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Aktien im Rückblick: Der DAX legt kräftig zu, Bankenwerte im Fokus

Foto: Wikimedia Commons, Dontworry

Der Grexit ist vom Tisch, die Aktienkurse steigen und es gibt endlich Fotos von Pluto.

Die erfreulichste Nachricht der vergangenen Woche erreichte uns am Mittwochabend aus den Tiefen des Kuipergürtels weit jenseits der Neptunbahn: New Horizons hat’s geschafft! Die amerikanische Weltraumsonde übermittelte spektakuläre Aufnahmen des Zwergplaneten Pluto, den sie am Vortag im Abstand von nur 12.500 km passiert hatte.

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Während der etwa kühlschrankgroße Satellit seine Daten zur NASA funkte, wurde in Athen heiß diskutiert: Das griechische Parlament segnete nach langer Debatte ein Reformpaket ab, das unter anderem Mehrwertsteuererhöhungen, Einschnitte ins Rentensystem, sowie einen 50 Milliarden Euro schweren Fonds zur Privatisierung von Staatsbesitz enthält. Damit ist der Weg zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm für die Hellenen frei, denn auch im Bundestag ist am Freitag die Mehrheit für ein Verhandlungsmandat gesichert.

Was bei den Verhandlungen zur Grexit-Vermeidung herauskommen soll, ist in groben Zügen bereits bekannt. Das Geld für die Griechenland-Rettung soll aus zwei Töpfen kommen. Hilfskredite im Umfang von insgesamt 86 Milliarden Euro soll in den kommenden Jahren der von den 19 Euro-Staaten finanzierte Rettungsfonds ESM locker machen – wenn die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden.

Da diese wahrscheinlich bis Ende August dauern werden und der Mittelmeerstaat bis dahin nicht ohne fremdes Geld auskommt, muss ein anderer Rettungsfonds eine Brückenfinanzierung stemmen: Der von allen EU-Staaten getragene EFSM soll etwa sieben Milliarden Euro zuschießen.

Die oben skizzierte Entwicklung war bereits nach einem sonntäglichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone absehbar. Weil der Grexit erst einmal ausfällt, legte der der DAX an den ersten vier Handelstagen kräftig zu.

Was war an der Börse los?

Das Ergebnis des Euro-Gipfels trieb den DAX am Montag aufwärts: Das Kursbarometer stieg um 1,49 % auf 11.484 Punkte. Zu den größten Gewinnern zählten die Deutsche Bank (FRA:DBK) (ETR:DBK) mit einem Zuwachs von 3,33 % und die Commerzbank (ETR:CBK) (FRA:CBK) mit einem Plus von 2,51 %. Beide hatten bereits an den letzten Handelstagen der Vorwoche von der Hoffnung auf eine Einigung im Schuldenstreit profitiert.

An die DAX-Spitze setzte sich die Aktie der Deutschen Börse (ETR:DB1) (FRA:DB1), die sich nach einer Kaufempfehlung durch eine große US-amerikanische Investmentbank um 4,38 % verteuerte. Die Anteilscheine von BMW (ETR:BMW) (FRA:BMW)  (-0,28 %) beendeten den Handelstag nach der Gewinnwarnung eines chinesischen Kooperationspartners am unteren Ende der DAX-Tabelle.

Am Dienstag notierte der deutsche Leitindex bis zum frühen Nachmittag leicht im Minus, bis die freundlich eröffnende Wall Street ihm wieder in den grünen Bereich verhalf. Bei Handelsschluss zeigte der DAX beim Stand von 11.517 Zählern ein kleines Plus von 0,28 %.

Die Papiere des Versorgers RWE (ETR:EOAN) (FRA: EOAN) verloren 1,78 % und reagierten damit auf die Abstufung durch die Analysten eines großen Bankhauses aus der Schweiz. Steil abwärts ging es mit dem Kurs von Rocket Internet (ETR:RKET)(STG:RKET), der um fast 13 % einbrach. Der Berliner Internet-Inkubator  zapft den Kapitalmarkt an und beschafft sich durch Ausgabe einer Wandelanleihe 550 Millionen Euro und will damit seinen Expansionskurs weiter fortführen.

Am Mittwoch, dem Tag der griechischen Parlamentsdebatte, war auf dem Parkett erst einmal abwarten angesagt. Trotzdem verbuchte der DAX am Ende des Handelstages einen kleinen Gewinn von 0,2 %, weil die New Yorker Börse wieder positive Signale über den großen Teich gesendet hatte.

Bester Standardwert war Fresenius mit einem Kursgewinn von 1,79 %. Negative Analystenkommentare sorgten für miese Stimmung bei Volkswagen (ETR:VOW) (FRA:VOW): Die Aktie des Wolfsburger Konzerns verbilligte sich um 1,44%. Continental (ETR:CON) (FRA:CON) wurde mit einem Minus von 1,93 % die rote DAX-Laterne verpasst.

Die Zustimmung des Athener Parlaments zu den von den Gläubigern diktierten Reformvorschlägen sorgte am Donnerstag für gute Stimmung bei den Börsianern. Diese wurde durch die Ankündigung der EZB, ihre Notkredite für griechische Banken aufzustocken, weiter verstärkt. Der DAX kletterte um 1,53 % höher auf 11.717 Punkte.

Aktionäre von Geldhäusern hatten europaweit Grund zur Freude: Dank der Entspannung im Griechenland-Streit erreichte der Banken-Teilindex des Stoxx Europe 600 den höchsten Stand seit Februar 2011. In Frankfurt konnten die Commerzbank (+1,87 %) und die Deutsche Bank (1,67 %) weiter zulegen.

Auch Branchennachrichten wirkten sich auf Kaufentscheidungen der Marktteilnehmer aus. BMW-Papiere verteuerten sich um 2,34 % und die Aktien von Daimler (ETR:DAI) (FRA:DAI) stiegen um 2,15 %, weil der europäische Automobilherstellerverband ACEA für den Juni gute EU-weite Absatzahlen gemeldet hatte. Mit einem Plus von 2,92 % rollte der Reifenhersteller Continental an die Pole Position im deutschen Leitindex und machte damit die Verluste des Vortags wieder gut.

Am Freitag legte der DAX eine Verschnaufpause ein und gab bis zum Mittag leicht nach.

Wie geht es weiter?

Am Montag (20.07.) erzählen uns die Statistiker zur Frühstückzeit etwas über die Entwicklung der deutschen Erzeugerpreise im Juni. In Griechenland werden die Banken wieder geöffnet. Später berichten in den USA die Großbank Morgan Stanley, der Ölförderdienstleister Halliburton und der IT-Riese IBM über das zweite Quartal. Spätestens beim abendlichen Restaurantbesuch merken Griechenland-Urlauber, dass die Mehrwertsteuer erhöht wurde. Aber keine Sorge: Ein Ouzo geht wie immer aufs Haus.

Am Dienstag (21.07) gibt’s um 7:00 Uhr Quartalszahlen von der Software-Schmiede SAP (ETR:SAP). Spannend wird es am Nachmittag, wenn MicrosoftYahoo und Apple ebenfalls Quartalszahlen verkünden. Unsere amerikanischen Kollegen werden sich bestimmt dazu äußern.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein angenehmes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW, Apple und Yahoo. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Yahoo.

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