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Berichtssaison für DAX-Aktien: Vorschau eines Fools auf Bayer, Volkswagen und HeidelbergCement

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Die Berichtssaison geht weiter, Fools! Nach dem langsamen Start letzte Woche mit nur drei DAX-Quartalsberichten werden in der kommenden Woche mehr als zehn DAX-Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlichen — und wir sind mit unserer Vorschau und unseren Analysen dabei.

Im heutigen Artikel werfen wir einen Blick auf drei von den Unternehmen, die ihre Zahlen am Mittwoch veröffentlichen werden: Bayer AG (WKN:BAY001), Volkswagen AG (WKN:766403) und HeidelbergCement AG (WKN:604700).

Bayer AG

Die Bayer AG befindet sich inmitten einer Transformation: Die Firma wird sich vom Geschäftsbereich MaterialScience (etwa 25 % des Umsatzes) bis 2016 trennen — die Sparte sollte als eigenständiges Unternehmen auf den Kapitalmarkt gehen. Gleichzeitig hat das Unternehmen Ende 2014 das Consumer-Care-Geschäft mit rezeptfreien Produkten von Merck übernommen. Damit hat Bayer die entscheidenden Schritte eigeleitet, um ein reines Life-Science-Unternehmen zu werden.

Die Firma hat in der ersten Prognose für 2015 mit einem (währungs- und portfoliobereinigten) Umsatzanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich gerechnet, während der Gewinn vor Sondereinflüssen zweistellig wachsen sollte. Nach einem starken ersten Quartal und großteils auf die Euro-Währungsentwicklung basierend hat die Geschäftsleitung diese Prognose im April schon nach oben korrigiert.

Die Konsensus-Erwartungen der Analysten sind für das zweite Quartal dementsprechend hoch: Der Umsatz soll um 12% auf EUR 11,7 Milliarden steigen, das EBITDA (vor Sondereinflüssen) um 20% auf EUR 2,66 Milliarden und das bereinigte Konzernergebnis um 21% auf EUR 1,85 je Aktie.

Anbei die zwei Themen, die ich im kommenden Quartalsbericht vor allem verstehen möchte:

  • Die Umsatzentwicklung der neuen Produkte im Pharma-Segment — Neuprodukte sind ein wesentlicher Teil des Wachstums; im Pharma-Bereich haben Neuprodukte EUR 2,9 Milliarden Umsatz im Jahr 2014 erreicht und die Prognose für 2015 ist mehr als EUR 4,0 Milliarden. Besonders der orale Gerinnungshemmer Xarelto (Umsatz 2014: EUR 1,7 Milliarden, 38% Wachstum im ersten Quartal) und das Augenmedikament Eylea (Umsatz 2014: EUR 0,76 Milliarden, 55% Wachstum im ersten Quartal) sind große Hoffnungsträger.
  • Die Auswirkungen des Consumer-Care-Geschäfts von Merck — Bayer hat für die Akquisition über EUR 11 Milliarden bezahlt und möchte ab 2017 jährliche Synergien von EUR 600 Millionen erreichen (400 Millionen aus Umsatzsteigerung, 200 Millionen aus Kostenreduzierungen). Es wird interessant, zu sehen, wie viel extra Umsatz und Gewinn das neue Geschäft bringt und auch wie hoch die Integrationskosten sind.

Volkswagen AG

Der weltweit zweitgrößte Autohersteller hatte ein relativ gutes erstes Quartal mit 10% Umsatz- und 19% Gewinnwachstum. Das zweite Quartal war aber eher turbulent: Im April stand der Machtkampf zwischen CEO Martin Winterkorn und Aufsichtsratschef Ferdinand Piech im Mittelpunkt und seit Mai sorgen Gerüchte über Winterkorns Konzernumbau-Pläne (nach denen die zwölf Marken in vier Einheiten zusammengefasst werden sollen) für Aufruhr.

Die Verkaufszahlen haben sich im zweiten Quartal ebenfalls verschlechtert. Während Volkswagen im ersten Quartal 2 % mehr Fahrzeuge verkauft hat als im Jahr 2014, war die Volumenentwicklung für das erste Halbjahr — mit 5 Millionen verkauften Fahrzeugen — im Vergleich zum Vorjahr flach. Im Einzelmonat Juni war das Verkaufsvolumen sogar 4 % unter dem Vorjahresniveau.

Der größte Problembereich mit einem Rückgang von 4 % ist die Marke Volkswagen Pkw. Auch die Marke Audi (mit einem Wachstum von 4 %) lag hinter ihrem Konkurrenten Daimler (+16 %) und BMW (+8 %). Regional gesehen machen China (-4 %), Russland (-41 %) und Brasilien (-30 %) Sorgen.

Investoren waren mit diesen Entwicklungen unzufrieden und der Aktienkurs ist in den letzten drei Monaten um 19 % gefallen. Am Mittwoch werden wir sehen, wie die Volumenentwicklung und die Turbulenzen im Management-Team die Profitabilität der Firma beeinflusst haben, und vielleicht kriegen wir auch mehr Einblick in die Umbaupläne von Herrn Winterkorn.

HeidelbergCement AG

Für HeidelbergCement hat das Jahr 2015 gut angefangen: Umsatz und Gewinn sind gegenüber dem Vorjahr stark gestiegen und die Erwartungen der Analysten wurden deutlich übertroffen. Sowohl externe Faktoren — sinkender Ölpreis, schwacher Euro, steigende Nachfrage — als auch interne Verbesserungen wie erhöhte Preise, sinkende Kosten und eine starke Reduzierung der Verschuldung haben die Ergebnisse positiv beeinflusst.

Diese Ergebnisse stammen von einer mehrjährigen Turnaround-Strategie, die mit der Finanzkrise von 2009 angefangen hat. Nachdem das Unternehmen wegen seiner hohen Verschuldung fast in Konkurs gegangen wäre, hat die Firma in den letzten fünf Jahren eine starke Effizienzsteigerung eingeleitet, die die Profitabilität und den Cashflow stark verbessert und ihre Verschuldung deutlich reduziert hat. Wie die Geschäftsleitung beim Kapitalmarkttag im Juni angekündigt hat, ist es nun Zeit für die nächste Phase der Strategie, mit Fokus auf Wachstum und Aktionärsrendite. Laut der neuen Strategie sollte die Firma ihren Umsatz in den nächsten fünf Jahren von EUR 13 Milliarden auf EUR 17 Milliarden steigern, die Profitabilität (EBITDA) von EUR 2,3 Milliarden auf über EUR 4 Milliarden erhöhen, den Gewinn je Aktie vervierfachen sowie die Dividenden stark steigern.

Und die Erwartungen für das zweite Quartal? Viele von den externen Faktoren sind gegenüber dem ersten Quartal unverändert: der Euro ist immer noch schwach, die Ölpreise sind immer noch niedrig und die Nachfrage — wie die starke Q2-Ergebnisse von Caterpillar zeigen — steigt weiter. Also, alles spricht für ein gutes Quartal — wir werden Morgen sehen, ob das wirklich passiert.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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