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Die heute 10 renditestärksten deutschen Unternehmen – und wie es ADLER Real Estate, Morphosys und die Deutsche Börse in die Liste schaffen

Auf der Suche nach potentiellen Investitionen lohnt sich oft ein Blick auf die Nettomarge eines Unternehmens. Denn eine solche kann bedeuten, dass das Unternehmen entweder kosteneffizient arbeitet oder auch, dass es so hochwertige Produkte fertigt, dass es diese zu hohen Preisen verkaufen kann.

Am besten betrachtet man daher die Nettomarge eines Unternehmens im Vergleich zu seinen Wettbewerbern. Aber um erst einmal margenstarke Unternehmen zu finden, habe ich einen Blick auf alle DAX, SDAX, MDAX und TecDAX Unternehmen geworfen. Hier sind die 10 stärksten – und weil die so stark sind, überlegen wir danach, woran das liegen kann.

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Unternehmen Index Nettomarge
TLG Immobilien (ETR:TLG)(FRA:TLG) SDAX 90 %
ADLER Real Estate (ETR:ADL)(FRA:ADL) SDAX 88 %
Deutsche Beteiligungs AG (ETR:DBAN)(FRA:DBAN) SDAX 62 %
Morphosys (ETR:MOR) TecDAX 58 %
Deutsche Euroshop (ETR:DEQ)(FRA:DEQ) MDAX 45 %
TAG Immobilien (ETR:TEG)(FRA:TEG) MDAX 37 %
DO Deutsche Office (ETR:PMO)(FRA:PMO) SDAX 34 %
Deutsche Boerse (ETR:DB1)(FRA:DB1) DAX 31 %
KWS Saat (ETR:KWS) SDAX 31 %
ZEAL Network (ETR:TIM)(FRA:TIM) SDAX 27 %

Datenquelle: S&P Capital IQ, Nettomarge im zuletzt berichteten Quartal

Die Werte, die du in dieser Liste siehst – besonders die ganz oben – sind sehr hoch. „Normale“ Werte sind zwar schwer zu definieren, da sie sehr industrieabhängig sind, aber um einen Richtwert zu haben: Die durchschnittliche Nettomarge aller 30 DAX Unternehmen lag im letzten Quartal bei 7,8 %.

In dieser Zahl ist zwar auch ein Unternehmen mit einer negativen Nettomarge enthalten, aber 21 DAX Unternehmen haben in der Tat zwischen 0 % und 10 % erzielt, nur acht haben Margen von über 10 % erreicht. Das gibt dir meiner Meinung nach einen guten Eindruck, wo „normale“ Werte liegen; also über 10 % ist im Allgemeinen schon ganz gut – wie gesagt ist das aber sehr stark abhängig von der Industrie, daher solltest du die Kennzahlen immer mit dem Industriedurchschnitt betrachten.

Aber wie können solch exorbitant hohe Werte zustande kommen?

Dir ist bestimmt aufgefallen, dass die Liste zu 60 % aus Unternehmen im Immobiliensektor besteht, inklusive der Top 3. Es ist also nicht so schwer zu erraten, dass die steigenden Immobilienpreise in Deutschland eine Rolle spielen.

Und das lässt sich mit einem kurzen Blick zum Beispiel in die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) von ADLER Real Estate bestätigen. Das Unternehmen verdient Geld mit Mieteinkünften und dem Verkauf von Immobilien. Damit erzielte ADLER einen Umsatz von zusammen rund 171 Mio. EUR. Was jetzt aber dazu kommt sind fast 133 Mio. EUR durch die Wertanpassung der Immobilien in ADLERs Portfolio.

Diese 133 Mio. erhöhten also die Einnahmenseite um fast 80 % – und das praktisch ohne Kosten zu verursachen. Über solche Dinge erreicht man dann diese hohen Nettomargen. Für den Investor ist dann wichtig zu wissen, dass diese 133 Mio. kein Geld in die Kassen gespült haben.

Gesprengt wird die Immobiliengruppe in der Liste der margenstärksten deutschen Unternehmen nur durch das Biotech-Unternehmen Morphosys. Dessen GuV verrät uns, dass das Unternehmen 2013 eine Nettomarge von 17 % erzielt hat und 2014 von -0.05 %, also ganz andere Werte als die 58 % oben. Warum, fragt man sich.

Die Antwort findet man im letzten Quartalsbericht: Die Beendigung einer Kooperation mit Celgene führte dazu, dass vorher aus Buchhaltungsgründen noch nicht berücksichtigte Umsätze in diesem Quartal voll in die Zahlen mit einflossen. Ohne das näher zu untersuchen bedeutet das für uns: Das war ein Einmaleffekt und die Nettomarge wird sich in Zukunft wieder in weniger abgehobenen Regionen bewegen.

Die bleibenden drei Unternehmen haben ja bereits schon „normalere“ Margen. Unter diesen fällt mir die Deutsche Börse als einziges DAX Unternehmen in der Liste besonders auf, denn dessen GuV verrät uns, dass bei ihr weder Einmaleffekte, noch temporäre Erscheinungen wie besonders stark steigende Immobilienpreise eine Rolle spielen. Die Deutsche Börse hat in der Tat (zumindest auf Basis der letzten fünf Jahre beurteilt) ein margenstarkes Geschäft.

Was du für dich mitnehmen kannst

Wie du siehst, kann es unterschiedlichste Gründe haben, dass ein Unternehmen hohe Margen aufweist. In einem solchen Fall solltest du zum einen die GuV über mehrere Perioden hinweg betrachten, um Einmaleffekte auszuschließen.

Zum anderen ist ein Blick auf die Cashflow-Statements sehr hilfreich, um zu sehen, wie viel des Gewinns auch in Form von Cash an das Unternehmen geht. Bei den Immobilienunternehmen zum Beispiel haben Anpassungen der Buchwerte von Immobilien – wie die oben erwähnten 133 Mio. bei ADLER Real Estate – keinen Impact auf den Cashflow. Bei solchen Dingen müssen wir uns als Investor immer die Frage stellen wie nachhaltig das ist.

Besonders erfreulich, für mich zumindest, sind Unternehmen wie die Deutsche Börse, die kontinuierlich hohe Margen aufweisen und wo das Geld auch in Form von Cashflow in die Kassen fließt. Meine Watchlist ist daher um ein Unternehmen reicher.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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