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Ist jetzt die richtige Zeit, die zerstörten Aktien von Tesco, BP und GKN zu kaufen?

Foto: Tesco

Heute schaue ich mir die Investitionsaussichten von drei großen Unternehmen des FTSE an, die gescheitert sind.

Tesco

Der spritzige Start des Einzelhandelsriesen Tesco (WKN:852647) zu Beginn des Jahres ist verflogen, als erneut Zweifel aufkamen, ob das Unternehmen es mit den Discountern aufnehmen kann. Die Aktie wird nun zu nur etwas mehr als 200 Pence gehandelt, nachdem der Preis in den ersten drei Monaten um 11% fiel. Sollte der Wert unter diese Marke fallen, wäre ein Niveau erreicht, welches seit Anfang Januar nicht mehr da gewesen war.

Schaut man sich den Strom an schlechten Nachrichten an, der das Unternehmen umgibt, vermute ich, dass ein Rückgang auf dieses Niveau unvermeidlich ist. Die neusten Zahlen des Kantar Worldpanels zeigen, dass die Summen auf den Kassenzetteln in den zwölf Wochen bis zum 19. Juli um 0,6% kleiner geworden sind, da der Preiskrieg zwischen den großen Anbietern in Großbritannien die Kundenbasis von Tesco schwinden lässt.

Tesco hofft, dass die neuen Preissenkungsmaßnahmen, wie sein Treue-Bonusprogramm “Clubcard Boost” und die Reduktion der angebotenen Produkte, helfen, sich gegen Aldi und Lidl zur Wehr zu setzen.

Da aber die anhaltenden Rabatte nicht zu einer Rückkehr der Kunden geführt haben und seine Online- und Convenience-Sparte immer mehr Wettbewerb erfährt, ist es nur schwer vorstellbar, dass bald ein Wachstum einsetzt. Und mit dem erwarteten Rückgang der Einnahmen um 10% denke ich, dass das hohe KGV von 24,7 viel Platz für weiteren Schmerz beim Aktienpreis lässt.

BP

Wie bei Tesco denke ich, dass die Wahrscheinlichkeit eines Umschwungs bei dem Aktienpreis von BP (WKN:694194) im besten Falle weit entfernt ist. Das Unternehmen ist seit Mitte Mai um 17% gesunken und sogar um 28%, seitdem der Rohölpreis im letzten Sommer von 115 USD pro Barrel abgestürzt ist. Da die Preise des schwarzen Goldes erneut in der Defensive sind – der Preis für die Sorte Brent ist im August unter die 50 USD-Marke gefallen –, bin ich überzeugt, dass BP ebenfalls noch Federn lassen wird.

Der Ölmarkt produzierte letzte Woche erneut schlechte Nachrichten, als die OPEC-Zahlen zeigten, dass der Output um 100.700 Barrel pro Tag auf 31,5 Millionen steigen soll. Dies wäre das höchste Niveau in den letzten drei Jahren. Der Anstieg wurde durch die anschwellende iranische Fördermenge ausgelöst, die aufgrund der gelockerten Sanktionen durch den Westen ermöglicht wurde. Aber auch die Ölschieferaktivitäten der USA und die beschleunigte Förderung in Russland lassen einen Umschwung in weite Ferne rücken.

Im Lichte dieser Probleme schrumpft die Ölbranche aggressiv. Glencore kündigte massive Einschnitte in seinen Investitionen an und folgt damit den Entlassungen von Shell und Centrica Ende Juli. Wenn man diese Einschnitte sieht, denke ich, dass ein Anstieg des Gewinns von BP in 2015 um 84% im besten Falle optimistisch ist. Damit ist das KGV von 15,6 äußerst fantasiereich. Ich erwarte, dass die Broker erneut den Rotstift hervorholen, wenn sich die Branchendaten verschlechtern. Damit die Gefahr für BP groß, dass sein Aktienpreis weiter nachgibt.

GKN

Das vielfältig diversifizierte Ingenieurunternehmen GKN (WKN:850517) musste ebenfalls eine Zeit schwacher Leistung an der Londoner Börse durchmachen. Das Unternehmen hat in den letzten drei Monaten 16% seines Aktienpreises eingebüßt. Gründe dafür waren die fallenden Umsätze in der Land Systems-Sparte, der Rückgang der Rüstungsnachfrage und die gesunkenen Bestellungen des Airbus A330. Die Investoren hatten nach diesen Nachrichten seit Anfang des Jahres keinen Appetit mehr auf die Aktie.

Ich denke allerdings, dass diese Probleme eher kurzfristiger Natur sind. Auf längere Sicht sollte die hervorragende Stellung von GKN in der Flugzeug- und Automobilbranche zu guten Gewinn- und Wachstumsaussichten führen. Das Unternehmen aus Redditch hatte letzten Monat Fokker Technologies für 499 Millionen GBP gekauft. Diese Transaktion wurde vom Markt als Coup wahrgenommen, der die Expertise des Unternehmens im Markt für Flugzeugkonstruktionen und Verkabelung ausbaut. Zudem erhöht GKN damit seine weltweite Präsenz.

Citi erwartet, dass der Ingenieurdienstleister Einbußen im Gewinn von 11% hinnehmen muss, bevor es nächstes Jahr um 9% bergauf gehen wird. Damit wird das KGV für 2016 von 11,9 auf 10,9 gedrückt. Werte um oder niedriger als 10 werden im Allgemeinen als zu gut angesehen, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen. Aufgrund der langfristigen Wachstumsaussichten in der Automobil- und Luftfahrtbranche vermute ich, dass GKN gut gerüstet ist, um hervorragende Umsatzzuwächse in den kommenden Jahren zu verzeichnen. Damit wird das Unternehmen zum gegenwärtigen Preis ein Geschenk.

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Dieser Artikel wurde von Royston Wild auf Englisch verfasst und am 17.08.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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