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Zalando Aktie: Starkes Wachstum und Kursrückgang bedeuten eine gute Einstiegschance

Foto: Zalando

Zalando (ETR:ZAL) (FRA:ZAL) hat am Dienstag hervorragende Umsatzergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht. Investoren waren aber mit der Entwicklung des Gewinns enttäuscht und die Aktie hat in den letzten drei Tagen 7 % ihres Wertes verloren. Foolische Anleger sollten sich aber dem Trend widersetzen und diesen Rückgang als eine gute Anlagechance sehen.

Schauen wir kurz darauf, was passiert ist und warum ich glaube, dass es eine super Zeit ist um in Zalando zu investieren.

Die Firma hat am Dienstag ihre vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Laut der Pressemitteilung hat sich das Wachstum weiter beschleunigt: Zalando erwartet einen Umsatz von 727 Mio. EUR bis 738 Mio. EUR, was ein Wachstum von 33-35 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für die erste Jahreshälfte bedeutet das ein Wachstum von 31-32 %, viel höher als die ursprüngliche Erwartung von zwischen 20 % und 25 %. Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert wenn man berücksichtigt, dass laut der Fachzeitschrift Textilwirtschaft der stationäre Modehandel in Deutschland im 1. Halbjahr des laufenden Jahres erneut gesunken ist — der Online-Anteil im Modehandel wächst also rasant weiter.

Sollte diese Wachstumsrate in der zweiten Jahreshälfte bestand haben, würde das einen Umsatz von über 2,9 Mrd. EUR für das Gesamtjahr bedeuten. Zalando ist also sehr gut unterwegs, die Wachstumserwartungen für das Jahr 2015 zu übertreffen und — wie in einem früheren Artikel erwähnt — arbeitet die Firma mit Vollgas an der Erweiterung ihres Geschäftsmodells von einem reinen Online-Händler hin zu einer Modeplattform.

Wieso dann die miese Stimmung? Obwohl der Umsatz stark gestiegen ist, ist die EBIT-Marge im zweiten Quartal auf zwischen 3 % und 5 % gesunken. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,4 %. Das bereinigte operative Ergebnis wird voraussichtlich im Bereich zwischen 22 Mio. EUR und 37 Mio. EUR liegen, gegenüber 35 Mio. EUR im zweiten Quartal 2014.

Die Firma führt die gesunkene Rendite fast ausschließlich auf „einen vorübergehenden Anstieg der Payment-Kosten“ (also Kosten, die durch Zahlungsausfälle und Mahnverfahren bei Neukunden entstanden sind) zurück. Laut einem Pressesprecher ermöglichte Zalando im zweiten Quartal deutlich mehr Kunden den Rechnungskauf als noch im Vorjahr: „Wenn wir mehr Rechnungskauf anbieten wollen, dann müssen wir auch akzeptieren, dass am Ende auch mehr Leute übrig bleiben, die ihre Rechnung verspätet oder gar nicht bezahlen.“

Wie groß ist eigentlich dieses Problem? Wir wissen es nicht, aber ich bin nicht beunruhigt. Erstens, es ist noch nicht klar ob wir über echte Kosten reden oder nur über buchhalterische Rückstellungen für möglichen zukünftigen Zahlungsverzug. Im ersten Fall kann ein Teil der Kosten — und zwar für die Implementierung von neuen Systemen und Prozessen — nur einmalig sein. Im letzteren Fall ist es durchaus möglich, dass die Firma — ohne bisher große Erfahrung mit dem Rechnungskauf gemacht zu haben — das Risiko einer zukünftigen Nichtzahlung zu hoch einschätzt und deswegen die Rückstellungen in Zukunft eventuell reduzieren kann.

In jedem Fall: Wenn wir uns nicht nur auf die letzten drei Monate fokussieren, erscheint die Situation viel besser. Im ersten Halbjahr erreicht die Firma ein EBIT von voraussichtlich zwischen 51 Mio. EUR und 66 Mio. EUR, gegenüber 12 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum — also ein Wachstum von weit über 400%.

Man sollte also wegen einer kurzfristigen Kostensteigerung noch keine Panikattacke bekommen; besonders nicht bevor man die echten Gründe versteht. Außerdem sehe ich Zalando als ein Wachstumsunternehmen: Ich freue mich, wenn die Gewinnmarge in jedem Quartal steigt, aber ich finde es viel wichtiger, dass die Firma ins langfristige Wachstum investiert und ich bin bereit kurzfristige Margenschwankungen zu akzeptieren.

Zalando bleibt immer noch ein „Kauf“ für mich — und Foolishe Investoren könnten den Kursrückgang dieser Woche als Einstiegspunkt nutzen.

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Miklos Szekely besitzt Aktien von Zalando. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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