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Welcher Autohersteller hat das beste Quartal hinter sich: BMW, Daimler oder Volkswagen?

Quelle: Prior Design Group @ Flickr

Die drei großen deutschen Autohersteller haben kürzlich ihre Quartalsergebnisse veröffentlicht und – genau wie im ersten Quartal – die Firma mit der besten Leistung ist wieder mal die Daimler AG (WKN:710000). Die Bayerische Motoren Werke AG (WKN:519000) hat mich enttäuscht und die Volkswagen AG (WKN:766403) hat gemischte Ergebnisse geliefert. Anbei ein kurzer Vergleich der wichtigsten Kennzahlen.

Daimlers Pkw-Absatz wächst am schnellsten

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Tsd. Fahrzeuge; Quelle: Quartalsberichte 

Daimler hat wieder mit einem sehr starken Wachstum im Pkw-Bereich überzeugt und 20 % mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Das Unternehmen konnte in jedem wichtigen Markt zweistellig wachsen: in Europa zum Beispiel um 17 % und in den USA um 10 %. Besonders die Kompaktwagen und die C-Klasse waren Wachstumstreiber.  Auch BMW konnte in den meisten Märkten relativ schnell wachsen (+9 % in Europa und +7 % in den USA), aber nicht so schnell wie Mercedes-Benz. Volkswagen andererseits hat 6 % weniger Pkws verkauft als im letzten Jahr. Besonders betroffen waren die Volkswagen Pkw-Marke und die Verkäufe in China. Trotzdem hat die Firma im ersten Halbjahr mit knapp über 5 Millionen gelieferten Fahrzeugen Toyota überholt.

China war übrigens der größte Unterschied zwischen Daimler und den anderen zwei Herstellern. Während sowohl bei BMW als auch bei Volkswagen die Alarmglocken läuten und im zweiten Quartal beide Firmen weniger Autos verkauft haben als im Vorjahr, hat Daimler den Absatz in China um 34 % erhöht. Es scheint, als ob Daimler von der “Normalisierung des Wachstums” – wie BMW es genannt hat – nicht beeinflusst wäre.

EUR Milliarden; Quelle: Quartalsberichte 

Umsatzmäßig hat BMW die Nase vorn: Daimlers Konzernumsatz hängt nicht nur von der stark steigenden Pkw-Sparte, sondern auch von den anderen Bereichen (Lkw, Busse und Transportern) ab und diese Bereiche wachsen langsamer – genauso wie im ersten Quartal. BMW hat andererseits nur einen kleineren Motorrad-Bereich neben dem Autogeschäft und dieser Bereich wächst rasant.

Alle drei Unternehmen profitierten von dem schwachen Euro: Das währungsbereinigte Umsatzwachstum lag im zweiten Quartal bei +11 % für Daimler und bei +10 % für BMW, also wesentlich niedriger als die berichtete Wachstumsrate. Volkswagen veröffentlicht diese Zahl nicht, aber laut dem Quartalsbericht resultierte der Umsatzanstieg “im Wesentlichen aus einer günstigen Entwicklung der Wechselkurse”. Auch der Produktmix hilft Volkswagen: Die teureren Marken wie Audi und Porsche wachsen schneller als die Massenmarken.

Daimler verbessert Margen, BMW enttäuscht

Quelle: Quartalsberichte 

Neben dem China-Absatz war die EBIT-Marge der andere große Entscheidungsfaktor für Daimler: Die EBIT-Raten für die Pkws sind um mehr als 250 Basispunkte auf 10,5 % gestiegen. Die Hauptgründe waren ähnlich wie im ersten Quartal: bessere Preise für die neue Produktpalette, Kosteneinsparung durch das “Fit for Leadership” Programm und weniger Fixkosten pro Fahrzeug dank des starken Umsatzwachstums. Damit hat Daimler endlich BMW aufgeholt und ein zweistelliges Margen-Niveau erreicht.

Apropos BMW — das Münchner Unternehmen hat besonders in dieser Hinsicht enttäuscht. Die EBIT-Marge ist um mehr als 300 Basispunkte auf 8,4 % gefallen und infolgedessen hat die Firma – trotz des starken Umsatzwachstums – einen Rückgang von 3 % im Ergebnis vor Steuern für Q2 berichtet. Der Einbruch der Profitabilität ist besonders enttäuschend, denn die Firma hatte keinen einmaligen Sondereffekt. Der Grund für die schlechten Zahlen sind laut der Geschäftsführung gestiegene Personalkosten, ein veränderter Modellmix und ein wettbewerbsintensives Marktumfeld.

EUR Milliarden; Quelle: Quartalsberichte 

Den oben genannten Gründen zufolge ist es nicht überraschend, dass Daimler die beste Ergebnisentwicklung berichtet hat. Die normale Gewinnsteigerung wäre eigentlich viel höher als 8 % gewesen, aber im Vorjahr hat die Firma mehr als EUR 700 Millionen als Sondergewinn für ihre Tesla-Beteiligung gebucht. Wenn wir das Ergebnis des Vorjahres von diesem Sondereffekt bereinigen, haben wir ein Gewinnplus von über 50 % – eine unglaublich starke Wachstumsrate.

Wie oben erwähnt, hatte BMW eine böse Überraschung: Das Umsatzwachstum konnte die fallende Profitabilität nicht ausgleichen und das Konzernergebnis ist leicht zurückgegangen. Volkswagen hat mit einem Rückgang von 16 % die schlechteste Entwicklung berichtet, aber dieses Ergebnis resultierte im Wesentlichen aus einem EUR 700 Millionen-Minus durch die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten und das Operative Ergebnis hat sich um 5 % verbessert.

Cashflow

EUR Milliarden; Quelle: Quartalsberichte 

Über den Cashflow muss man wenig diskutieren – in dieser Hinsicht haben alle drei Unternehmen eine hervorragende Leistung. Der Free Cashflow ist im ersten Halbjahr für alle drei Firmen nicht nur stark gestiegen, sondern lag auch wesentlich über dem Konzernergebnis – was ein gutes Zeichen für die Qualität des Profits ist. Dies bedeutet, dass der Gewinn nicht nur ein buchhalterisches Ergebnis ist, sondern dass hinter dem Gewinn auch echter Geldeinfluss steht.

Was nun?

Die Erfolgsserie von Daimler geht also weiter. Meiner Meinung nach ist die Aktie immer noch unterbewertet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Gewinnsteigerung auch im Aktienpreis widerspiegelt.

Gleichzeitig hat BMW seit März etwa ein Viertel ihres Wertes verloren und hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 10. Das ist eine starke Grundlage für langfristige Anleger, die denken, dass die Firma die heutigen Probleme langfristig überwinden kann. Es könnte jetzt eine sehr gute Zeit sein, um BMW genauer unter die Lupe zu nehmen.

Volkswagen ist für mich eine andere Geschichte – trotz dem niedrigen KGV finde ich das Unternehmen weniger attraktiv als die zwei Premium-Hersteller. Die Firma ist den Massenmarken und gleichzeitig China zu sehr ausgesetzt, was ich langfristig für eine gefährliche Kombination halte.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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