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Fielmann: Eine weitere deutsche Aktie, die Warren Buffett kaufen sollte

Foto: Julia Roegner

Wenn du fleißig Fool.de-Beiträge liest, dann hast du diese Woche schon von einigen Aktien gehört, die einige von uns Fools Warren Buffett empfehlen würden. Unter allen Aktien in Deutschland gibt es meiner Meinung nach eine, die Warren Buffetts Kriterien erfüllt wie kaum eine andere: der Brillenexperte Fielmann (WKN:577220).

Warum ich so denke, ist am einfachsten erklärt, indem wir die vier Attribute von Fielmann betrachten, die Warren Buffett-Aktien auszeichnen.

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Wettbewerbsvorteile

Welcher Gedanke ist dir als erster in den Kopf geschossen, als du gerade gelesen hast, dass ich „Fielmann“ ausgewählt habe? Zwar bin ich kein Hellseher, aber ich vermute es war nicht: „Was ist das? Noch nie von gehört…“. Und genau das ist für mich Fielmanns größter Wettbewerbsvorteil: 90 % aller Deutschen kennen laut Unternehmensangaben die Marke.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Fielmann das erste Brillenfachgeschäft, das einem in den Sinn kommt, wenn man eine Brille kaufen muss (zumindest in Deutschland). Es könnte vergleichbar damit sein, dass viele bei einem Erfrischungsgetränk als erstes an Coca Cola denken. Wenn man einmal eine solche Marke aufgebaut hat, stehen die Chancen gut, dass man langfristig erfolgreich sein wird.

Eine starke Marke kann man nur mit (sehr) guten Produkten aufbauen. Und hier hebt sich Fielmann ebenfalls von seinen Wettbewerbern ab: Fielmann verkauft Brillen mit Qualität zu einem Preis, den sich alle leisten können. Das führt dazu, dass 90 % aller Kunden laut Unternehmensangaben ihre nächste Brille wieder bei Fielmann kaufen wollen. Ich weiß nicht, ob 90 % aller Cola-Trinker beim nächsten Mal unbedingt wieder Cola trinken wollen.

All das führt zum nächsten großen Wettbewerbsvorteil: Fielmann ist der größte Optiker Europas und dominiert insbesondere Deutschland. Jede zweite verkaufte Brille hierzulande fand ihren Besitzer in einem Fielmann-Geschäft und obwohl „nur“ 5 % aller augenoptischen Fachgeschäfte in Deutschland Fielmann heißen, dürften die wenigsten Deutschen Schwierigkeiten damit haben, in der nächst größeren Stadt ein Fielmann-Geschäft zu finden. Diese Präsenz macht das Unternehmen für seine Kunden einfach zugänglich. Es wird meiner Meinung nach so schnell keinen Wettbewerber geben, der das Fielmann nachmachen kann.

Leicht zu verstehen

Nun, Warren Buffett hat (noch?) keinen Brillenhersteller in seinem Portfolio. Daher kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, ob das Geschäft von Fielmann tatsächlich in Buffetts Kompetenzkreis fällt.

Aber ich denke, dass wir uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn wir behaupten, dass Warren Buffett keine großen Probleme damit haben würde, das Geschäftsmodell eines Brillenherstellers, Brillenverkäufers und Augenoptikers zu verstehen.

Management

Wenn du unseren Newsletter liest, dann hast du letzte Woche von unserem Geschäftsführer gelesen, dass die besten CEOs vermeintlich diejenigen sind, die den Kunden an erster Stelle sehen. Nun, das zweite Wort von Günther Fielmann (CEO) in seinem Brief an die Aktionäre im Jahr 2014 lautet…Kundenorientierung.

Und im zweiten Absatz der Beschreibung der Strategie von Fielmann steht:

Fielmann denkt langfristig, sieht sich im Kunden, versteht Kundenorientierung nicht als Hilfsmittel für Umsatzsteigerungen, sondern als ihre Ursache. Fielmann will zufriedene Kunden.

Natürlich können ein Unternehmen und CEOs oftmals alles versprechen, ohne zu liefern. Aber bei Fielmann wird diese Philosophie der Kundenorientierung tatsächlich gelebt. Das sehen wir an folgenden Beispielen.

Sehen unsere Kunden die bei Fielmann gekaufte Markenfassung noch sechs Wochen nach Kauf anderswo günstiger, nimmt Fielmann das Produkt zurück und erstattet den Kaufpreis, ohne Wenn und Aber.

Wenn sie mit unserer Leistung nicht zufrieden sind, können Kunden für sie angefertigte Brillen umtauschen oder zurückgeben: wir erstatten den Kaufpreis, ohne Wenn und Aber.

Fielmann bietet drei Jahre Garantie auf alle Brillen, auch auf Kinderbrillen.

Weder Kunden noch Aktionären bleiben so kaum Wünsche offen. Der einzige Wermutstropfen für Warren Buffett: Günther Fielmann ist bereits 75 Jahre alt. Aber damit ist er immer noch 9 Jahre jünger als sein potentieller Investor. Und als Nachfolger steht Sohn Marc schon bereit.

Eigenkapitalrendite

Haben bei dir auch die Alarmglocken geläutet, als du gelesen hast, dass Fielmann hohe Qualität zum günstigen Preis verkauft? Zumindest wenn du Wirtschaft studiert hast, dann dachtest du vielleicht auch, dass man entweder der günstigste Wettbewerber sein kann oder der beste (was die Qualität angeht). Aber wenn man beides versucht, dann kann man sich nicht durchsetzen, da es immer entweder einen günstigeren gibt oder einen qualitativ besseren.

Aber die Zahlen geben Fielmann eindeutig Recht. Die Eigenkapitalrendite lag in den letzten 12 Monaten laut S&P Capital IQ bei 25,2 %. Und das war kein Ausnahmejahr, im Durchschnitt lag sie in den letzten fünf Jahren bei 24,2 %. Die Zahlen sind alleinstehend schon gut. Besonders herausragend werden sie aber durch die Tatsache, dass das Unternehmen praktisch schuldenfrei ist — 31 Mio. EUR Schulden standen im März 411 Mio. EUR Cash gegenüber.

Eine so hohe Eigenkapitalrendite bei praktisch nicht vorhandenen Schulden. Das muss Fielmann erst einmal jemand nachmachen.

Das Gesamtpaket stimmt einfach

Damit hat Fielmann alles, was Warren Buffett von seinen Aktien erwartet. Inklusive einer langen profitablen Historie, auf die wir hier gar nicht eingegangen sind (13 % jährliches Wachstum des Gewinns pro Aktie in den letzten 10 Jahren). Und es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass die Geschichte nicht noch über viele Jahre fortgeschrieben wird.

Eine Zeit mit größerer Unsicherheit könnte es geben, wenn Günther Fielmann die Zügel an seinen Sohn abgibt und dieser das Unternehmen weiterführt. Bis dahin ist es aber vielleicht schon so weit, dass Marc bei seinem Investor Warren anrufen kann, sollte er bei einer schwierigen Entscheidung einen Schuss Weisheit benötigen.

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Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Coca-Cola. The Motley Fool besitzt die folgende Options: long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

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