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Das Geschäft rund um medizinisches Marihuana könnte nach dieser Studie in Schwierigkeiten stecken

Quelle: Colorado Marijuana Enforcement Division.

Der Einfluss von Marihuana wächst in medizinischer sowie privater Hinsicht wie Unkraut (entschuldige das Wortspiel). Zur Zeit haben 23 Staaten (und Washington D.C.) Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, während weitere vier Staaten (zusammen mit Washington D.C.) es erlaubt haben, die auf Bundesebene illegale Droge zu privaten Zwecken zu erwerben.

Obwohl der private Gebrauch für Staaten am interessantesten ist, da sie ihre Steuereinnahmen erhöhen und ihre Budgetlücken füllen wollen, steht der medizinische Gebrauch dem in nicht viel nach. Er birgt das Potenzial, chronische und häufig tödliche Krankheiten behandeln zu können.

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Medizinisches Marihuana übernimmt

Ein führendes Unternehmen in der Marihuana-Forschung ist GW Pharmaceuticals (WKN:693692). GW hat fünf Dutzend Cannabinoide der Cannabispflanze entdeckt, von denen es hofft, sie für positive biologische Veränderungen bei Patienten nutzen zu können.

Die vielversprechendste experimentelle Therapie des Unternehmens ist Epidiolex – eine auf Cannabidiol basierende flüssige Formel, die hergestellt wurde, um zwei seltene Formen von Epilepsie (das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom) zu behandeln. Erste Studien haben eine 56-prozentige Senkung der Frequenz der Anfälle für Dravet-Syndrom-Patienten sowie eine 52-prozentige Senkung der Frequenz von Sturzanfällen, die im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom stehen, gezeigt.

Quelle: GW Pharmaceuticals

Quelle: GW Pharmaceuticals

Zusätzlich zu Epilepsie greift GW Pharmaceuticals acht weitere Krankheiten mit seinen auf Cannabinoiden basierenden Verbindungen an. Dazu gehören Gliome, Ty-2-Diabetis und Schizophrenie.

Aber was ist, wenn medizinisches Marihuana nicht die Wunderdroge ist, zu der es von einigen Forschern und Aktivisten gemacht wurde?

Diese Studie könnte schlechte Nachrichten für die Branche des medizinischen Marihuanas bedeuten

Laut einer Studie, die im späten Juni von zwei Forschern der Yale University of Medicine veröffentlicht wurde und im Journal of the American Medical Association erschien, könnte es sein, dass medizinisches Marihuana nicht so einen großen Nutzen bringt, wie derzeit angenommen wird.

Die Forscher haben 79 frühere Studien analysiert, die fast 6.500 Leute betrafen und herausgefunden, dass Marihuana keine sonderlich effektive Lösung für bestimmte Symptome darstellt — im Vergleich zu einem Placebo oder keiner Behandlung. Die Forscher stellten fest, dass medizinisches Marihuana effektiv dabei zu sein scheint, langfristige Schmerzen sowie Muskelkrämpfe und mit Multiple Sklerose im Zusammenhang stehende Muskelstarre zu behandeln. Auf der anderen Seite zeigte sich Marihuana als weniger effektiv als angenommen, wenn es darum geht, Übelkeit, die durch Chemotherapien ausgelöst wird, Angststörungen, Schlafstörungen, mit HIB im Zusammenhang stehenden Gewichtsverlust sowie das Tourette-Syndrom zu behandeln.

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Der leitende Autor dieser Studie, Dr. Deepak Cyril D’Souza, ging sogar soweit, die Prämisse, unter welcher medizinisches Marihuana in 23 Staaten legalisiert wurde, in Frage zu stellen:

Wenn der primäre Vorgang, durch den Medizin für „medizinische Zwecke“ in den USA zugelassen wird, der Zulassungsprozess der Food and Drug Administration ist, erreicht die Beweislage im Hinblick auf viele Indikatoren hier nicht die gegenwärtige Beweisschwelle.

