermeiden. Jedoch könnte Amazon dadurch, dass es Alternativen wie Werbung, die Kunden auf andere Seiten leitet, abschafft, diese Unternehmen enger an ihre eigene E-Commerce-Plattform binden.

Zum Anderen wird dieser Schritt Amazon dabei helfen, wertvolle Kundeninformationen zu speichern. Das könnte auch einen potenziell negativen Effekt auf einen von Amazons größten Gegnern in der Werbebranche haben: Google.

Laut Berichten des Walt Street Journals hat Google Produktwerbung als Mittel genutzt, um im großen Stil Nutzerdaten zu gewinnen, die es sicher dafür benutzt hat, um seine eigene Werbung besser zuzuschneiden. Es scheint, als würden Amazons neue Werbeformate dieses Vorgehen weitaus schwieriger für Google gestalten.

Ähnlich wie für andere dritte Parteien würde Amazons Schritt gegen Google dessen Einblick in das Kundenverhalten verringern. Ein schlechteres Verständnis davon, wie 280 Millionen Menschen shoppen, würde Google sicher treffen. Jedoch hat Google selbst viele Möglichkeiten dazu, Einblick in Konsumverhalten zu gewinnen und Amazon ist weit davon entfernt, Googles Fähigkeiten, interessierte Kunden und Werber zusammenzubringen, zu bedrohen.

Wenn der jüngste Schritt von Amazon also keinen signifikanten finanziellen Einfluss auf involvierte Parteien hat, warum ist es dann wichtig?

Dieser Schritt zeigt erneut Amazons enorme Bereitschaft, seine Plattform und diverse Dienstleistungen weiterzuentwickeln, um sich zu verbessern – und wenn möglich, dabei seine Gegner zu hindern. Diese fast rücksichtslose Tendenz hilft, Amazons enormem Erfolg zu erklären. Auch wenn diese Geschichte die Spielregeln nicht ändern wird, hilft sie dabei, eine definierende Tendenz von Amazons Geschäftsverhalten hervorzuheben, die jeder, der darüber nachdenkt, Aktien des Unternehmens zu kaufen, verstehen muss – und wahrscheinlich lieben wird.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon.com, Facebook, Google (A-Aktien) und Google (C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Andrew Tonner auf Englisch verfasst und am 21.8.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

 

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