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3 Aktien, die wir nie verkaufen werden: Netflix, Walt Disney und Apple

Foto: The Motley Fool

Für Alltagsinvestoren stellt sich irgendwann die lästige Frage, wann man eine Aktie verkaufen sollte. Im Idealfall ist die Antwort: Nie. Der größte Investor der Welt, Warren Buffett, hat berühmterweise gesagt: „Unsere Lieblingshaltezeit ist für immer“.

Buffett sucht nach Aktien mit wirtschaftlichem Schutz vor Konkurrenz – nachhaltige komparative Kostenvorteile, die Profite in der absehbaren Zukunft einfahren. Eines von Buffetts Lieblingsunternehmen, Coca-Cola, hat enorme Marken- und Distributionsmacht, was den globalen Getränkeführer zu einem großartigen Beispiel für diese Art von Aktie macht.

Eine Aktie, die man für immer hält, ist die beste Art von Aktie. Du kannst dich trotz der Höhen und Tiefen des Markts ruhig zurücklehnen, in dem Wissen, dass die Aktie langfristig steigen wird. Sie gibt dir zusätzlich noch Erträge und bändigt deine Bedenken über den Verkaufszeitpunkt. Daher zeigen wir dir jetzt drei Vorschläge von Fool-Mitarbeitern für Aktien, die man nie verkaufen muss: Netflix (WKN:552484) Walt Disney (WKN:855686) und Apple (WKN:865985).

Jeremy Bowman (Netflix): Die besten Buy-and-Hold-Aktien und die größten Einnahmen stammen von disruptiven Innovatoren – also Unternehmen, die zuerst im Stillen die alte Art, Geschäfte zu machen, untergraben und dann so weit wachsen, dass sie eben diese Art überwerfen und frühere Branchentitanen obsolet machen können.

In seiner kurzen Geschichte hat Netflix sich als Meister dieser Art von disruptiver Innovation erwiesen. Das Videounterhaltungsunternehmen hat zuerst das Ausleihmodel von Videos mit seinem DVD-per-Post-Modell revolutioniert. An seinem Höhepunkt hat das Unternehmen so 20 Millionen Haushalte beliefert.

Der Erfolg des Unternehmens hat Giganten wie Blockbuster zum Fallen gebracht, aber weitere Verbesserungen der Technologie haben es Netflix erlaubt, sich selbst mit einem eigenen Streaming-Modell zu übertreffen. Heute zählt das Unternehmen mehr als 65 Millionen Kunden weltweit – Tendenz steigend.

Gleichzeitig hat das Unternehmen auf sein originales Programm gesetzt – eine weitere mutige Innovation, womit es zu einer Bedrohung für Comcast, HBO und ihresgleichen wurde. Netflix erwartet, seine internationale Expansion bis zum nächsten Jahr abzuschließen und dann damit zu beginnen, große Profite einzufahren. Obwohl einige skeptisch bezüglich Netflix’ zukünftiger Profitabilität sind, liegt es jetzt schon über seinen Deckungsbeitragszielen und ist der unangefochtene Marktführer im Streaming-Entertainment, was Netflix in Zukunft Preissetzungsmacht geben sollte.

CEO Reed Hastings hat vor Kurzem vorausgesagt, dass lineares Fernsehen in den nächsten 20 Jahren immer weiter abnehmen wird, während Internet-Fernsehen wachsen wird. Das hätte vielleicht vor einigen Jahren wie eine kühne Voraussage geklungen, aber mittlerweile wird es schon Wahrheit. Die Art, wie wir Home-Entertainment genießen, verändert sich und Netflix steht an der Spitze dieser Transformation. Verkauft man eine Aktie wie diese, kann das bedeuten, dass man große Gewinne verpasst.

Tim Beyers (Disney): Fashion ist unbeständig. Produkte kommen und gehen. Aber Figuren? Sie haben Bestand und niemand hat mehr marktfähige Figuren als Disney.

