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Der Mann, der Warren Buffett wie einen Anfänger aussehen lässt

Foto: Wikimedia Commons

Lei Zhang ist kein gewöhnlicher Mann. Er hat in der Investmentwelt zwar ein kleines Profil, aber etwas anderes ist alles andere als klein: seine Rendite. In den letzten zehn Jahren soll er eine Rendite von 40 % erwirtschaftet haben. Pro Jahr. Das entspräche einer Ver-28(!)-Fachung seines eingesetzten Kapitals. Davon kann ein Normalinvestor wie Warren Buffett nur träumen.

Wie sich herausstellt ist Lei Zhang ein Fool durch und durch, er repräsentiert unseren Investitionsstil wie nur wenige. Keine Frage, dass wir ihn mal genauer unter die Lupe nehmen und schauen, was wir von ihm lernen können.

Wer ist Lei Zhang

Geboren ist er 1972 in einem kleinen Dorf in Zentralchina. 1994 erhielt er einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften in China. 2002 hat er noch mal zwei Master-Abschlüsse an der Elite Uni Yale in den USA draufgelegt. Dort arbeitete er auch als Praktikant beim Universitätsfonds.

Sein dortiger Chef, David Swensen, schien seinen Fähigkeiten vertraut zu haben. Als Zhang 2005 seine Fondsgesellschaft Hillhouse Capital Group gründete, vertraute Swensen ihm 20 Millionen US Dollar des Uni-Vermögens an. Heute managt er mit Hillhouse ein fast eintausend Mal so hohes Vermögen: 18 Milliarden US Dollar.

(Er hat auch andere lustige Dinge gemacht, wie während seines Yale-Studiums ein Buch über Portfolio Management ins Chinesische zu übersetzen, wofür er mal kurz die chinesischen Schriftzeichen für die Wörter „Stiftung“ und „treuhändisch“ erfunden hat.)

Wie und in was Lei Zhang investiert

Der war doch sicher nur ein glücklicher Trader – jeder konnte bis vor ein paar Wochen doch ein Vermögen am chinesischen Aktienmarkt machen. Oder?

Nicht ganz. Zhang ist zwar alles andere als offen, was seine Investitionen angeht, aber einige Dinge sind bekannt. Im Gegensatz zum Großteil seiner am Aktienmarkt tätigen Landsleute investiert er jedes Jahr vielleicht in zwei bis vier Unternehmen; manchmal auch nur in eines. Dafür investiert er in diese große Beträge – und verkauft seine Anteile nicht oder nicht gerne.

Und in was investiert er?

Er tobt sich auf der ganzen Bandbreite aus – von an der Börse notierten Aktien über private, etablierte Unternehmen bis hin zu Silicon Valley Startups. Am meisten liegen ihm Tech-Unternehmen. Zum Beispiel die zweitgrößte Internetfirma Asiens, Tencent Holdings, und das zweitgrößte e-Com Unternehmen Chinas, JD.com. Bemerkenswert ist, dass er in beide Unternehmen schon lange vor ihrem Börsengang investiert hat – und auch selbst nach dem Börsengang scheinbar keinen Gedanken daran verschwendet, seine Anteile loszuwerden.

Zu seinen jüngsten Investitionen gehören Deals in die bereits weit über Silicon Valley hinaus bekannten Startups Uber und AirBnB.

Was wir von Lei Zhang lernen können

Zwar können die meisten von uns (wahrscheinlich) kein Geld in höher und höher gehandelte Internetstartups investieren, trotzdem können wir von Lei Zhangs Einstellung lernen – foolisher geht es nämlich kaum. Hier sind die Dinge, die für mich herausragen.

Nichtstun zahlt sich aus

Typische Startup-Investoren freuen sich auf den größten aller Zahltage – den IPO. Zhang nicht, er wusste, dass er in hervorragende Unternehmen (und Unternehmer) investiert hat, für ihn gab es offenbar keinen Grund seine Anteile zu verkaufen (Ende 2014 / Anfang 2015 verkaufte Hillhouse dann zwar ein paar Anteile, aber lediglich 5 Millionen seiner damals insgesamt 310 Millionen Aktien). Nur indem er an seinen überzeugenden Investitionen festgehalten hat, konnte er im vergangenen Jahrzehnt diese außergewöhnliche Rendite erreichen – sein Investment in JD.com hat er so in fünf Jahren verfünfzehnfacht …

Investiere nicht in jede hochgelobte Investitionsgelegenheit

Ein studentischer Zuhörer eines Vortrags von Zhang an der Columbia University zitiert Zhang mit den Worten „Es kommt nicht auf das Format an, sondern auf die Essenz.“ Für Zhang bedeute Essenz, dass er in Unternehmen investiert:

  • „die Sinn für ihn machen“
  • „an die er aufrichtig glaubt“
  • „die von Leuten geführt sind, an die er glaubt und die offen sind“
  • „die über lange Zeiträume wachsen können“

Er investiert also nur, wenn er zu 100 % vom Gesamtpaket überzeugt ist. Er hat kein Problem damit, dass ihm durch diesen Ansatz viele großartige Investitionen durch die Lappen gehen. Ihm ist es wichtiger, dass diejenigen Investitionen, die er tätigt, die besten langfristigen Möglichkeiten haben.

Für uns bedeutet das: Wir müssen nicht in alle Unternehmen investieren, die potentiell große Chancen haben. Wenn wir von einem nicht ganz überzeugt sind, dann können wir die potentielle Chance auch sausen lassen.

Langfristig orientierte Anleger sind im Vorteil

Der Student drückt Zhangs Ansicht so aus: „Von Tag Eins an [haben Anleger mit einer langfristigen Orientierung] einen riesigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Leuten.“ Der Grund ist, wie er es nennt: „Free Option Value of Time Arbitrage“.

Für uns heißt das: Wir müssen nicht hier und heute eine Aktie kaufen. Zum Beispiel wenn wir sie als teuer identifiziert haben. Dann haben wir als langfristige Anleger den Luxus, auch mal Monate oder im Zweifel Jahre zu warten, bis sich eine Gelegenheit ergibt, zuzuschlagen. Daytrader und die meisten Fondsmanager können sich so etwas nicht erlauben.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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