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Die Microsoft-Aktie: Warum das Schlimmste vielleicht schon vorbei ist

Quelle: Microsoft.

Technologie-Gigant Microsoft Corporation (WKN:870747) hatte nun wirklich kein großartiges Jahr. Die Aktie ist bisher lediglich um 1 % gestiegen und das Unternehmen hat mit sinkenden PC-Lieferungen und seinem schlechten Kauf von Nokias Handy-Sparte kämpfen müssen. Es stimmt auch, dass globale PC-Lieferungen stark fallen und Microsofts Windows-Verkäufe im letzten Quartal rasant zurückgegangen sind.

Aber vorausschauend betrachtet, war die Windows-Performance wahrscheinlich nur eine Abweichung, da Konsumenten und Unternehmen ihre PC-Käufe bis zur Veröffentlichung von Windows 10 verschoben haben. Diese angestaute Nachfrage könnte Microsofts Windows-Geschäft für den Rest des Jahres 2015 ankurbeln. Und was Nokia betrifft, sollte Microsoft angerechnet werden, dass es das Notwendige getan hat, um das Problem endgültig zu lösen.

Aus diesen Gründen könnte Microsoft das Schlimmste schon hinter sich haben.

Ein Quartal zum Vergessen

Die Nokia-Abschreibung hat die größte Aufmerksamkeit bekommen, als Microsoft seine jüngsten Quartalseinnahmen verkündet hat. Das Unternehmen verbuchte Abschreibungen in Höhe von 8,7 Milliarden USD im letzten Quartal, wobei 7,5 Milliarden USD dem schlechten Nokia-Deal zuzuschreiben sind. Insgesamt hat Microsoft einen 3,2 Milliarden USD schweren Verlust für das letzte Quartal verkündet.

Als ob das nicht schlimm genug wäre, sind Windows-Einnahmen im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 22 % gefallen. Diese Entwicklung könnte Investoren Angst machen und sie glauben lassen, dass der PC-Rückgang eines von Microsofts wichtigsten Geschäften bedroht. Tatsächlich haben die Marktforschungsunternehmen Gartner und IDC berichtet, dass PC-Lieferungen im zweiten Quartal um 9 % beziehungsweise 11 % gefallen sind, was den stärksten Fall pro Quartal in den letzten zwei Jahren darstellt.

Aber man kann auch feststellen: Investoren stehen jetzt bessere Tage bevor. Microsoft kann endlich das Nokia-Chaos hinter sich lassen und ich glaube, CEO Satya Nadella verdient Lob dafür, dass er das Chaos seines Vorgängers beseitigt hat. Jetzt kann das Unternehmen nach vorne blicken und seine Anstrengungen darauf konzentrieren, seine Zukunft zu planen – das bedeutet weiteren Wachstum in Hinblick auf die Cloud und die Veröffentlichung von Windows 10.

Vielversprechende Impulse

Microsoft genießt gerade enormes Wachstum in seinem Cloud-Geschäft, was zum Beispiel Office 365, Azure und Dynamics einschließt. Tatsächlich sind die Cloud-Einnahmen im letzten Quartal um 88 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – oder um 96 %, wenn man Währungseffekte ausschließt. Diese Einnahmen haben eine Jahresrate von über 8 Milliarden USD erreicht. Diese Leistung hat Microsoft dabei geholfen, wesentliche Betriebsergebnisse zu erreichen, die nicht annährend so schlecht waren wie die Schlagzeilen. Ohne die einmaligen Kosten wären Microsofts Einnahmen pro Aktie im Kerngeschäft letztes Quartal um 10 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Was Windows angeht, sind die frühen Ergebnisse für Windows 10 vielversprechend. Laut The Wall Street Journal berichtete Microsoft, dass Windows 10 innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung auf mehr als 14 Millionen Geräten lief. Hier wäre ein Erfolg enorm wichtig für Microsoft, da das Windows-Franchise ungefähr 25 % der Gesamteinnahmen des Unternehmens ausmacht.

Das hängt mit den erwähnten PC-Lieferungen zusammen. Es ist gut möglich, dass Privat- und Unternehmens-Kunden in Anbetracht der anstehenden Veröffentlichung von Windows 10 den Kauf neuer PCs nach hinten verlegt haben. Die globalen Lieferungen im zweiten Quartal waren offensichtlich schwach, stellen aber vielleicht den Tiefpunkt dar.

Microsoft-Aktien sind es immer noch wert, besessen zu werden

Grundsätzlich sieht es so aus, als wäre Microsofts Geschäft nach wie vor stark. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2015 einen Free Cashflow von 23 Milliarden USD generiert. Der jährliche Free Cashflow hat sich generell im letzten Jahrzehnt sehr gut entwickelt:

Microsofts Freier Cashflow. Daten: YCHARTS.

Microsofts Free Cashflow. Daten: YCHARTS.

Das Unternehmen nutzt einen großen Teil dieses Geldes, um Aktionäre gut zu belohnen. Microsoft hat Aktien im Wert von 14 Milliarden USD im letzten Geschäftsjahr zurückgekauft und zusätzliche 9 Milliarden USD an Dividenden ausgeschüttet. Microsofts Dividendenrendite liegt im Moment bei 2,6 % und damit über dem Durchschnitt, welcher eher bei 2 % liegt.

Microsoft hat eine großartige Bilanz mit 108 Milliarden USD in Cash sowie in kurzfristigen und langfristigen Investitionen — im Vergleich zu 100 Milliarden USD zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Das Unternehmen genießt auch ein AAA-Rating von Standard & Poor’s.

Daher kann man davon ausgehen, dass der Rückgang von Windows-Einnahmen und die massive Nokia-Abschreibung zwar entmutigend, aber auch temporär sind. Microsoft bleibt ein solides Unternehmen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Bob Ciura auf Englisch verfasst und am 4.8.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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