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iRobot automatisiert ein weiteres solides Quartal

Foto: iRobot

Die iRobot Corporation (WKN:A0F5CC) hat gerade ein besser-als-erwartetes Quartal hingelegt, aber Investoren beugen sich den neuen Roboter-Oberherren noch nicht. Die iRobot Aktie fiel nach Bekanntgabe der Ergebnisse nach Handelsschluss um 2 %. Der Umsatz des Roboterbauers stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,4 % auf 148,8 Mio. USD, während der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im selben Zeitraum um 9,9 % auf 17,8 Mio. USD kletterte und das Nettoergebnis um 14 % auf 7,3 Mio. USD — oder 0,24 USD je Aktie — sank.

Um den Zahlen eine Perspektive zu verleihen: Vor drei Monaten sagte iRobot seinen Investoren, dass sie einen Umsatz im zweiten Quartal von zwischen 143 Mio. und 146 Mio. USD erwarten sollten, einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von zwischen 8 Mio. und 10 Mio. USD und einen deutlich niedrigeren Nettogewinn im Bereich von 0,02 bis 0,06 USD je Aktie. Analysten erwarteten einen Gewinn von gerade einmal 0,06 USD je Aktie bei einem Umsatz von 144,6 Mio. USD.

Tiefer graben

Getrieben wurden die Ergebnisse von einem um 24 % höheren Umsatz mit dem höherwertigen Staubsaugerroboter Roomba 800 in den USA. Der Umsatz mit Heimrobotern in China schoss im zweiten Quartal ebenfalls um 60 % nach oben. Aufgrund der noch geringen Größe in China war dieses beeindruckende Wachstum aber gerade einmal groß genug, um einen Teil der Rückgänge in den Märkten Japan und EMEA auszugleichen. Um fair zu sein, iRobot warnte vor diesen Schwächen aufgrund erwarteter makroökonomischer Gegenwinde, die zu einem erwarteten Preisdruck auf Distributoren führten.

In der Zwischenzeit konnte der Umsatz im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich auf mehr als 12 Mio. USD erwartungsgemäß mehr als verdoppelt werden. Rund 70 % des Umsatzes aus diesem Bereich wurde mit dem Verkauf von Robotern erzielt, größtenteils im Rahmen eines Mehrjahresvertrags den das Unternehmen im vergangenen September mit dem kanadischen Verteidigungsministerium gewonnen hatte.

Das Remote Presence Segment von iRobot lieferte ebenfalls die erwartete Leistung ab. Das heißt, dass die Vorhersage eines Umsatz von ungefähr 3 Mio. USD dieses Jahr im Telepresence Bereich weiterhin Bestand hat. Für den Moment arbeitet iRobot daran, den Installationsprozess dieses noch jungen Bereichs zu verbessern und eine solide Gruppe früher Unternehmenskunden aufzubauen. Im letzten Quartal wies iRobot darauf hin, dass es mehrere Ava 500 Roboter im FCAT Zentrum von Fidelity Investments in Boston installiert hatte. In diesem Quartal konnte iRobot mit Carbonite einen weiteren Kunden im Raum Boston auf Versuchsbasis gewinnen. Dort navigieren Ava 500 Roboter autonom durch die 55.000 Quadratfuß große Unternehmenszentrale, um Home Office Mitarbeiter aus Deutschland und Kalifornien zu verbinden.

Neue Technologien sind auf dem Weg

Zuletzt — was sowohl für Roboterenthusiasten als auch Investoren vielleicht das aufregendste ist — sagte iRobot CEO Colin Angle: „Der lang erwartete navigierende Heimroboter wird wie versprochen in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt gebracht. Ich werde nicht mehr über das Produkt, den genauen Markteintritt oder Features sagen, aber wir sind sehr begeistert davon und unsere Jahresprognosen beinhalten die Umsätze dieses Roboters.“

Investoren sollten aber wissen, dass Angle bereits zuvor schon mehr als das preisgegeben hatte. Bei der Präsentation der Ergebnisse des vierten Quartals 2014 im letzten Februar zum Beispiel beschrieb er die Anstrengungen von iRobot im Bereich von Cloud-basierten Karten in Kombination mit „Visual Simultaneous Localization and Mapping“ (vSLAM, was so viel heißt wie visuelle simultane Lokalisierung und Kartierung). Er sagte Investoren auch, dass das Jahr 2015 die „breitere Verwendung von Navigationstechnologie der nächsten Generation in unseren Heimprodukten“ bringen würde.

Anstatt den scheinbar willkürlichen Pfaden zu folgen, wie es die gegenwärtigen iRobot Produkte mit Hilfe ihrer Stoßfängern und Infrarotsensoren tun, vermute ich, dass die Heimroboter der nächsten Generation die Fähigkeit haben könnten, zum einen Karten in der Cloud zu erstellen, zu speichern und darauf zuzugreifen und zum anderen preisgünstige Kameras und andere Sensoren verwenden, um Hindernisse zu Hause effizienter zu umgehen.

Die Prognosen betreffend

Gleichzeitig ist es leicht enttäuschend, dass die Verkaufszahlen dieser mysteriösen Navigationsroboter bereits in den Prognosen des Unternehmens enthalten sind.

Da wir davon sprechen: Solltest du dich fragen, weshalb die iRobot Aktie trotz des soliden Quartals — in dem alle Erwartungen übertroffen wurden — nicht total abhebt, dann findest du die Antwort in der Erklärung des Managements, wie die Outperformance zustande kam. Angle erklärte: „Obwohl wir die Erwartungen in Q2 geschlagen haben, der Grund liegt im Timing. Individuelle Quartalsergebnisse vorherzusagen ist eine Herausforderung, aber unsere Outperformance in Q2 wird einigen Druck auf die Zahlen in der zweiten Jahreshälfte ausüben.“

Das Ergebnis ist, dass iRobot seine Prognosen für 2015 bestätigt: Einen Umsatz von zwischen 625 Mio. und 635 Mio. USD und einem Gewinn im Bereich von 1,25 USD bis 1,35 USD je Aktie. Interessanterweise sitzt der Mittelpunkt dieser Prognosen über den Erwartungen der Analysten für das Jahr 2015, die bei einem Umsatz von 627,3 Mio. USD und einem Gewinn je Aktie von 1,28 USD liegen.

Davon abgesehen könnte ein Teil des nicht vorhandenen Enthusiasmus am Markt an den kurzfristigen Erwartungen des Unternehmens liegen. Im gegenwärtigen dritten Quartal erwartet iRobot eine flache Umsatzentwicklung (143 Mio. bis 146 Mio. USD), einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von zwischen 17 Mio. und 19 Mio. USD und der Nettogewinn je Aktie soll zwischen 0,2 USD und 0,24 USD liegen. Zum Vergleich: Analysten modellierten einen viel höheren Gewinn je Aktie von 0,53 USD und einen Umsatz von 170,6 Mio. USD.

Das soll nicht heißen, dass Investoren jetzt besorgt sein sollten. Angle gab auch an, dass iRobot einen „ungewöhnlich hohen Lieferplan im vierten Quartal“ hat, der das seichte dritte Quartal mehr als nur wieder wettmachen sollte. Am Ende ist das starke zweite Quartal zwar nicht so stark wie es scheint, aber Investoren haben auch nichts verloren und iRobot macht weitere Fortschritte mit seinen Schlüsseltechnologien und Produktplänen.

 

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Dieser Artikel wurde von Steve Symington auf Englisch verfasst und wurde am 21.07.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von iRobot.

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