MENU

Bieten Bombardier-Aktien die Chance des Jahrzehnts?

Foto: The Motley Fool

Selbst nach Einberechnung aller Probleme, die Bombardier Inc (TSX:BBD.B) (FRA:BBDB) (ETR:BBDB) hat, bin zumindest ich zu der Eischätzung gekommen, dass die Aktie unterbewertet ist.

Das Problem des Unternehmens beruht auf zwei Dingen. Erstens ist das Programm der CSeries ein komplettes Desaster. Das Auslieferungsdatum der Flugzeuge wurde bereits zwei Mal nach hinten verschoben und ist nun Anfang 2016 angesetzt; zumindest gehen wir davon aus. Obwohl der Markt der Regionalflugzeuge stabil ist, sind Bestellungen für die CSeries ins Stocken geraten, da nervöse Kunden nach Flugzeugen von Unternehmen Ausschau halten, die eine bessere Bilanz in Sachen pünktliche Auslieferungen vorweisen können.

Und dann gab es noch Liquiditätsprobleme. Im Winter erhöhte Bombardiers Management das Kapitalvermögen um Milliarden durch die Ausgabe neuer Aktien und die Aufnahme von Langzeitkrediten. Dies half dem Unternehmen, kurzfristige Liquiditätssorgen zu lindern, aber Investoren sind besorgt darüber, ob der Cash-Bestand von 5,3 Mrd. USD auf lange Sicht gesehen reichen wird.

Kombiniert man diese Sorgen mit dem Frust der Anleger, so ist der niedrigste Kurs der Aktie seit Anfang der 90er nur allzu verständlich. Zurzeit wird die Aktie für 1,90 USD gehandelt; weit entfernt von den 4 USD vor wenigen Monaten oder dem Stand von über 7 USD im Jahre 2011.

Aber bei all den schlechten Nachrichten ist das Unternehmen bereit, die Wende zu schaffen und hat das Potenzial, seinen Aktienkurs zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen. Aber wie gelingt das dem Management bloß?

Mit der CSeries aufs Ganze gehen

Beim Texas Hold-Em Poker ist das All-In eine riskante Strategie. Wenn die Risikobereitschaft aber belohnt wird, birgt die Strategie ungeheures Potenzial. Momentan trifft genau das auch auf Bombardiers Aktie zu.

Die schlechten Nachrichten rund um die CSeries blenden die guten Nachrichten nahezu völlig aus. Man darf nicht vergessen, dass beim Unternehmen bereits 53 Bestellungen für das kleinere CS100-Modell sowie 190 verpflichtende Zusagen für das größere CS300-Modell eingegangen sind. Bei einem Stückpreis von 65 Mio. USD je Flugzeug ist das ein Auftragsbestand für das Unternehmen von fast 16 Mrd. USD.

Dazu kommen mit diesen Bestellungen zahlreiche Optionsrechte, Erwerbsrechte und Verpflichtungen. Alles in allem berechtigen diese Optionsrechte die Kunden, mehr als 300 zusätzliche Flugzeuge zu erwerben. Nehmen wir vorsichtshalber an, dass nur 100 dieser Optionen wahrgenommen werden, so wäre das ein zusätzliches Einkommen in Höhe von 6,5 Mrd. USD.

Bei einer operativen Marge von 5 % für diese Verkäufe und der aktuellen Wechselrate vom kanadischem zum US-Dollar macht das Unternehmen durch die bereits eingegangenen Bestellungen einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 1,4 Mrd. USD. Und wenn alles nach Plan läuft, werden weitere Bestellungen geradezu einströmen, nachdem potenzielle Kunden den Vogel erst einmal in Aktion begutachten konnten.

Eine Pleite ist eher ausgeschlossen

Obwohl viele Anleger überzeugt sind, dass sich Bombardier am Rande des Konkurses bewegt, glaube ich, dass diese Sorgen übertrieben sind.

Für die CSeries sind die größten Anstrengungen bereits vollbracht. Das Management hat bestätigt, dass die Kapitalausgaben für das Programm beginnen werden, abzuklingeln; insbesondere mit Beginn des Jahres 2016. Betrachtet man dies mit den Ertragsaussichten für bereits fertiggestellte Flugzeuge, so steht das Unternehmen liquiditätstechnisch nicht ganz so schlecht da.

Außerdem soll der Transport-Zweig Ende dieses Jahres in Deutschland an die Börse gehen. Niemand weiß, was dieser Schritt einbringen wird, aber es könnten locker mehr als 2 Milliarden USD werden. Zudem sind bis 2018 keine größeren Schuldenrückzahlungen fällig. Das Management hat es geschafft, sich einen genügend großen Zeitraum zu schaffen, um die Wende einzuleiten.

Bewertung

Es kommt vielleicht für viele überraschend, aber Analysten glauben, dass Bombardier nach der Übergangsperiode äußerst profitabel sein wird.

Sie gehen von einem Gewinn je Aktie von 0,28 USD im Jahr 2015 aus. 2016 soll der Gewinn je Aktie aufgrund einer niedrigeren Eigentumsquote des profitableren Transport-Segments auf 0,21 USD sinken. Diese Einschätzungen zählen zu den billigsten Gewinn-Forward-Ratios am Toronto Stock Exchange.

Wenn die Produktion der CSeries erst einmal ins Rollen kommt, besteht außerdem ein großes Ertragsüberraschungspotenzial. Sobald die Sorgen der Anleger über eine Zahlungsunfähigkeit völlig beseitigt sind, wird man sich verstärkt auf gute Nachrichten fokussieren, was dem Aktienkurs einen Aufschwung verleihen könnte. Es ist alles eine Frage der Stimmungslage.

Bombardier ist eine riskante Aktie; insbesondere wenn die CSeries wieder ins Stolpern gerät. Jedoch birgt die Aktie ein riesiges Potenzial, da sie aufgrund pessimistischer Investoren unter ihrem eigentlichen Wert gehandelt wird. Wenn das Management das Ruder herumreißen kann, erwartet diejenigen, die eingestiegen sind, als es am düstersten aussah, eine große Belohnung.

Die nächste Milliarden Dollar Revolution ist hier

Tesla Gründer Elon Musk hat riesige Pläne für ein anderes Unternehmen, von welchem er in seinen Worten erwartet, dass es Fabriken baue, die ?eine Größenordnung größer sind, als die größte heute in der Welt existierende Fabrik". Investoren auf der ganzen Welt wurden bereits reich mit Tesla. Könnte dieses andere revolutionäre Unternehmen dein Ticket zum Reichtum sein? Du kannst mehr herausfinden, wenn du den Sonderbericht von The Motley Fool "Die aufstrebenden Wachstumsaktien, die Warren Buffett niemals kaufen wird -- aber kaufen sollte" liest. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu dem Bericht zu erhalten.

Dieser Artikel wurde von Nelson Smith auf Englisch verfasst und am 16.7.2015 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool