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Warum der K+S-Deal mit Koch Fertilizer ein guter Schachzug für K+S-Investoren ist

Foto: freestockphotos.biz

Der deutsche Kali- und Salzproduzent K+S (WKN:KSAG88) gab am Dienstag eine Liefervereinbarung mit Koch Fertilizer bekannt, im Rahmen derer sich die Nordamerikaner fast ein Viertel der Jahresproduktion der 2016 in Produktion gehenden K+S-Kali-Mine in Kanada sichern. Analysten und institutionelle Investoren äußerten sich kritisch gegenüber dem Deal. Lass uns einen Blick darauf werfen, warum – und weshalb wir Fools uns dieser Meinung nicht anschließen sollten.

Die gute Nachricht

Bis Ende 2017 rechnet K+S mit einer Jahresproduktion der neuen Kali-Mine von zwei Millionen Tonnen. Über die Vereinbarung mit K+S sicherte sich Koch Fertilizer „das exklusive Recht“ auf die Lieferung von jährlich 453.000 Tonnen Kali aus dieser Mine – das entspricht also rund 23 % oder fast einem Viertel der mittelfristigen Gesamtkapazität.

Auch im Vergleich zum Kali-Verkaufsvolumen von K+S im vergangenen Jahr insgesamt (6,9 Millionen Tonnen) entsprechen diese 453.000 Tonnen immerhin 6,6 %. Das hört sich erst einmal nach einer guten Nachricht an. Trotzdem hörte man überwiegend kritische Stimmen. Laut Reuters schrieb Scotiabank Analyst Ben Isaacson:

„Die institutionellen K+S-Investoren mit denen wir über Nacht gesprochen haben, fanden diesen Schachzug frustrierend, und unserer Meinung nach berechtigterweise.“

Die Kritiker sehen zwei Haken an dem Deal. Fools sollten sich darüber ebenfalls Gedanken machen, allerdings sehe ich die langfristigen Auswirkungen für K+S-Aktionäre deutlich positiver.

Kritikpunkt 1: Wieder erhöhter Druck auf Kalipreise

Außer den Exklusivrechten für Koch auf 453.000 Tonnen Kali gab K+S keine weiteren Details der Vereinbarung bekannt. Also weder wie lange der Deal gültig ist, noch was passiert, wenn Koch aus irgendwelchen Gründen keinen Gebrauch seines Exklusivrechts macht, noch zu welchem Preis Koch die angegebene Menge abnehmen würde.

Besonders letzteres scheint Anlass zu Befürchtungen zu geben. In den vergangenen Jahren wurde deutlich weniger Kali auf dem Weltmarkt nachgefragt, als die Bergbauer abbauen könnten, was zu erheblichem Preisdruck führte, der sich erst in den vergangenen Monaten wieder auflockerte.

Die Gefahr des Deals ist, dass er das erst gerade wieder etwas eingependelte Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot wieder aus den Fugen bringen kann. Ben Isaacson sieht das sogar sehr kritisch: „[die Vereinbarung zwischen K+S und Koch] würde es schwierig machen, den Preis des Rohstoffs über den Grenzkosten halten zu können.”

Allerdings sehe ich diese Sorge aus zwei Gründen als übertrieben an. Erstens lag die Nettomarge der Kali-Hersteller im herausfordernden letzten Jahr immer noch deutlich im zweistelligen Bereich – also bei äußerst gesunden Werten, die durchaus noch viel Spielraum zulassen.

Zweitens kann man aufgrund der steigenden Weltbevölkerung und der sinkenden Agrarflächen erwarten, dass die Nachfrage nach Düngemittel – um landwirtschaftlich effizienter zu arbeiten – langfristig deutlich steigen wird. Und die 453.000 Tonnen, über die wir hier sprechen, machen nicht einmal 1 % der weltweiten Kaliproduktion aus (welche 2014 bei unter 70 Millionen Tonnen lag).

Meiner Meinung nach wird sich dieser Deal nur wenig bis gar nicht auf den gesamten Kalimarkt auswirken – er könnte sogar einfach nur die steigende Nachfrage repräsentieren.

Kritikpunkt 2: K+S macht sich weniger attraktiv für Potash

Dir ist wahrscheinlich nicht entgangen, dass sich der kanadische Kaliproduzent Potash Corp (WKN:878149) äußerst intensiv um eine Übernahme von K+S bemüht und sich auch nicht von einem „Nein“ der Deutschen abschrecken ließ.

Von daher könnte dieser Deal – der immerhin rund ein Jahr vor der Eröffnung der Mine geschlossen wurde – in der Tat ein weiteres Verteidigungsinstrument des K+S-Managements sein, um die Potash-Offerte abzuschmettern. Die Worte von K+S-Manager Dr. Andreas Radmacher lassen zumindest darauf schließen: „[Die Vereinbarung mit Koch] hebt unsere Position als zuverlässiger und unabhängiger Lieferant im Markt hervor.“

Was Potash an dieser Vereinbarung stören wird, ist die Tatsache, dass sich Koch dadurch eine erhebliche Portion der Jahresproduktion der kanadischen Mine von K+S jetzt schon gesichert hat. Würde Potash also K+S doch erfolgreich übernehmen, könnte man das dort produzierte Kali nicht komplett über Canpotex – ein Zusammenschluss der Kanadischen Kaliproduzenten – vermarkten, was die Preisgestaltungsmöglichkeiten beeinträchtigen würde.

Das verringert den Wert von K+S für Potash und macht eine Übernahme vorrausichtlich unwahrscheinlicher. Allerdings sehe ich das als Foolisher Investor positiv, denn meine K+S-Anteile möchte ich nur ungern an die Kanadier verlieren, da ich die langfristigen Aussichten der K+S Aktie deutlich positiver einschätze, als der (wiederholt geringe) Angebotspreis von Potash wiederspiegelt.

Wenn dieser Deal also tatsächlich die Übernahmebemühungen von Potash beeinträchtigt, dann sollten wir ihn also umso mehr begrüßen.

Trotzdem wäre größere Transparenz wünschenswert

Allerdings stört mich an dem Deal auch die Tatsache, dass sich K+S in Schweigen hüllt, was die Details angeht. Sollte es das Primärziel gewesen sein, die Potash-Übernahme zu blockieren, dann kann es durchaus sein, dass der Deal Bedingungen enthält, die das Geschäft von K+S mittelfristig tatsächlich weniger profitabel machen.

Das würde den Wert der K+S Aktie für uns Fools insgesamt schmälern, da wir über einige Jahre hinweg eventuell eine etwas geringere Profitabilität sehen könnten. Allerdings wäre der Deal sogar dann noch ein guter Schachzug für uns, denn selbst dieser saure Apfel dürfte langfristig besser schmecken als die 41 Euro je Aktie, die Potash für K+S bietet.

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Bernd Schmid besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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