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3 Dividenden-Dinosaurier, die wir uns nicht leisten würden: Procter and Gamble, Wal-Mart und Sysco

Foto: Pixabay, 7854

„Dividenden-Dinosaurier“ haben sich als die Aktien mit so ziemlich den besten Erträgen herausgestellt. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die ihre Dividendenausschüttung die letzten 25 Jahre oder länger beständig erhöht haben. Diese Form von Stabilität und Einnahmezuwächsen stellt für Investoren normalerweise eine gute Einnahmequelle dar.

Allerdings ist die Vergangenheit nicht immer ein Indikator für die Zukunft. Mancher Dividende-Dino ist jetzt in einer schwierigeren Lage, als die Zahlen zeigen. Im folgenden findest du drei Analysen von unseren Spezialisten, welche drei dieser Aktien du am besten meiden solltest: Procter & Gamble (WKN:852062), Wal-Mart (WKN:860853) und Sysco (WKN:859121).

Jeremy Bowman (Procter & Gamble): Natürlich darf man bei einem Unternehmen wie P&G, das mit einer solchen Vergangenheit aufwarten kann, nicht einfach so die Nase rümpfen. 200 Jahre Tradition, dabei noch Marken mit einem Gesamtwert von 23 Milliarden USD im Portfolio. Allerdings ist die Position des Haushaltsgiganten derzeit nicht so stabil wie die Zahlen vermuten lassen.

Das Umsatzwachstum ist nicht vorangegangen, weil das Unternehmen den Markt in erste Welt Ländern gesättigt hat und nicht in der Lage ist, Marktanteile in Entwicklungsländern auszubauen. Internetunternehmen wie der Dollar Shave Club graben beispielsweise Gillette die Kunden ab. Die Hygiene-Sparte von P&G musste im letzten Quartal Verluste hinnehmen.

Außerhalb der USA hat der starke Dollar die Profite verringert, leider kommt der Großteil der Umsätze aus dieser Region. Darüber hinaus ist die neue Strategie, dass man kleine Marken verkauft und die neuen Befehlshaber noch unerprobt.

Deswegen hat P&Gs Aktie in den letzten fünf Jahren den S&P 500 mächtig unterperformt und ist jetzt auf einem 52-Wochen-Tief. Auf Cashflow-Basis ist das Payout-Verhältnis jetzt bei 67%, was zeigt, dass es wenig Platz gibt für mehr Dividende ohne Einnahmewachstum, vor allem weil das Unternehmen aggressiv Aktien zurück gekauft hat.

P&Gs letzter Dividendenanstieg war nur bei 3%, und ich würde denken, dass der nächste auch nur minimal sein kann. Auch wenn man noch immer eine sehr solide Dividende von 3,3% ausschüttet, kann man als Investor doch woanders etwas lohnenderes finden.

Dan Caplinger (Wal-Mart): Dividenden-Investoren schätzen große und sichere Unternehmen. Auf den ersten Blick scheint Wal-Mart genau das zu sein. Wal-Mart schüttet seit 42 Jahren beständig eine wachsende Dividende aus, und die Langzeit-Returns für die Aktie waren auch alles andere als schlecht.

Das Problem: Wal-Mart ist schon seit ein paar Jahren auf dem absteigenden Ast. Im Geschäftsjahr 2014 musste man Wachstumsrückgang hinnehmen, nachdem man davor nur 0,4% wachsen konnte. Und das nach der Baisse von 2010/2011. Wal-Mart war nicht in der Lage, seine Verwundbarkeiten und Schwächen adäquat anzugehen.

Einkommensinvestoren können diese nicht gerade berauschende Performance bei der Dividenden-Richtlinie spüren. Seit Jahren waren Dividenzuwachs von 10% bis 20% die Regel, was das Wachstum des Händlers gespiegelt hat. Doch seit 2013 hat das Unternehmen zwei Mal einen Zuwachs von lediglich 0,01 USD pro Aktie einfahren können, was dann in Dividendenerhöhungen von lediglich 2% resultierte. Das signalisiert, dass auch das Management selber nicht gerade davon überzeugt ist, dass Wal-Mart zurück zu großem Wachstum zu führen ist.

Wal-Mart verdient Respekt und Anerkennung als Dividenden-Dino, und das Unternehmen hat früher schon harte Zeiten überstanden. Die Schwierigkeiten, denen man sich heute ausgesetzt sieht, sind allerdings groß genug, dass man gut drüber nachdenken sollte, ob Wal-Mart tatsächlich einem die Tasche voll machen kann.

Bob Ciura (Sysco): Nicht alle Dividenden-Dinos sind gleich, und ich nehme nicht an, dass Syscos Zukunft Investoren genauso belohnen wird wie die Vergangenheit des Unternehmens. Das Unternehmen ist ein Dividenden-Dino, hat eine Cash-Dividende seit dem IPO 1970 gezahlt und diese seitdem 46 Mal erhöht.

Allerdings ist das Wachstum futsch. Die Profite für 2014 lagen bei 1,58 USD pro Aktie, 2009 waren es noch 1,77 USD pro Aktie.

Das liegt zu Teilen an der enormen Konkurrenz in der Nahrungsmittel-Branche. Sysco hat angegeben, dass in den USA über 15.000 Unternehmen darum kämpfen, Nahrung und andere Produkte an Unternehmen in der Nahrungsmittel-Branche zu verkaufen. Ein weiterer Grund für Syscos langsames Wachstum ist, dass immer mehr Endkunden Bio-Produkte kaufen und von verpackten Lebensmitteln Abstand nehmen.

Mit abnehmendem Profit kommt auch das Dividendenwachstum zum Stopp. Das Unternehmen hat jetzt schon seit ein paar Jahren Zuwachs in Form von gerade einmal 0,01 USD pro Aktie, was so wirkt, als wollte man bloß nicht den Lauf unterbrechen. Allerdings gibt es noch jede Menge andere Dividenden-Dinos, die 3% und mehr abwerfen und bessere Wachstumsaussichten haben. Deswegen würde ich die Finger von Sysco lassen.

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The Motley Fool empfiehlt Procter & Gamble. Dieser Artikel von Bob Ciura, Dan Caplinger und Jeremy Bowman wurde am 7.8.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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