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Die allerwichtigste Lektion, die ich von Warren Buffett gelernt habe

Wenn du das Investieren schon von jemandem lernst, warum dann nicht gleich vom großartigsten Investor, den die Welt je gesehen hat: Warren Buffett.

Ich habe Buffett ganz genau studiert; ich war zahlreiche Male bei dem jährlichen Aktionärstreffen von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH) in Omaha, Nebraska mit dabei; in meinem Apartment findet sich überall Buffett-Krimskrams (zum Leidwesen meiner Frau); und ich habe mehr Buffett Bücher, als ich zählen möchte — inklusive der beeindruckenden dreibändigen Serie Of Permanent Value: The Story of Warren Buffett.

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Über die Jahre habe ich sehr viel von Buffett gelernt. Das macht es besonders schwer, alles Gelernte in der einen allerwichtigsten Lektion auf den Punkt zu bringen.

Ein guter Ort, um anzufangen

Lass uns mit einer Lektion anfangen, die nicht die allerwichtigste Lektion ist — aber als knappe Zweitplatzierte durchgeht.

Buffett hat immer wieder wiederholt, dass er denkt, es sei „viel besser ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen, als ein faires Unternehmen zu einem wundervollen Preis.“

Die Lektion hinter diesem Zitat ist kritisch, wenn du verstehen möchtest, wie Buffett für so lange Zeit so erfolgreich investiert hat.

In seiner frühen Karriere saß Buffett auf dem Investmentstil fest, den er von seinem Professor und Mentor Benjamin Graham lernte. Dieser Ansatz beruhte auf einer rigorosen Bewertung der finanziellen Situation eines Unternehmens, insbesondere auf Basis der Unternehmensbilanz, und dem Kauf von Aktien, die „statistisch günstig“ waren — das heißt günstig nur auf Basis der Zahlen.

Was Buffett jedoch während seiner Karriere gelernt hat — mit viel Unterstützung durch seine rechte Hand beim Investieren Charlie Munger — ist, dass diese „statistisch günstigen“ Aktien zwar in Ordnung waren, dass es aber Möglichkeiten gibt, noch bessere Investitionen zu finden.

Wenn du ein wundervolles Unternehmen findest — das heißt ein Unternehmen, das sich von seinen Wettbewerbern abhebt, großartige Eigenkapitalrenditen erwirtschaftet, und seine Gewinne so reinvestiert, dass sich die Rendite über Zeit aufzinst –, dann kann dieses Unternehmen attraktive Investment-Renditen über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte abwerfen.

Das war eine wichtige Offenbarung für Buffett, die zu so erfolgreichen Investitionen führte wie die in See’s Candies, Coca-Cola, American Express und, erst neulich, Heinz und IBM.

Die allerwichtigste Lektion

Das Problem mit Buffetts Zitat oben ist, dass viele Investoren es so interpretieren: “Wenn du ein großartiges Unternehmen findest, dann kannst du jeden Preis dafür bezahlen.”

Was einfach nicht stimmt.

Es stimmt auch nicht, dass sich Buffett gleich auf jede Gelegenheit stürzt, wundervolle Unternehmen zu fairen Preisen zu kaufen. Ja, er würde lieber einen fairen Preis für ein wundervolles Unternehmen zahlen, anstatt einen wundervollen Preis für ein faires Unternehmen. Aber weißt du was er beidem vorziehen würde? Einen wundervollen Preis für ein wundervolles Unternehmen zu zahlen.

Und in Buffetts Historie können wir sehen, dass er immer wieder Wege gefunden hat, genau das zu tun.

Also wenn man mich zwingt, die allerwichtigste Lektion von Buffett zu benennen, dann würde ich sagen, dass es Geduld ist. Es ist die Geduld, die Arbeit aufzubringen wundervolle Unternehmen zu finden, diese Unternehmen ganz genau zu untersuchen um zu verstehen was sie so wichtig macht, und dann … zu warten. Im Besonderen zu warten, bis der richtige Preis kommt um diese wundervollen Unternehmen zu kaufen.

