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Jeremy Clarkson geht zu Amazon anstatt zu Netflix, und das ist eine große Sache

Quelle: Top Gear

Entgegen Gerüchten und Spekulationen wird die neue Auto-Sendung von Jeremy Clarkson auf Amazon.com (WKN:906866) und seinem Prime-Dienst ausgestrahlt und nicht auf Netflix (WKN:552484). Die Co-Kommentatoren James May und Richard Hammond werden ebenfalls wieder mit von der Partie sein, was das ganze Projekt noch wertvoller und bedeutender macht und somit wohl für Amazon ein extrem wichtiger Teil seines Streaming-Angebots macht.

Die drei von der Tankstelle. Quelle: Top Gear

Das Ende einer Ära ist der Beginn einer neuen

Der überaus beliebte und vor allem kontroverse Moderator Jeremy Clarkson wurde von Top Gear gefeuert, nachdem er einen der Produzenten geschlagen hatte. Die Entscheidung von der BBC ist allemal nachvollziehbar, allerdings haben sich zahlreiche Fans der Sendung für einen Verbleib von Clarkson eingesetzt – eine Petition auf Change.org konnte mehr als eine Million Unterschriften sammeln. Clarkson rettete einst im Jahr 2002 die Sendung Top Gear vor der Absetzung und gab eine neue Ausrichtung, wandelte die Show zu einer der beliebtesten weltweit.

Das Guinness Book of World Records aus dem Jahr 2013 führt Top Gear als die weltweit am weitesten verbreitete Sendung mit Faktenhintergrund an. Sie wurde damals in 212 Länder übertragen. Manche schätzen, dass es weltweit 350 Millionen Zuschauer gibt. Da eine der Hauptattraktionen des Programms der streitbare Moderator war, könnte eine eigene Show von Jeremy Clarkson eine der größten Attraktionen auf Amazon Prime bzw. im gesamten Streaming-Universum werden.

Darum ergibt die Partnerschaft Amazon und Clarkson Sinn

Die Klauseln des Vertrags von Clarkson mit der BBC diktierten, dass Clarkson keine anderen Auftritte in britischen Shows haben dürfe, die in Konkurrenz mit Top Gear stehen. In der Presse war man sich weitestgehend einig, dass Clarkson und Co. nach dem Aus bei der BBC bei Netflix landen würden. Damit ist Amazon also ein noch größerer Coup gelungen. Und mit Amazon als Arbeitgeber dürfte dafür sorgen, dass die drei Auto-Beknackten relativ maulkorbfrei ihrem Dienst nachgehen werden. Denn Amazon Primes direktes Bezahlmodell schließt zusätzliche Sponsoren oder Anzeigenkunden von Vornherein aus.

Der Zwischenfall von Clarkson und dem Produzenten war lange nicht der erste oder einzige öffentlich gewordene Eklat. Clarkson scherte sich nie besonders um Political Correctness und wurde so immer wieder kontrovers betrachtet. Der Produzent der Serie war auch nicht der erste, der die Boxkünste von Clarkson bewundern durfte: Zuvor ereilte den Talkshowmoderator Piers Morgan dasselbe Schicksal. Damit muss sich Amazon auf einen streitlustigen Clarkson einstellen – die Gefahr, Anzeigenkunden zu verlieren, dürfte aber nicht bestehen.

Gute Kombination?

Amazons Einkauf der drei Ex-Top-Gear-Moderatoren dürfte den ersten großen Gewinn für die Amazon Originals Reihe bedeuten. Obwohl Prime Instant Video und Netflix eine vergleichbare Auswahl an Filmen und Serien haben, hat Netflix doch um Längen bessere und erfolgreichere Original-Formate geschaffen. Keine von Amazons Sendungen reicht an Orange Is The New Black oder House of Cards heran. Nun hat Amazon seinem großen Konkurrenten einen mächtigen Happen weggeschnappt, der auch international eine große Rolle bei der Verbreitung von Amazon Prime spielen könnte.

Amazons Umsätze in Nordamerika wuchsen etwa 26% im Q2 und waren etwa für 60% der Gesamtumsätze verantwortlich. In anderen Teilen der Erde wuchs man gerade mal 3%. Eine Sendung mit Jeremy Clarkson als Protagonist ist ein bereits erprobtes Konzept in vielen Teilen der Erde, und das könnte für Amazon einen großen Gewinn bedeuten. Bislang waren Amazon Prime und der Instant Video Service bloße Lockware, um Kunden an Amazon zu fesseln und Druck auf die Konkurrenz auszuüben. Clarkson, Hammond und May könnten ein wertvolles Instrument sein, auch wenn der Service letztlich unprofitabel bleibt.

Amazon will nach der Dominanz im Retail-Bereich greifen. Wenn man Nutzer in das eigene Ökosystem per Streaming-Dienst und Übernacht-Liefergarantie holen kann, dann ist das langfristig eine gute Taktik, selbst wenn Prime derzeit nicht profitabel ist.

Amazon wird mit diesem Zukauf ein wichtiger Player im Streaming auch eigener Programme. Das Unternehmen hat mit einem Handstreich seinen Dienst aufgewertet und für viele Millionen potenzielle Nutzer weltweit attraktiver gemacht.

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The Motley Fool empfiehlt Amazon.com und Netflix. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com und Netflix.

Dieser Artikel von Keith Noonan erschien am 3.8.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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