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3 Gründe, warum die Umwandlung von Google zu Alphabet das Unternehmen zu einer besseren Investition macht

Foto: Pixabay, Hebi65

Du hast die Neuigkeit letzte Woche sicherlich schon mitbekommen. Google  (WKN:A110NH) wird bald nicht mehr als Google Inc. an der Börse gelistet sein, sondern entwickelt sich demnächst  zu einer Holding mit dem Namen Alphabet. Klingt erst mal nicht so aufregend, oder? Lass mich dir drei Gründe dafür nennen, warum dieser Schritt von Google Vorteile für Aktionäre mit sich bringt und warum das Unternehmen für mich jetzt ein noch besserer Kauf ist als vorher!

1. Die Geschäftsbereiche können eine eigene Identität aufbauen

Bei Google denken die meisten Menschen erst mal an die Suchmaschine. Entsprechend bringen Kunden auch Produkte der neuen Geschäftszweige — wie die Smart-Home Produkte von Google Nest — mit der Suchmaschine in Verbindung. Das soll sich zukünftig ändern. Der Name Google Nest nicht mehr sinngemäß, stattdessen würde der Geschäftszweig als eigenständiges Unternehmen nur noch Nest heißen, um nicht mehr mit Googles Internet-Franchise in Zusammenhang gebracht zu werden.

Bei vergleichbaren Unternehmen gibt es dieses Problem nicht, oder es wird anders gehandhabt. So profitiert Apple (WKN:865985) davon, dass die Marke für Qualität, Haptik und auch ein bisschen für Luxus steht. Apple hat mit Macs angefangen und die ganze Produktlinie dann um iPods, iPhones, iPads und so weiter ergänzt. Das machte also Sinn. Amazon (WKN:906866) schreibt seinen Namen ebenfalls vor jedes seiner Produkte, doch auch das macht Sinn, denn hierdurch bauen Kunden ein Beziehung zu dem Unternehmen auf, fühlen sich als Amazon Prime Mitglied gut versorgt und bestellen noch mehr Produkte beim Versandriesen.

Doch Google wird immer hauptsächlich der Name der Suchmaschine bleiben. Genau das könnte sowohl negative Auswirkungen auf die neuen Geschäftsbereiche und Produkte, als auch auf die Marke der Suchmaschine selber haben. Als Beispiel: In meinem Bekanntenkreis habe ich schon oft Sätze gehört wie „Google weiß doch fast alles über mich“. Durch ein solches Denken könnten potenzielle Kunden für die Smart-Home Produkte von Nest abgeschreckt werden, weil sie fürchten, ihre Privatsphäre zu verlieren.

Durch Alphabet kann das Problem gelöst werden und neue, eigenständigen Marken und Franchises aufgebaut werden.

2. Google könnte das Berkshire Hathaway des 21. Jahrhunderts werden

Larry Page, der Mitbegründer und CEO von Google und zukünftig der CEO von Alphabet, hat bereits in einem Financial Times Interview im letzten Jahr von Warren Buffett — und damit auch von Berkshire Hathaway  (WKN:854075) — als Vorbild für eine mögliche Umstrukturierung von Google gesprochen. Das ist auch kein Wunder, denn Berkshire Hathaway ist die größte und erfolgreichste Holding-Gesellschaft der Welt. Bis dato. Denn Larry Page möchte in die Fußstapfen von Buffet treten und noch Größeres erreichen, als er mit dem größten Internet-Konzern der Welt schon erreicht hat.

Aber was ist daran genau der Vorteil für uns Investoren, schließlich bleibt doch das Unternehmen das gleiche?