So kann man das gut verstehen: Disney fährt hier mehr als das Doppelte der Handelseinnahmen jedes anderen Markenhalters ein. Hier die letzten Rankings, die von License! Global Magazine zusammengestellt wurden:

  • Disney: 45,2 Milliarden USD
  • PVH Corp.: 18 Milliarden USD
  • Meredith: 17,7 Milliarden USD
  • Iconix Brand Group: 13 Milliarden USD
  • Mattel: 9 Milliarden USD

Time Warner lag an siebter Stelle mit Konsumproduktverkäufen im Wert von nur 6 Milliarden USD. Denk darüber einen Moment nach. Das Unternehmen hinter Batman, Superman, Bugs Bunny, Daffy Duck und so vielen anderen hat gerade mal ein Siebtel der Einzelhandelsumsätze seines Rivalen generiert. Das ist eine riesige Kluft, von der man nicht annehmen kann, dass sie sich bald oder jemals schließt. Zu viele Marken haben schon zu lange Bestand.

Denk an Disney-Prinzessinnen. Schneewittchen und die sieben Zwerge wurde 1937 veröffentlicht und Merchandise mit der ikonischen Figur verkauft sich bis heute. Das gleiche kann man über Aschenputtel (1950), Alice im Wunderland (1951) und Dornröschen (1959) sagen. License! nennt diese Linie „eine der erfolgreichsten Marken für Mädchen“.

Genau aus diesen Gründen habe ich kein Interesse daran, zu verkaufen. Im Gegensatz zu anderen Produkten und Dienstleistungen hat lizensiertes geistiges Eigentum eine fast endlose Zeitspanne, über die hinweg es hohe Profite einfahren kann. Solange Disney diese Art von langlebigen Marken im Portfolio hält, wird es die Aktie wert sein, gehalten zu werden.

Bob Ciura (Apple): Ich halte Apple-Aktien seit einigen Jahren und ich kann jetzt bereits mit großer Sicherheit sagen, dass ich meine Anteile nie verkaufen werde. Das liegt daran, dass ich glaube, dass Apple, solange ich lebe, immer an der Spitze jedes großen technologischen Durchbruchs stehen wird. Es wird sicherlich Stolpersteine geben, denn letztendlich folgt Apples Wachstum den Mustern von Ebbe und Flut, was an seinen zyklischen Produkteinführungen liegt. Aber das Unternehmen hat ein enorm profitables Geschäft und eine Marke von Weltklasse und ich glaube nicht, dass sich daran bald etwas ändern wird.

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Quelle: The Motley Fool

Apple hat 60 Milliarden USD an freiem Cashflow in den ersten drei Quartalen des aktuellen Geschäftsjahres generiert und hält jetzt 202 Milliarden USD an Cash und Investitionen in seiner Bilanz. Allein im letzten Quartal sind Apples Einnahmen um 32 % im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und das Unternehmen erwartet in diesem Quartal 18 % Ertragswachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Der große Cashflow und das Geld in der Bilanz erlauben es dem Unternehmen, seine Aktionäre großzügig mit Rückflüssen zu belohnen. Apple hat über 13 Milliarden USD an Aktionäre im letzten Quartal zurückgegeben, was 3 Milliarden USD in Dividenden und 10 Milliarden in Aktienrückkäufen beinhaltete. Diese Rückkäufe haben Apple dabei geholfen, seinen Aktienbestand um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren. Ich erwarte, dass Apple seine Dividenden für viele weitere Jahre im zweistelligen Bereich erhöhen wird, da seine Dividendenausschüttungsquote des Free Cashflows bei nur 14 % liegt.

Für mich gibt es kein Unternehmen, das besser dazu positioniert ist, großen Wert für seine Aktionäre in den nächsten Jahrzehnten zu erreichen als Apple. Deswegen habe ich nicht vor, meine Apple-Aktien je zu verkaufen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Netflix und Walt Disney. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Netflix und Walt Disney und die folgenden Optionen auf Coca-Cola: Long Januar 2016 37 USD Calls und Short Januar 2016 37 USD Puts.

Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 11.8.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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