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Apples Autoprojekt ist schon weiter als du denkst

Quelle: Apple

Mittlerweile sollte es nicht mehr viele Zweifel daran geben, dass Apple (WKN:865985) tatsächlich an einem E-Auto schraubt. Dafür gab es mittlerweile schon zu viele Berichte, die dasselbe sagten. Anfang des Jahres konnte das Wall Street Journal berichten, dass das „Project Titan“ Anfang 2014 grünes Licht bekommen hätte, und dass Apple seitdem alle möglichen Entscheider aus der Autoindustrie ins Boot geholt hätte, darunter auch vom Nachbarn aus dem Silicon Valley Tesla Motors (WKN:A1CX3T).

Apple war schon immer ein großer Freund von umweltbewusstem Handeln, und wie kann man sich besser dahinter stellen als mit einem Projekt zur massentauglichen Verbreitung elektrischer Fahrzeuge? Allerdings denkt Apple jede Idee mindestens einmal durch, und sagt zu tausenden am Ende dann „Nein, danke“. Auch wenn es so aussieht, als ob Apple die Entwicklung von selbstfahrenden Autos auslotet, ist es doch denkbar, dass Apple das Projekt einfach abbricht und das Apple Car niemals das Licht der Welt erblickt. Und wenn es dann doch kommen soll, kann es noch ein paar Jahre dauern.

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Neulich aber haben Apples Top-Designer öffentlich ihre Abneigung gegenüber modernen Fahrzeugen kundgetan. In einem sehr seltenen Feature im The New Yorker hat Chefdesigner Jony Ive gesagt, dass viele Autos auf der Straße heute „schockierend“ aussehen, „unnötig“ gar, dass sie darauf angelegt seien, „anders“ zu sein, „aber nicht besser“. Und letzte Woche hat der legendäre Designer, Ives Freund und ein gerade erst zu Apple gestoßener Mitarbeiter Marc Newson dem Wall Street Journal folgendes über die Autoindustrie gesagt: „Es gab einmal eine Zeit, in der Autos stellvertretend für alles Gute am Fortschritt standen. Aber jetzt befinden wir uns in der Talsohle.“

Operations-Vorstand Jeff Williams hat das Auto das „ultimative Mobilgerät“ genannt und darauf hingewiesen, dass Apple immer alle Möglichkeiten in Betracht zieht. Das meinte Steve Jobs also, als er sagte, dass Apple ein Schiff wäre, das vor allem oben undicht sei.

Nun, The Guardian jedenfalls berichtet, dass Apples Bemühungen im Fahrzeugsektor schon viel weiter sind als du vielleicht annimmst.

Schon in der Testphase?

Angeblich ist man schon dabei, sich nach Orten für die Prototypen-Tests in der Nähe von San Francisco umzusehen. Darunter auch die GoMentum Station, die einst eine Navy-Basis war. Apples Auto soll auch die Möglichkeit haben, selbstfahrend zu funktionieren, und das Gelände ist von der Armee abgeschirmt. Diese Menge an Sicherheit und Geheimniskrämerei passt so richtig zu Apple.

Die Dokumente, die The Guardian in die Hände bekommen hat, deuten darauf hin, dass Apple bereits einen Prototyp bereit zum Testen hat. Jemand aus der Chefabteilung von GoMentum bestätigte auch, dass Apple bereits „vorbeigeschaut“ hätte und „interessiert“ gewesen sei, wollte darüber hinaus aber nichts sagen. Die GoMentum Station wird von vielen Autoherstellern genutzt, die auf der Suche nach einer offenen Strecke sind, um connected Cars und selbstfahrende Modelle zu testen.

Himmlisches Paar?

Es wäre natürlich schon ein Schock, wenn Apple bereits so weit fortgeschritten wäre. Vor allem, weil das Project Titan erst Anfang letzten Jahres gestartet worden ist. Aber es gibt ein paar schlüssige Erklärungen, wie es sein kann, dass Apple derart schnell unterwegst ist.

Im letzten Jahr haben sich Apple und Tesla getroffen, was zu den Gerüchten führte, dass Apple gerne Tesla kaufen möchte. Wenn man einmal zurück blickt, dann kamen die Gerüchte genau zu der Zeit auf, als das Project Titan gestartet wurde. Natürlich gibt es viele Sachen, die die beiden Riesen miteinander zu besprechen haben. Ich hatte ursprünglich gedacht, dass Apple eine sichere Quelle an Lithium-Ion-Batterien klar machen wollte, die in der gerade entstehenden Gigafactory hergestellt werden sollen. Es ist allerdings auch gut denkbar, dass die beiden eine Zusammenarbeit besprochen haben.

Immerhin hat Tesla dann ein paar Monate später den Code für alle seine Patente veröffentlicht, um die allgemeine Akzeptanz von E-Fahrzeugen zu beschleunigen. Elon Musk hat noch nie Konkurrenz gescheut, und sein großes Ziel mit Tesla war immer, dass man Tramsport für jedermann auf welche Art auch immer schafft. So erklärte er seine Entscheidung:

Wenn wir alle in demselben Boot sitzen, und dieses Boot ein paar Löcher im Rumpf hat, und wir alle am Schöpfen sind, und wir ein wunderbares Design für unsere Eimer haben, dann sollten wir doch, selbst wenn wir besser als alle anderen schöpfen, das Design für den Eimer teilen.

Auch wenn es zwischen Apple und Tesla immer wieder Gerangel über abgeworbene Mitarbeiter gab, sollte es doch keinen Zweifel daran geben, dass die beiden auf die eine oder andere Weise auf produktive Art miteinander arbeiten können, um den Markt für E-Fahrzeuge voran zu treiben. Es handelt sich immerhin um zwei der disruptivsten Unternehmen der Erde.

Und vielleicht tun sie das schon längst.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple und Tesla Motors. Dieser Artikel von Evan Niu erschien am 17.8.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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