Ja, aber durch die Holding werden die vielen einzelnen Geschäftsbereiche von Google stärker getrennt. Google ist nicht mehr ein reiner Internetkonzern, sondern in weiteren Geschäftsbereichen aktiv. Dazu zählen (unter anderem):

  • Mobile Betriebssysteme – Google entwickelt das weltweit am meisten genutzte mobile Betriebssystem Android.
  • Glasfaser-Internetzugänge – Google baut mit Fiber seine eigene Internet-Infrastruktur auf. In einem halben Dutzend US-Städten bietet Google die bis zu 1 GB/s schnellen Glasfaser-Zugänge bereits an.
  • Life-Sciences – Google forscht an einer Kontaktlinse, die Blutzuckerwerte messen soll und an neuartigen Krebstherapien.
  • Langlebigkeit – Google forscht mit seiner Gesundheitsfirma Calico an den Zusammenhängen zwischen Genetik und altersbedingten Leiden.
  • Smart-Home – Google wird mit seiner Smart-Home Firma Nest zu einem wichtigen Akteur beim zukünftigem Mega-Markt Internet der Dinge.
  • Zahlmethoden – Google steigt mit Wallet in das Geschäft der Online Bezahlsysteme ein und konkurriert hier mit PayPal, Apple Pay und Amazon Payments.
  • Start-Ups – Google beteiligt sich mit Ventures an vielversprechenden Start-Ups.
  • Investments – Google investiert mit Capital auch in reifere Technologiefirmen.
  • „Moonshots“ – Google forscht unter Google X an besonders visionären Projekten wie zum Beispiel dem selbstfahrenden Auto.

Alle diese Geschäftsbereiche werden zusätzlich zu Googles Kerngeschäft unter dem Dach der Alphabet Holding operieren. Damit kann die Unternehmensführung Cash steuereffizient von einer Tochtergesellschaft zur anderen transferieren, obwohl es sich um eigenständige Unternehmen handelt.

Eben diese Fähigkeit, nämlich Geld von Unternehmen, die es nicht brauchen, zu Unternehmen zu schieben, die es brauchen, ist einer der größten Wettbewerbsvorteile von Berkshire Hathaway. Wenn Larry Page und Googles Finanzchefin Ruth Porat dabei nur halb so talentiert sind wie Buffet, wird sich Alphabet zu der dominierenden Holding im 21. Jahrhundert entwickeln.

3. Transparenz

Larry Page teilte uns bei der Presseerklärung zur Alphabet Umstrukturierung mit, dass er sich unter anderem darauf freut, zusammen mit der Umstrukturierung die Transparenz und Übersichtlichkeit von Googles Aktivitäten zu verbessern. Dabei ist Transparenz ein sehr wichtiges Schlagwort. Viele Experten sehen hier den Hauptgrund dafür, dass die Google Aktie am gleichen Tag nach oben schnellte. Doch was genau ist damit gemeint und warum ist Transparenz so wichtig?

Bisher ist es so gewesen, dass es sehr schwierig für Investoren war, die Performance der einzelnen Unternehmensbereiche von Google zu differenzieren. Vielfach konnte nicht festgestellt werden, welcher Geschäftsbereich nur vergeblich forscht und welcher sich zu einem wirklich lukrativen Geschäftsmodell entwickelt.

Mit der Umwandlung zur Holding Gesellschaft möchte Page nun auch die finanzielle Transparenz erhöhen. Zunächst wird Alphabet die Geschäftsergebnisse von Google Inc. und der restlichen Geschäftsbereiche getrennt herausgeben. Hierdurch können Investoren die Ergebnisse des Kerngeschäftes auswerten, ohne dabei die Einflüsse aus den neuen Geschäftsbereichen berücksichtigen zu müssen. Damit ist der Grundstein gelegt, um zukünftig auch die Zahlen weiterer Geschäftsbereiche separat herauszugeben.

Wir Aktionäre können dann besser vorauskalkulieren, wann sich das Umsatzwachstum eines Geschäftsbereichs beschleunigt oder verlangsamt. Weiterhin können wir uns eigenständig ein Bild darüber machen, welcher Geschäftsbereich gut läuft, wo das Management einen guten, oder schlechten Job macht und welche Produkte die vielversprechendsten sind. Google wird durch Alphabet somit nicht nur zum strukturierteren, sondern auch transparenteren Unternehmen – und damit zur besseren Investition.

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Robert Schleifenbaum besitzt Aktien von Google, Berkshire Hathaway und Amazon. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon.com, Apple, Berkshire Hathaway und Google (A Anteile und C Anteile).

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