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Fresenius und Fresenius Medical Care Quartalsberichte: Worauf es am Donnerstag ankommt

Foto: Wikimedia Commons, Public Domain

Daimler, BASF und die Deutsche Börse haben letzte Woche die Berichtsaison der DAX Unternehmen mit unterschiedlichen Ergebnissen eingeläutet. In dieser Woche folgen 10 weitere DAX Konzerne, darunter zwei meiner DAX Favoriten: Fresenius (WKN:578560) und Fresenius Medical Care (WKN:578580). Hier erfährst du, worauf es bei diesen Unternehmen am Donnerstag ankommt.

Fresenius

Im ersten Quartal lieferte der Gesundheitsriese überragende Ergebnisse ab, die selbst die eigenen Erwartungen teilweise überstiegen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24 % auf 6,5 Mrd. EUR und der operative Gewinn um 32 % auf 851 Mio. EUR. Ein relativ großer Teil davon machte der starke Dollar aus, aber selbst währungsbereinigt waren die Ergebnisse so gut – Umsatzwachstum von 13 % und Gewinnwachstum von 16 % –, dass die Prognosen für das Gesamtjahr 2015 deutlich angehoben wurden: Das Unternehmen erwartet nun einen Gewinnanstieg von zwischen 13 % und 16 %, vorher waren es noch zwischen 9 % und 12 %.

Am meisten verantwortlich für diese Ergebnisse war das Wachstum in der Geschäftseinheit Fresenius Kabi, das vor allem von einer ansteigenden Medikamenten-Knappheit und früher als geplanten Markteinführung von Medikamenten in Nordamerika profitierte.

Auch in den anderen drei Geschäftseinheiten gab es überwiegend Positives zu berichten. Herausstechend war der Anstieg der operativen Marge des Krankenhausbetreibers Fresenius Helios (der zusammen mit Kabi fast vier Fünftel zum Gesamtgewinn von Fresenius in 2014 beisteuerte). Diese stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um ganze 2 % auf 11,3 % und nähert sich damit dem langfristigen Ziel von zwischen 12 % und 15 % an.

Ob das zweite Quartal genauso hervorragend wie das erste Quartal lief werden wir am Donnerstag sehen. Ich selbst erwarte jedenfalls keine bösen Überraschungen, aber auf folgende Dinge werde ich bei den Quartalszahlen genauer schauen:

  • Ob Fresenius Kabi wieder organisches Wachstum hinlegt. Ein besonderes Augenmerk lege ich auf die Geschäfte in Asien, wo China im ersten Quartal besonders überzeugte, wohingegen das südostasiatische Geschäft eine der wenigen (erwarteten) Schwachstellen war und voraussichtlich auch in diesem Quartal weiterhin sein könnte.
  • Ob die Integration der im letzten Jahr übernommenen Kliniken von Röhn Klinikum – die die Anzahl von Fresenius Kliniken immerhin um rund die Hälfte erhöhte – weiterhin erfolgreich verläuft. Das Unternehmen erwartet, dass diese Kliniken bereits in diesem Jahr inklusive Übernahmekosten erheblich zum Gesamtgewinn beitragen.
  • Einhergehend damit wird interessant sein, ob und wie stark Fresenius die operative Marge seiner Kliniken weiter steigern konnte.

Fresenius Medical Care

Auch Fresenius Medical Care, an dem Fresenius mit 31 % beteiligt ist, enttäuschte seine Investoren im ersten Quartal nicht. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 % auf insgesamt 3,96 Mrd. USD. Insbesondere das internationale Geschäft (bei Fresenius Medical Care heißt das außerhalb des Hauptgeschäfts in Nordamerika) überzeugte hier mit einem organischen Wachstum von 10 % (Nordamerika: 6 %).

Trotz des guten Umsatzwachstums stand am Ende allerdings nur ein um 2 % höherer Nettogewinn in den Büchern. Gründe waren ein stark steigender Steuersatz – welcher 2014 aufgrund eines Einmaleffekts deutlich geringer ausfiel – und steigende Kosten, vor allem die Personalkosten im Dialysegeschäft – das mit 2,34 Mrd. EUR über die Hälfte des Gesamtumsatzes von Fresenius Medical Care in Q1 ausmachte.

Zukünftiges Wachstum verspricht sich das Unternehmen von seinem jungen Geschäftsbereich in Nordamerika, unter welchem die nicht-Dialyse-Produkte und -Dienstleistungen zusammengefasst sind. Dieser trug in Q1 434 Mio. USD zum Gesamtumsatz bei (191 % mehr als noch in Q1 2014, wovon allerdings „nur“ 39 % organisches Wachstum waren). Für das Gesamtjahr prognostiziert das Management einen Gesamtumsatz aus diesem Bereich von 1,7 Mrd. USD.

Diese Punkte dominieren daher die Liste, auf die ich beim Q2 Bericht in erster Linie achten würde:

  • Umsatz im Care Coordination Bereich: Wie stark ist dieser gestiegen und wie realistisch sind die erwarteten 1,7 Mrd. USD Umsatz im Gesamtjahr. Das Management sagt selbst, dass diese Schätzung (ursprünglich im Februar gemacht) eher konservativ war, daher gibt es hier meiner Meinung nach positives Überraschungspotential.
  • Operative Marge im Care Coordination Bereich: Umsatzwachstum hilft Investoren nur weiter, wenn sich dieses auch im Gewinn niederschlägt. In Q1 lag diese bei 3,5 % (Nordamerika Gesamt: 12,3 %). Aufgrund der andauernden Investitionen erwartet das Management Margen bis Ende 2015 weiterhin im „niedrigen einstelligen“ Bereich. 2016 soll es dann bergauf gehen, aber eine Tendenz nach oben würde ich in Q2 erwarten.
  • Gewinnmarge im Dialysegeschäft: Können die steigenden Kosten bereits wieder mit höheren Umsätzen ausgeglichen werden?

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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