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Ölaktien: Warum das Schicksal von BP und Royal Dutch Shell komplexer ist, als du denkst

Foto: Lane Pearman. Ausschnitt. Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Was ist die richtige Größenordnung für den Ölpreis? Wie kann man Öl einen Wert zuschreiben?

Ich denke, es hängt viel von Angebot und Nachfrage ab. Aber es geht auch um mehr als das. Es geht auch um Trends — Trends, die anfangen und Trends, die aufhören. Und langfristig würde ich aus meiner Sicht nicht in BP oder Shell investieren.

Können wir diesem komplexen Bild einen Sinn abgewinnen?

So, dass es einfach wird, den Ölpreis vorherzusehen? Ich bin nicht sicher. Als ich im World Outlook 2014 der OPEC gestöbert habe, habe ich auf Seite 32 die Vorhersage gelesen, dass OPEC den durchschnittlichen Ölpreis im Jahr 2015 auf 105,7 USD je Barrel schätzt. Mitte 2015 liegt der Ölpreis allerdings bei 53 USD je Barrel. Also selbst die OPEC Staaten — die eigentlich mehr über Kohlenwasserstoffe wissen müssten als alle anderen — können scheinbar nicht einmal ein Jahr in die Zukunft sehen.

Aber diese Statistik macht den ganzen Unterschied, wenn es darum geht, ob Ölaktien wie die BP (LSE:BP) (ETR:BPE) (ETR:BPE5) und Royal Dutch Shell (LSE:RDSB) (ETR:R6C3) (FRA:R6C3) ein Kauf sind. Also lass uns versuchen, diesem komplexen Bild einen Sinn abzugewinnen.

Lass uns mit dem Angebot anfangen. Die Rekordölpreise im vergangenen Jahrzehnt (die bei 147 USD je Barrel die Spitze erreichten) führten zu einem steigenden Angebot an Öl auf dem Markt. Das bedeutet, dass eine ganze Reihe anderer Anbieter neben den Hauptproduzenten wie Saudi Arabien und dem Iran angefangen haben, Petroleum aus der Erde zu holen.

Der hohe Ölpreis bedeutet, dass Länder wie Russland und Brasilien sogar angefangen haben, ihr Ölangebot noch oben zu fahren, da selbst das Öl unter den Ozeanböden und in der Arktis nun rentabel ist.

Er hat auch Unternehmen dazu bewogen, immer noch genauer und an immer noch weiter abgelegenen Orten nach Öl zu suchen. Das führte zu einem Schieferöl-Boom in den USA und dazu, dass selbst das extrem teure Öl aus dem Ölsand in Kanada endlich profitabel wurde.

Das führte dazu, dass das Ölangebot im letzten Jahrzehnt stetig und unaufhaltsam gestiegen ist. Schließlich will man ja so viel Öl wie möglich produzieren, wenn es schon so viel Wert ist.

Nicht zu hoch, nicht zu niedrig

Was wird passieren, wenn das Angebot so schnell steigt? Nun ja, man sollte erwarten, dass der Ölpreis fällt, da Verbraucher den Preis immer weiter nach unten treiben können. Und genau das ist weitgehend passiert. Der Ölpreis ist in den letzten 12 Monaten abgestürzt.

Aber was ist mit der Nachfrage? Hier werden die Dinge kompliziert, denn die Weltbevölkerung wächst immer noch und wird immer vermögender. Also steigt auch die Energienachfrage. Die entscheidende Frage ist: Wie teilt sich diese Nachfrage auf zwischen Öl-, Gas-, Kohle-, Nuklear- und erneuerbaren Energien?

Meine ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht. Aber ich erkenne eine Reihe Schlüsseltrends. Auf den Straßen finden wir mehr Autos als je zuvor. Fast alle haben Benzin- oder Dieselmotoren.

Also denke ich, dass die steigende Nachfrage mittelfristig dazu führen wird, dem steigenden Angebot entgegenzuwirken. Darum denke ich, dass das Bild für die Ölpreise in den nächsten Jahren eher so aussieht, dass dieser weder zu hoch, noch zu niedrig ist.

Langfristig wird jedoch die bessere Effizienz von Motoren eine Rolle spielen — und auch die steigende Anzahl an Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Sonnenenergie wird bald der günstigste Energielieferant sein. Das könnte bedeuten, dass Elektrofahrzeugt bald schon sehr viel populärer werden.

Meine Sichtweise ist daher, dass BP und Shell eine Zukunft haben; aber sie sollten ihre Ambitionen anders fokussieren und ihre Investitionen verringern. Gewissermaßen würden sich diese Maßnahmen gegensätzlich auf die Ölpreise auswirken — und damit die Profitabilität — und diese weniger volatil werden lassen. Ich würde trotzdem nicht unbedingt in die großen Ölfirmen investieren.

Jeder weiß, dass sich das Ölzeitalter irgendwann dem Ende zuneigen wird. Es weiß nur nicht niemand, wie schnell das passieren wird…

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Prabhat Sakya auf Englisch verfasst und wurde am 13.07.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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