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Der Gewinn von BMW sinkt und China fängt an, Sorgen zu bereiten

Foto: Bmw

Am vergangenen Dienstag legte BMW (WKN:519000) seine Quartalsergebnisse vor. Hier erfährst du alles Wichtige dazu.

Die Schlüsselzahlen

Das operative Ergebnis von BMW fiel um 3 % auf 2,53 Milliarden Euro, trotz eines Umsatzsprungs um 20 % auf 23,9 Milliarden Euro. Gründe für den Gewinnrückgang waren höhere relative Kosten und ein größerer Anteil weniger profitabler Fahrzeugarten unter allen verkauften Modellen. Die operative Gewinnmarge von BMW — eine Kennzahl, auf die viele genau schauen — fiel von 11,7 % vor einem Jahr auf 8,4 %.

Das Nettoergebnis lag mit 1,75 Milliarden Euro 1 % unter dem Vorjahreswert.

Nach der Ankündigung dieser Neuigkeiten fiel die BMW Aktie bereits am Morgen um 2 %.

Der Absatz in Schlüsselmärkten konnte gesteigert werden, aber auch die Kosten sind angestiegen

Trotz des Gewinnrückgangs sehen die Zahlen von BMW insgesamt ganz gut aus. Das Unternehmen lieferte in diesem Quartal 573.000 Fahrzeuge aus, 7,5 % mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz im lange gebeutelten Europa stieg um beeindruckende 9,5 %; Verkäufe in den USA zogen um 9,6 % an. Die Anzahl verkaufter Motorräder im Quartal stieg um 11,3 % auf über 47.000 – ein Rekord für das Unternehmen.

Wie viele seiner Wettbewerber profitierte BMW von der weltweit stark steigenden Nachfrage nach Geländewagen. Der Umsatz mit den Modellen X5 und X6 stieg in der ersten Jahreshälfte jeweils um über 20 %.

Diese Absatzsteigerungen ließen — zusammen mit vorteilhaften Wechselkursentwicklungen — die Umsätze in die Höhe schießen. (Laut BMW lag der währungsbereinigte Umsatzanstieg bei 9,6 %.)

Es gab aber auch weniger gute Neuigkeiten. Der Umsatz in China — was lange ein Wachstumsmotor für BMW war — stieg um gerade einmal 2,3 %. Das Unternehmen sagte, dass dieses sich verlangsamende Wachstum im weltweit größten Automarkt Druck auf die Margen ausüben könnte.

Das Umsatzwachstum schlug sich nicht 1:1 auf die Gewinne nieder, da BMW auch auf der Ausgabenseite mehr stehen hatte. Grund dafür sind die aggressiven Anstrengungen des Unternehmens, neue Fahrzeugmodelle und moderne Technologien zu entwickeln. Im letzten Jahr sagte BMW, dass es mehr für neue Produkte und Technologien ausgeben möchte, um mit seinen Erzrivalen im Luxusmarkt, Daimler und Audi, auf Augenhöhe zu bleiben.

Diese Ausgaben werden jetzt sichtbar. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 % auf fast 1,2 Milliarden Euro. Auch die Mitarbeiterzahl wuchs laut BMW im vergangenen Quartal um 6,2 % und das Unternehmen ist weiter aggressiv dabei, „Ingenieure und Facharbeiter“ einzustellen.

Bestätigung der optimistischen Prognosen für das Gesamtjahr — mit zusätzlichen Warnungen

BMW bestätigte am Dienstag trotz des Gewinnrückgangs seine optimistischen Ziele für das Gesamtjahr. CFO Friedrich Eichiner versprach “neue Rekorde bei den Absatzzahlen” und Vorsteuergewinnen. Er bestätigte, dass weiterhin eine operative Marge im Automobilgeschäft im Gesamtjahr von zwischen 8 % und 10 % erwartet wird.

Diese Prognosen kamen allerdings nicht ohne signifikante Warnungen.

Das Unternehmen sagte, dass das Gewinnmomentum durch steigenden Wettbewerb, höhere Personalkosten und der weiterhin vorhandenen Notwendigkeit, aggressiv in zukünftige Produkte zu investieren, verlangsamt werden könnte.

Und China fängt an, dem Unternehmen große Sorgen zu bereiten. Das Unternehmen schrieb in seinem Quartalsbericht: „Wenn die Bedingungen des Markts in China noch herausfordernder werden, können wir einen möglichen Effekt [auf die prognostizierte Gewinnmarge des Gesamtjahres] nicht ausschließen“.

Das Ergebnis: BMW bleibt größtenteils auf Kurs

Stunden nach der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse übten die Sorgen rund um China Druck auf die Aktie aus. Aber BMW steht allem Anschein nach trotz des Gewinnrückgangs mit einer starken Cashposition und einer bedeutenden Produkt-Pipeline solide da.

Die zusätzlichen Ausgaben wie auch die Entwicklung der Situation in China sollten weiterhin beobachtet werden. Alles in allem prophezeit das überdurchschnittliche Wachstum von BMW in seinen Märkten in Europa und den USA ein gutes Jahr 2015.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 04.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt BMW.

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