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Ritter Sport: Großartige Schokolade, erstklassiges Unternehmen

Foto: Wikimeia Commons

Letzten Sonntag habe ich mit meiner Familie einen Ausflug zu Ritter Sports ChocoWorld in Berlin gemacht. Nachdem meine Kinder unser Familien-Schoko-Fondue hinunter geschlungen haben und mir dann dabei behilflich waren, einige der klassisch-quadratischen Tafeln für zuhause zu kaufen, war der Besuch vorüber – und wir waren satt und glücklich.

So sind sie, die besten Schokoladen der Welt – und ich bin fest davon überzeugt, dass die Alfred Ritter GmbH die besten Schokoladen der Welt herstellt.

Der berühmte Ratschlag von Peter Lynch („Kauf nur das, was du kennst“) würde auf mich und Ritter voll zutreffen – leider ist Ritter keine Aktiengesellschaft. Allerdings habe ich mir sein im Familienbesitz geführtes Unternehmen in den letzten Wochen unter die Lupe genommen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass auch wenn wir keine Aktien von Ritter kaufen können, dennoch die eine oder andere Lektion aus diesem grundsolide geführtem Unternehmen lernen können.

Warum? Darum:

Man denkt langfristig – SEHR langfristig

Das Unternehmen wurde in dem Buch „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer“ für seine langfristige Vision gelobt:

„Eine der kontroversesten Diskussionen in der Management-Theorie kreist um den Zeithorizont von Zielen. Ein Extrem ist die Fokussierung vieler Aktiengesellschaften auf die vierteljährlichen Berichte. Am anderen Ende der Skala befinden sich die ‚Hidden Champions’: Alfred T. Ritter, Kopf von Ritter Sport, drückt es stellvertretend für viele andere folgendermaßen aus: ‚Wir denken nicht in Jahren, sondern in Generationen.’“

Ritter (CEO des gleichnamigen Unternehmens) hat auch im Fernsehen in einem Interview mit Deutsche Well gesagt:

„Wenn wir mal ein oder zwei Jahre lang keinen Profit erwirtschaften, muss das nicht die ganze Welt wissen. Damit können wir viel langfristiger planen und das Unternehmen ausbauen, große Investitionen tätigen. Wir denken sehr langfristig.“

Viele sind am Erfolg beteiligt: Mitarbeiter, Zulieferer, sogar die Umwelt

Die Unternehmensbroschüre weist darauf hin, dass alle am Erfolg teilhaben sollen. Hier ein paar Auszüge:

  • „Wir erreichen unsere Ziele gemeinsam.“
  • „Wir ziehen unsere Stärke aus konstruktiver und respektvoller Zusammenarbeit mit Teilhabern, Ratgebern, dem Vorstand und allen Angestellten.“
  • „Unsere Taten sind geprägt von Respekt und der Wertschätzung von Menschen wie auch der Umwelt.“
  • „Wir wollen langfristige Partnerschaften mit Geschäftspartnern, die von Fairness, Vertrauen und Zuverlässigkeit geprägt sind.“
  • „Alle Mitarbeiter sind am Erfolg des Unternehmens beteiligt.“

Noch einmal: Die Alfred Ritter GmbH ist keine Aktiengesellschaft, und doch täten Aktionäre gut daran, sich AGs auszusuchen, die in diesen Kernbereichen mit Ritter übereinstimmen.

Forscher in den USA haben dazu aufgerufen, dass Unternehmen ein ähnliches Modell verfolgen sollte, weil man mit vielen am Prozess Begünstigten sich bei Kunden, Angestellten, Partnern, der Gemeinde, Gesellschaft und den Investoren beliebt macht.

In ihrem Buch Firms of Endearment haben die Forscher die Performance von Unternehmen mit einem solchen Modell analysiert. Diese Unternehmen waren in der Lage, den S&P 500 zu schlagen – und zwar um das 14-fache über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Die Geschichte zeigt die Kraft von Konzentration – und dann von Innovation

Es gibt auf dem Feld von Schokolade jede Menge Konkurrenz. Nicht nur, dass Ritter mit anderen Herstellern konkurriert – von Mondelez Internationals (WKN:A1J4U0) Milka, Ferreros Kinder, Nestle (WKN:A0Q4DC), Hershey (WKN:851297) und Mars – sondern auch gegen andere Hersteller von Snacks (z.B. Chips) bzw. gesunde Alternativen. Kein einfaches Unterfangen.

Dass man sich vor mehr als 50 Jahren darauf konzentrierte, eine quadratische Tafel Schokolade herzustellen, war also fast schon weises Vorausschauen. Dem Unternehmen zufolge wurden „viele saisonale Produkte, nicht-quadratische Tafeln, Schachteln und Schokoladenfiguren“ aus dem Programm genommen. (Da findet man wieder das langfristige Denken.)

Das Unternehmen entschied sich dazu, dass das Quadrat dafür sorgen würde, dass man im Regal hervorstechen würde. Alles andere würde von dem Image nur abweichen und stören. Aber die Reduktion der Produktpalette geschah nicht nur mit dem Auge auf der Konkurrenz.

In den darauffolgenden Jahren begann Ritter mit der Innovation. Man hat Fernsehwerbung geschaltet. Man hat die mittlerweile berühmten Farbvariationen eingeführt. Dann die mittlerweile berühmte Verpackung, die man beherzt aufbrechen muss. Über die Jahre hat man mehrere Größen eingeführt, neue Füllungen und sogar eine Bio-Produktlinie.

Erst konzentrieren, dann neu machen. Viele der besten Unternehmen der Welt machen es genau so. Google (WKN:A110NH) und seine Suche fällt einem da ein – und ganz klar, warum: Erst wenn man seinen Vorteil im Wettbewerb erkennt kann man anfangen zu verbessern.

Kann ein Familienbetrieb dir zeigen, wie du besser investierst?

Jedes Unternehmen, das dieselbe lange Geschichte wie die Alfred Ritter GmbH aufweist, muss etwas richtig machen. Und mit einem Jahresumsatz von 380 Millionen EUR kann Ritter genau das von sich behaupten.

Noch einmal: Leider kann man nicht in das Unternehmen investieren. Man ist sich einig, dass man ein Familienbetrieb bleiben will. Aber meiner Meinung nach ist die Art und Weise, wie man Geschäfte macht, exemplarisch – und die Lektionen weiter oben sollten der Maßstab sein für Unternehmen, in die wir tatsächlich investieren können.

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Brian Richards besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Google (C Aktien).

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