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Google Aktie: Man schnallt schon einmal den Gürtel enger

Quelle: Google.

Während der Rezession machte Google (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) (ETR:GGQ7) von sich reden, als man weitestgehend darauf verzichtete, Kosten einzusparen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung haben seit 2007 363% zugelegt, sind von 2,12 Milliarden USD auf 9,83 Milliarden USD gestiegen. Die Gesamtkosten stiegen in jener Zeit 330% an. Wenn man sich das in jährlichen Zahlen betrachtet, bedeutet das 24,5% bzw. 23% – das Unternehmen investierte in seine Angestellten und Innovation, während andere Unternehmen zurückruderten.

Langzeitinvestoren wurden von den erhöhten Investitionen durchaus belohnt. Die Aktie ging splitbereinigt 150% nach oben. Scheint ganz so, als würden die Investitionen Früchte tragen. Die Umsätze stiegen nur geringfügig langsamer als die Investitionen. Im letzten vollen Geschäftsjahr fiel das Wachstum auf 18,9% und lediglich auf 12% im Vergleich zum Vorjahresquartal – das allerdings ist für die Zukunft kein gutes Zeichen.

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Somit ist es nachvollziehbar, dass man bei Google den Gürtel etwas enger schnallt – weniger Umsatz, Aktienperformance nicht mehr ganz so prächtig. Und so ist es auch in einem Artikel des Wall Street Journal zu lesen, die Menschen zu Wort kommen lassen, die Ahnung von der Materie haben oder selber involviert sind. Allerdings scheint es, dass das Unternehmen durchaus noch nachhaltig plant und handelt, nicht mit Panik. Deswegen werden noch immer vorsichtige Investments ins Wachstum gesteckt.

Strategische Zugänge für ehrgeizige Zielsteckung

Die neuesten Regeln für den Personalzuwachs ist vielleicht das beste Zeichen dafür, wie Google mit dem vorhandenen Kapital sinnvoller umgehen will. Dem Journal zufolge soll nun ein Vorstandskomittee dafür sorgen, dass man nach Jahren des fast unkontrollierbaren Personalzuwachs’ endlich mit Sinn und Verstand ans Werk gehen will und sich die neuen Mitarbeiter genau ansieht und diese quasi pflückt. Google hat das bereits schon eingeführt, ist im letzten Quartal von 2.439 auf 1.819 neuen neue Angestellte gesunken. Der Artikel führt insbesondere Googles schwächelnde Social-Media-Division ins Feld, Google+, in der man keine weiteren neuen Angestellten mehr eingestellt hat.

Von weiter oben betrachtet ändert sich Google von einem fast planlos investierenden Unternehmen zu einem strategischer vorgehenden Modell. Eine der größten Beschwerden von der US-Regierung ist jene, dass man ohne Ende Geld ausgibt, um ja keine großen Profite erscheinen zu lassen, damit die Mittelzuweisungen nicht gekürzt werden.

Allerdings ist von vielen Unternehmen auch bekannt, dass sich in manchen Fällen mittleres Management unnötigerweise neues Personal zukommen lässt – aus purer Eitelkeit. Im Gegenteil dazu steht die Kultur, die das Microsoft von Vorvorgestern geschädigt hat, wo jede Abteilung um Aufmerksamkeit und Ressourcen aktiv kämpfen musste. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neue, eher easy gelebte Bescheidenheit Google ähnlich behindern könnte.

Und der Umsatz?

Allerdings wird durch Einschnitte in den Investitionen nicht gerade der Umsatz gesteigert. Und daran krankt Google zur Zeit. Wie schon weiter oben beschrieben, stieg der Umsatz im ersten Quartal lediglich 12% im Vergleich zum Vorjahr. Das ist natürlich großartig für die meisten großen Unternehmen, aber Investoren erwarten einfach mehr von Google. Viele haben die langsamere Entwicklung von Klicks und geringeren Kosten pro Klicks bemängelt. Dazu könnten weitere Einschnitte bei Investitionen den Umsatz weiter beschneiden – weniger Investment bedeutet normalerweise auch weniger Innovation.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass das Unternehmen weise ist, jetzt den Gürtel enger zu schnallen. Google scheint wie der prototypische Verschwender, Projekte wie Google X (autonome Autos, Drohnen, Google Glass und Project Loon) plagen die Rentabilität. Wenn man diese Projekte kurzfristig etwas kürzt, könnte es dem Gesamtunternehmen gut tun.

Allerdings ist das Timing für die Verkündung etwas seltsam. Zwar haben Risikokapitalgeber dem Journal den Hinweis gegeben und nicht das Unternehmen selber, ist es schon seltsam, dass man drei Tage vor dem Earnings Call darauf hinweist, Kosten sparen zu wollen. Für Investoren, die kurzfristig dabei sind, könnten das nicht ganz so gute News sein.

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The Motley Fool empfiehlt Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Google (A Aktien) und Google (C Aktien).

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und erschien am 15.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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