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AbbVies Investments zahlen sich langsam aus

Foto: Pixabay, jarmoluk

AbbVies (WKN:A1J84E) Investitionen waren dazu gedacht, dass man die Verluste kontern würde, die durch den Verlust der Patente auf Humira im Jahr 2017 bevorstehen. Deswegen stieg man groß ins Geschäft mit Hepatitis C ein und kaufte Anfang des Jahres für 21 Milliarden USD den Krebsmedikament-Pharmazeuten Pharmacyclics.

Quelle: Abvie

Quelle: Abvie

Da AbbVies erstes Hepatitis-C-Medikament Viekira Pak im Dezember und die Akquise von Pharmacyclics im Mai beendet durchging, könnten die Einnahmen aus dem Q2 Investoren einen Vorgeschmack darauf geben, ob sich die Investitionen des Unternehmens auszahlen oder nicht.

Neu dabei und gleich erfolgreich

Obwohl Viekira Paks Verkäufe im Q1 in Höhe von 231 Millionen USD weit unter den Milliarden lagen, die Gilead Sciences (WKN:885823)mit seinen Hepatitis-C-Medikamenten Sovaldi und Harvoni umzusetzen versteht, erwartet man dennoch, dass Viekira Pak sich als Mainstream-Medikament etablieren kann. Das sollte auch schon dieses Jahr passieren, da AbbVie im Q2 385 Millionen USD des Medikaments an den Mann gebracht hat.

Zusätzlich zu dem Wachstum von 67% von Quartal zu Quartal konnte man auch solide Verkaufszahlen bei Imbruvica berichten, das Medikament gegen Blutkrebs, das man mit Pharmacyclics gekauft hat. AbbVie und der Mitentwickler von Imbruvica, Johnson & Johnson (WKN:853260), teilen sich die weltweiten Profite, die bei 107 Millionen USD liegen – 97 Millionen USD in den USA und 10 Millionen USD im Rest der Welt.

Das sind beeindruckende Zahlen. Die Erwartungen für weitere Verbreitung und Expansion der Marke veranlassen Experten dazu, dass man von einem Gipfel von 3,6 Milliarden USD ausgeht. Wenn das stimmt, dann könnte sich AbbVie in Zukunft einen viel wertvolleren Teil vom Kuchen abschneiden.

Vorstoß in die Lücke

Im Q2 waren die Verkäufe von Humira in Höhe von 3,5 Milliarden USD für 64% des Gesamtumsatz von AbbVie verantwortlich – das bedeutet, dass Humira nicht einfach so zu ersetzen sein wird.

Viekira Pak und Imbruvica werden sicherlich den Schmerz lindern, für den der Patentverlust bei Humira sorgen wird. Aber AbbVie wird auch noch gute Verkaufszahlen von seinen anderen Medikamenten benötigen, darunter auch Creon, das neben Viekira Pak im letzten Quartal das Medikament mit dem meisten Wachstum war.

Die Verkäufe von Creon, einer Behandlung zur Nachbildung von Pancreas-Enzymen, wuchs im Vergleich zum Vorjahr 44% auf 159 Millionen USD im letzten Quartal. Weiterhin berichtete AbbVie, dass Lupron 198 Millionen USD und Synthroid 187 MIllionen USD reinholen konnten, eine Steigerung von 9,9% und 11,9% gegenüber dem Vorjahr.

Das bedeutet aber auch, dass das Forschungsteam von AbbVie noch mehr Verkaufshits entwickeln muss, darunter Venetoclax, eine Beahndlung für CLL-Patienten, die eine besondere Gen-Mutation haben. AbbVie und seine Entwicklungspartner erwarten, dass Venetoclax Ende des Jahres durchgewinkt wird. AbbVie will auch die Genehmigung für Elotuzumab einreichen, eine Zusatzbehandlung für Chemotherapie-Patienten. Das Unternehmen könnte weiterhin die Genehmigung für Zinbryta bekommen, ein Medikament zur Behandlung von MS; außerdem eine Genehmigung für ein neues Medikament zur Behandlung von Hepatitis C.

Wenn die Pipeline also voll bleibt, könnten diese Medikamente dazu beitragen, die Profite von Humira zu ersetzen.

Der Blick nach vorn

AbbVie erwartet von Viekira Pak, dass bis Ende des Jahres 2015 etwa 3 Milliarden USD reinkommen, dass weiterhin diverse Onkologie-Programme jährliche Umsätze in Höhe von 15 Milliarden USD reinholen könnten. Wenn man dann noch die Zahlen der anderen Medikamente mit in den Topf wirft, darunter Zinbryta, könnte AbbVie den Verlust von Humira verkraften.

Allerdings zeigt ein Blick in die Geschichte, dass Spitzenprognosen oft kilometerweit danebenliegen und dass vielversprechende Medikamente – auch solche, die schon in späten Forschungsphasen sind – oft nicht einschlagen. AbbVie ist im Vergleich zu anderen großen Pharmakonzernen noch immer ein Risiko und sollte mit Bedacht angegangen werden.

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The Motley Fool empfiehlt Gilead Sciences and Johnson & Johnson. The Motley Fool besitzt Aktien von Gilead Sciences.

Dieser Artikel von Todd Campbell erschien am 24.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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