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Warum Total ein unterbewerteter Öl-Gigant ist

Foto: Pixabay, Moni49

Es ist kein Geheimnis, dass der französische Öl-Riese Total SA (NYSE:TOT) (FRA:TOTB) (ETR:TOTA) in den letzten Jahren schwere Zeiten durchgemacht hat. Wie die folgende Graphik zeigt, hat der Aktienkurs so einiges einstecken müssen.

Total stock chart

TOT data by YCharts

Natürlich ist der fallende Ölpreis die Hauptursache für diese Entwicklung. Brent-Rohöl, der internationale Vergleichsstandard, ist auf 57 USD je Barrel gefallen. 2014 wurde das Barrel noch für über 100 USD gehandelt. Der Absturz der Rohstoffpreise hat die Gewinne der Öl-Giganten deutlich geschmälert und Total ist davon nicht ausgenommen. Aber dieser Abwärtstrend hat eine Investitionsgelegenheit geschaffen, die sich für Langzeit-Fools sehr auszahlen könnte.

Total hat bedeutende Projekte am Laufen, die den zukünftigen Wachstum des Unternehmens garantiert beschleunigen werden, wenn sich Ölpreise wieder erholen. Und in der Zwischenzeit bleibt Total eine billige Aktie, die eine attraktive Dividendenrendite von über 5 % bietet. Aus diesen Gründen hat Total jede Menge Wertschöpfungspotenzial.

Sich über Wasser halten

Es lässt sich nicht leugnen, dass sich Totals Rahmenbedingungen aufgrund des Einsturzes der Öl- und Gaspreise in den letzten Jahren verschlechtert haben. Letzes Quartal fiel Totals Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 22 % auf 2,6 Mrd. USD. Das ist sicherlich eine schwache Performance, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können. Im Vergleich zum ersten Quartal sanken die Gewinne von Totals Upstream-Geschäft um 15 %. Dies lag deutlich unter den 30 %, die der Brent-Rohölpreis über die selbe Periode verloren hat.

Der Grund, weshalb Totals Upstream-Geschäft trotz fallender Öl- und Gaspreise so gut lief, sind die aggressiven Kosteneinsparungen des Unternehmens. Total hat sich vorgenommen, dieses Jahr Upstream-Kosten in Höhe von 800 Mio. USD durch die Senkung von Betriebskosten einzusparen.

Ein anderer Grund für Totals starke Upstream-Ergebnisse ist die erhöhte Förderung. Die Gesamtproduktion stieg letztes Quartal um 10 % gegenüber dem Vorjahr. Die drei Startups West Franklin Phase 2, Eldfisk II und Ofon 2, die in der Nordsee bzw. in Nigeria Erdgas fördern und Totals CLOV Development-Offshore-Projekt in Angola trugen im ersten Quartal zu der erhöhten Produktion bei.

CLOV-DEVELOPMENT-PROJEKT. QUELLE: TOTAL WEBSEITE.

CLOV-DEVELOPMENT-PROJEKT. QUELLE: TOTAL WEBSEITE.

Parallel fährt Total großartige Ergebnisse von seinem Offshore-Block 17 ein, der sich vor der Küste Angolas befindet und an dem Total zu 40 % beteiligt ist. Tatsächlich hat sich der Block 17 mit einer Förderkapazität von 700.000 Barrels pro Tag zu Totals produktivstem Standort entwickelt.

Unterm Strich schraubt Total seine Produktion mit einer Vielzahl von entscheidenden Projekten hoch. Zwar profitiert Total momentan noch nicht davon, da sich Rohstoffpreise im Abwärtstrend befinden, aber wenn Öl- und Gaspreise über den verbleibenden Teil des Jahres 2015 wieder steigen, könnte Total einer der ersten sein, bei denen es aufwärts geht.

Und die Leistung von Totals Downstream-Geschäften wird immer stärker, was ein direkter Vorteil des eingeschlagenen Weges ist. Total betreibt ein großes Raffinierungsgeschäft und das zahlt sich besonders aus, wenn Ölpreise fallen, da Raffinierungsgewinne unter diesen Umständen steigen. Dieses Jahr wurde Totals Downstream-Geschäft von billigen raffinierten Exportprodukten von der US-Golfküste bedroht. Glücklicherweise kämpft Total dagegen an, indem das Unternehmen plant, die Kapazitäten seiner europäischen Raffinerien um 20 % zu reduzieren. Außerdem sollen die Breakeven-Kosten jeder europäischen Raffinerie bis 2017 auf unter 20 USD pro Tonne gesenkt werden. Die Raffinierungskosten sollen bis dahin auf 600 Mio. USD runtergeschraubt werden.

Zusätzlich profitiert Total von der Tatsache, dass sich das Unternehmen im Raffineriegeschäft immer breiter aufstellt. Seine Downstream-Gewinne haben sich im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 1,1 Mrd. USD verdreifacht. Die Gesamtauslastung wuchs zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte auf 88 % und der Raffinieriedurchsatz stieg auf 1,9 Mio. Barrels pro Tag.

Die Dividenden hat höchste Priorität

Mit Totals Gewinnen geht es bergab und dies wird so weiter gehen, sofern sich Öl- und Gaspreise nicht erholen. Allerdings ist Totals Aktie sehr billig und belohnt Investoren, die bereit sind, auf den Umschwung zu warten, reichlich. Das Gesamtvolumen der Aktien wird zum 1,14-fachen des Buchwerts und nur zum 4,9-fachen des Unternehmenswert-EBITDA-Verhältnisses gehandelt.

Außerdem beträgt Totals Dividendenrendite mehr als 5 % und das Management steht voll hinter seinem Ausschüttungsprogramm. Auf der letzten Pressekonferenz zu den Quartalsergebnissen teilte das Unternehmen mit, dass es davon ausgeht, bis 2017 die Dividendenausschüttungen komplett aus dem Free Cashflow bezahlen zu können.

Während es keine Garantie darauf gibt, wann oder ob sich Öl- und Gaspreise wieder erholen, vollzieht Total alle notwendigen Schritte, um seine Dividende unter allen Umständen zu bewahren. Das Unternehmen spart Kosten ein, verkauft verzichtbare Vermögensgegenstände und fährt seine Produktion beständig hoch. Wenn der Aktienkurs weiter sinkt, ist Totals 5 %-Dividende schlimmstenfalls ein super Trostpreis. Wenn sich die Rohstoffpreise aber wieder erholen, hat Totals Aktie beträchtliches Wachstumspotenzial.

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The Motley Fool empfiehlt Total (ADR).

Dieser Artikel wurde von Bob Ciura auf Englisch verfasst und am 21.7.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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