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Kann man JinkoSolar heute gefahrlos kaufen?

Foto: Pixabay, Blickpixel

Die Aktien von JinkoSolar (WKN:A0Q87R) sind in den letzten zwei Monaten um ganze 23 % gefallen. Dies entspricht dem Rückgang des breiteren chinesischen Aktienmarkts.

Ist JinkoSolar deshalb jetzt ein Schnäppchen? Oder kann es gefährlich sein, diese heruntergehandelte Aktie zu kaufen?

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Hier gibt es eigentlich sogar zwei Fragen. Die erste ist: “Ist es heute gefährlich, eine chinesische Aktie zu kaufen?” Die zweite: “Ist es gefährlicher, JinkoSolar zu kaufen als andere chinesische Aktien?” Leider glaube ich, dass die Antwort auf beide Fragen “Ja” lautet.

Und warum ist das so? Lass uns mit der ersten Frage beginnen. Gibt es mit Blick auf China für Investoren Grund zur Sorge?

Der chinesische Rückgang

Die Erfolgsbilanz chinesischer Aktien ist nicht so gut für ausländische Investoren. Tatsächlich habe ich zuvor schon darüber geschrieben, wie schwer es ist, chinesischen Aktien zu trauen, vor allem wegen erhöhtem Betrugsrisiko.

Aber der aktuelle Rückgang hat nichts mit Betrug zu tun. Dieser ist stattdessen auf den explosiven Anstieg des gesamten chinesischen Aktienmarkts im letzten Jahr zurückzuführen. Denn solch ein Wachstum ist nicht nachhaltig und dieser Rückgang musste früher oder später kommen. Und er kam eher früher als später:

^SNAC Chart

^SNAC data by YCharts

Die chinesische Regierung versuchte, die Blutung zu stoppen. Im Juni kündigte sie eine Zinssenkung um 25 Basispunkte sowie eine Reduzierung der Reserven, die Banken für die Kreditvergabe an Unternehmen benötigen, an. Außerdem erlaubte sie Rentenfonds erstmals 30 % ihres Nettovermögens in Aktien zu investieren. Doch es half nicht: Die Aktienkurse fielen weiter.

Deshalb kündigte sie im frühen Juli Maßnahmen zur Konjunkturförderung an, einschließlich einer Lockerung der Regeln für den Margenhandel, einer Kapitalspritze für Banken und das staatliche China Securities Finance Corp (CSF), und stoppte am 8. Juli Aktionäre mit Anteilen von mehr als 5 % an einem Unternehmen für die nächsten sechs Monate vom Verkauf Ihrer Aktien. Trotzdem fielen die Aktienkurse noch weiter.

Heute, mehr als einen Monat später, sehen die chinesischen Aktienkurse stabil aus. Doch die Lockerung so vieler Vorschriften der chinesischen Regierung mit so wenig Wirkung macht mir weiterhin Sorgen im Hinblick darauf, wie ratsam der Kauf von Aktien chinesischer Unternehmen im Allgemeinen und insbesondere von JinkoSolar derzeit ist.

Die Risiken von JinkoSolar

Wenn du trotz alledem in chinesische Aktien investieren möchtest, solltest du dann JinkoSolar erwägen? Auch das würde ich dir nicht raten, weil ich große Bedenken hinsichtlich der langfristigen Aussichten von JinkoSolar habe.

Erstens stützt sich JinkoSolar fast ausschließlich auf ein einzelnes Produkt: Solarmodule – mehr als 91 %  des Geschäfts des Unternehmens kam im Jahr 2014 aus dem Verkauf von Solarmodulen. Und die Module von JinkoSolar sind weder besonders effizient noch einzigartig. Dies würde sich nachteilig auf das Unternehmen auswirken, wenn ein Wettbewerber es schafft, effizientere Module ebenso billig herzustellen.

Und es mangelt JinkoSolar nicht an Mitwettbewerbern! JinkoSolar muss sich nicht nur mit größeren chinesischen Solarunternehmen wie Trina Solar und Yingli Solar messen, sondern muss auch mit US-Unternehmen wie First Solar (WKN:A0LEKM) und SunPower sowie auch deutschen Firmen wie der Manz AG (WKN:A0JQ5U) konkurrieren. Jedes dieser Unternehmen – oder eines der vielen anderen – könnte das Geschäftsmodell von JinkoSolar durch Innovationen zerstören.

Und wenn das Geschäftsmodel zerstört würde, wäre JinkoSolar in einer prekären Lage. Das Unternehmen hat eine Menge Schulden. Tatsächlich ist das Schulden-Eigenkapital-Verhältnis von JinkoSolar sehr hoch (2,3). Sollten die Umsätze zum Erliegen kommen und die Forderungen fällig werden, möchte ich wirklich kein JinkoSolar-Aktionär sein!

Das Foolische Fazit

Es ist natürlich nicht alles schlecht bei JinkoSolar. Das Unternehmen hat eine hohe Gewinnspanne für ein Solarunternehmen: 6,7 %. Auch sein Cost-pro-Watt – ein Maß für die Herstellungseffizienz – ist das beste in der Branche. Außerdem konnte das Unternehmen seine Einnahmen zwischen 2013 und 2014 um fast 30 % steigern. Und natürlich könnte JinkoSolar das Unternehmen sein, das die nächste große Innovation in der Solarbranche produziert. Es könnte das Unternehmen sein, dass seine Konkurrenten vernichtet und nicht andersherum. Aber die Chancen dafür stehen im Moment nicht gerade gut.

Insgesamt glaube ich, die Risiken einer Investition in JinkoSolar sind derzeit einfach zu groß. Es gibt viele bessere – und ungefährlichere – Aktien zu kaufen, darunter auch Solar-Aktien. First Solar, zum Beispiel, übertraf im letzten Quartal die Erwartungen, projizierte Verbesserungen bei der Effizienz und den Margen und hat ein Schulden-Eigenkapital-Verhältnis von nur 0,06. Man könnte auch die Manz AG prüfen, weil ihr Solar-Geschäft nur einen kleinen Teil des Unternehmens (rund 10 %) ausmacht, was die Risiken, die normalerweise mit einer Investition in Solar-Unternehmen verbunden sind, stark reduziert.

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John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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