Buffett hat das mit Coca-Cola gemacht, mit American Express, und während der Finanzkrise 2009 mit mehreren Unternehmen, inklusive Goldman Sachs, General Electric, Harley-Davidson … und er übernahm die große US Bahngesellschaft BNSF sogar komplett.

In Wirklichkeit war auch eine von Buffetts besten Investitionen aller Zeiten, der US Autoversicherer GEICO, ein Beispiel seiner Geduld. Er wurde von GEICO zum ersten Mal als Student verzückt und tätigte seine erste Investition in das Unternehmen im Jahr 1951. Es dauerte bis zum Jahr 1976 bis Buffett — über Berkshire Hathaway — einen signifikanten Anteil des Unternehmens übernahm, als es mit kurzfristigen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Dann dauerte es noch einmal fast 20 Jahre, bis Buffett GEICO für Berkshire und seine Aktionäre komplett übernahm.

Sowohl als frühe Position in Berkshires Aktienportfolio, als auch als eigene Tochtergesellschaft seit nun fast zwei Jahrzehnten, war GEICO einer der größten Werttreiber für Berkshire. Einen sehr großen Anteil daran haben Buffetts langfristige Denkweise und seine Geduld.

Was diese Lektion nicht bedeutet

Das bedeutet nicht, dass wir immer bis zum nächsten Börsencrash warten sollen, bevor wir investieren. Buffett selbst hat uns gezeigt, dass das nicht notwendig ist.

1999 war Buffett berühmt für seinen Pessimismus gegenüber den Aktienmärkten und besonderes Internetaktien. Im Berkshire Aktionärsbrief im Frühjahr 2000 schrieb Buffett, dass er und Charlie Munger es als eine „praktische Sicherheit“ sehen, dass „der [S&P 500 Index] in den nächsten ein oder zwei Jahrzehnten wesentlich schlechter abschneiden wird als seit 1982.“

Trotzdem kaufte Berkshire im Frühjahr 2000 Aktien.

Gemäß den Unterlagen, die Berkshire einreichen muss, kaufte Berkshire im Frühjahr 2000 Aktien von Citigroup, Dun & Bradstreet, and Jones Apparel (unter anderem). Buffett kaufte also ein — nur nicht die überbewerteten Internetaktien, von denen alle anderen so überzeugt waren.

Mein überraschender Erfolg mit Geduld

Obwohl ich schon lange ein Fan von Buffett bin habe ich für die längste Zeit meines Anlegerdaseins keine Berkshire Hathaway Aktien besessen. Obwohl ich vielleicht sagen sollte: Weil ich schon lange ein Fan von Buffett bin, habe ich für lange Zeit nie Berkshire Hathaway Aktien besessen.

Zwischen den Jahren 2000 und 2008 wurde die Berkshire Hathaway Aktie routinemäßig zwischen dem 1,5-fachen und dem 2-fachen des Buchwerts gehandelt — dem Bewertungsansatz, der häufig für Berkshire und andere versicherungsnahe Unternehmen verwendet wird. Ich dachte, dass Berkshire ein großartiges Unternehmen ist und ich bewunderte Buffett, trotzdem glaubte ich nicht, dass die Bewertung attraktiv genug war, die Aktie zu kaufen.

Dann traf 2009 die Finanzkrise die Aktienmärkte mit ihrer ganzen Kraft und die Berkshire Aktie wurde mit dem Rest des Marktes nach unten gerissen. Im Februar 2009 kaufte ich sie dann schließlich zum ersten Mal. Zu dieser Zeit wurde sie mit dem 1,18-fachen des Buchwerts gehandelt. Seit dieser Zeit sagt Buffett, dass die Berkshire Aktie bei dem 1,2-fachen des Buchwerts so günstig ist, dass das Unternehmen bei solchen Bewertungen selbst Aktienrückkäufe tätigen wird (und das ist passiert).

Anders ausgedrückt konnte ich, Dank Buffetts eigener allerwichtigster Lektion, Aktien seines wundervollen Unternehmens kaufen… zu einem wundervollen Preis.

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Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt American Express, Berkshire Hathaway und Coca-Cola. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric Company und die folgenden Optionen: long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

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