Um es kurz zu sagen: Die Hauptaussage der Forscher ist, dass medizinisches Marihuana zwar für einige Symptome vielversprechend ist, aber ungerechtfertigterweise als Wundermittel beschrieben wurde, wenn man mit früheren Studiendaten Vergleiche zieht.

Größere Sorgen für die Marihuana-Branche

Zusätzlich zu den besorgniserregenden Ergebnissen der Yale-Studie sieht sich die Industrie, die sich rund um medizinisches Marihuana aufgebaut hat, weiteren Sorgen ausgesetzt.

Die Gesetzgeber scheinen keine Eile dabei zu haben, die Klassifizierung von Marihuana zu verändern, obwohl die öffentliche Meinung große Unterstützung für medizinisches Marihuana zeigt (jüngst in einigen Swing-Staaten). Da die Wahlen 2016 bevorstehen, haben es die Gesetzgeber nicht eilig damit, ein etabliertes Bundesgesetz zu kippen oder eine potentiell kontroverse Haltung einzunehmen, die ihren politischen Karrieren schaden könnte. Da weiterhin ausgereifte Ergebnisse mit jahrzehntelangen negativen Marihuana-Daten verglichen werden müssen, wollen Gesetzgeber keine voreiligen Entscheidungen im Hinblick eine neue Klassifizierung oder die Entkriminalisierung von medizinischem Marihuana fällen.

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Finanzierung ist ein weiteres Problem für Ausgabestellen. Weil Marihuana auf Bundesebene eine illegale Droge bleibt, sind finanzielle Dienste für Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Marihuana basiert, weitestgehend nicht verfügbar. Das ist nicht der Fall bei Pharmaunternehmen wie GW Pharmaceuticals, aber es war in der Vergangenheit ein Problem für legale Vergabestellen, die mitunter damit zu kämpfen hatten, einfache Kontofunktionen und Kredite zu erhalten. Wenn man nur mit Bargeld und Zahlungsanweisungen arbeiten kann, kann das die Fähigkeit, das Produkt zu kaufen oder manchmal sogar den Kunden zu dienen, stark einschränken.

Ein weiteres Problem für Ausgabestellen sind Steuern. Selbst wenn einige Staaten medizinisches Marihuana legalisieren, steht das bundesweite Steuergesetz über dem der einzelnen Staaten. Das bedeutet, dass Marihuana-Unternehmen ihre geschäftlichen Ausgaben im Gegensatz zu anderen Unternehmen häufig nicht steuerlich absetzen können. Tatsächlich zahlen Marihuana-Läden Steuern auf ihren Bruttogewinn anstatt auf ihren Nettogewinn und haben damit am Ende meistens geringe (oder gar keine) Profite.

Das große Ganze

Im Großen und Ganzen zeigt die Analyse der Yale University School of Medicine deutlich, dass die Dynamiken der Marihuana-Industrie noch etabliert werden müssen, womit jede Art von Investition extrem riskant wäre.

Selbst GW Pharmaceuticals, das sich keinem der Finanzierungs- und Steuerproblemen ausgesetzt sieht, bietet keine Garantie für Profite oder die Fähigkeit, langfristig überleben zu können.

Sativex ist zum Beispiel ein Mundspray, das aus Cannabidiol und dem psychoaktiven Element Tetrahydrocannabinol (THC) besteht und in den ersten drei langfristigen Studien versagt hat, in denen es darum ging, die Droge als Behandlung für Krebsschmerzen in den USA zu testen. Nur weil Marihuana Krebspatienten in vielen der 23 Staaten verschrieben wird, heißt das nicht, dass es definitiv ein klinischer Erfolg sein wird, wie GWs erste Phase-3-Studie zeigte.

Um es kurz zu machen: Bis die Aussichten für medizinisches Marihuana sicherer sind und wir bessere Daten bezüglich seiner Effizienz zur Verfügung haben, ist das Investieren in diese Branche ein Spiel mit dem Feuer.

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The Motely Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 9.8.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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